UCI MTB Weltcup Albstadt: Beflügelt die heimische Kulisse die deutschen Fahrer?

UCI MTB Weltcup Albstadt: Beflügelt die heimische Kulisse die deutschen Fahrer?

Im UCI Mountainbike Weltcup geht es derzeit Schlag auf Schlag. Erst am vergangenen Wochenende fand mit Nove Mesto der dritte Weltcup des Jahres statt und schon geht es für das Fahrerfeld ins baden-württembergische Albstadt – Das Heimrennen der deutschen XC-Elite. Was uns dabei erwartet gibt es hier in der großen Vorschau:

Wer sind die großen Favoriten?

Er konnte am vergangenen Wochenende seinen bereits elften Weltcupsieg bejubeln und ist der Mann, den es zu schlagen gilt: Nino Schurter. Der schnelle Schweizer knüpft an sein sehr erfolgreiches Vorjahr an und dominiert das Elite Feld, wie kein anderer, doch auch er weiß,  dass er in Nove Mesto etwas Glück hatte. Julien Absalon stürzte bereits früh im Rennen und verlor dadurch Zeit und Rhythmus. Und auch Kulhavy schied auf Grund eines Defekts schon in Runde eins aus.

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Dennoch, Julien Absalon ist in Albstadt sicher auf Augenhöhe mit Schurter. Er war 2013 bereits auf dem Weg zum Sieg, ehe ihn ein irreparabler Defekt schachmatt setzte. Diese Weltcup-Saison hat er mit zwei Siegen begonnen und Albstadt hat er explizit zu seinem Frühjahrs-Höhepunkt gemacht. „Die Strecke kommt mir am meisten entgegen. Ich mag Albstadt und die Atmosphäre dort“, sagt er Franzose, der seit 2003 jedes Jahr mindestens ein Weltcup-Rennen gewonnen hat.

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Bei Jaroslav Kulhavy ist aktuell noch etwas schwer einzuschätzen, was er leisten kann. Ein Bruch der Kniescheibe im Februar und dann ein Infekt im April haben die Vorbereitung empfindlich gestört. Nimmt man jedoch die erste Runde von Nove Mesto, als der gewohnt langsam startende Ex-Weltmeister nur zehn Sekunden hinter Schurter und dessen Landsmann Martin Fanger lag, dann kann die Form überhaupt nicht schlecht sein.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden diese drei Fahrer den Sieg unter sich aus machen. Dennoch sollten Namen wie José Hermida, Maxime Marotte, Matthias Flückiger, Ondrej Cink oder Stephane Tempier im Zuge der Favoriten genannt werden. Daniel McConnell, der immer erst in der Schlussphase ganz vorne auftaucht und das Feld von hinten aufräumt, ist ein weiterer Kandidat für das Podium. Im vergangenen Jahr siegte er in Albstadt.

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Doch jetzt die wohl wichtigste Frage: Wo stehen die deutschen Jungs?

Moritz Milatz hat sich mit Rang drei in Nove Mesto mit Nachdruck ins Gespräch gebracht, noch dazu, wo ihm das Terrain im Bullentäle sehr entgegen kommt. „Mein Ziel in diesem Frühjahr war bei den beiden Weltcups und der folgenden EM in Topform zu sein. Dass es in Nove Mesto so gut geklappt hat, das ist eine Riesen-Motivation für Albstadt. Das war für mich vom Gefühl her schon immer ein Heimrennen. Die Unterstützung durch das Publikum hier, sehe ich schon als Vorteil“, erklärte Milatz beim Pressegespräch. 

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Manuel Fumic war bereits zum Weltcup-Auftakt in Pietermaritzburg Zweiter, hinterließ aber in den vergangenen Rennen eine weniger gute Form. Wenn die Maschine wieder ähnlich gut funktioniert, dann ist er auch: Podest-Anwärter. Mit dem Publikum im Rücken, können beide vielleicht über sich hinauswachsen.

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Bei den Damen ist das Feld in Sachen Siegkandidatinnen unübersichtlicher. Drei Rennen, drei verschiedene Siegerinnen. Sieben verschiedene Fahrerinnen unter den Top 3. Da wurde richtig durchgemischt. Mit ihrem beeindruckenden, deklassierenden Sieg in Nove Mesto, hat sich die 22-jährige Französin Pauline Ferrand Prevot zur Albstadt-Favoritin gemacht. Vier Wochen nach dem Straßen-Weltcup Fleche Wallone wurde sie zur ersten Frau, die sowohl auf dem MTB als auch im Asphalt-Metier einen Weltcup gewinnen konnte. Liefert sie noch einmal so eine Performance ab, dann könnte sich die Konkurrenz erneut die Zähne ausbeißen.

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Die Konkurrenz heißt zum Beispiel: Catharine Pendrel. Am 1. April das Schlüsselbein gebrochen, am 25. Mai Rang zwei in Nove Mesto belegt. Das nächste Rennen der Kanadierin könnte noch stärker werden.

Gunn-Rita Dahle-Flesjaa hat inzwischen nicht nur 28 Weltcupsiege auf ihrem Konto und liegt damit gemeinsam mit der längst nicht mehr aktiven Julie Furtado in Front, sondern auch schon 47 Top-Drei-Platzierungen gesammelt. Weil sie sich auch Albstadt als Form-Höhepunkt ausgesucht hat, könnte es passieren, dass die Multivan-Merida-Fahrerin beide Statistik-Rekorde aufstockt.

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Jolanda Neff, die aktuell Führende in der Gesamtwertung und seit ihrem Sieg im April in Pietermaritzburg jüngste Weltcupsiegerin aller Zeiten. Also noch so eine Statistik-Rekordlerin. Sie könnte nach einem Infekt den 100 Prozent wieder nahe kommen. Annika Langvad, gerade auf der Strecke im Bullentäle sogar eine Siegkandidatin.

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Vorjahres-Siegerin Eva Lechner, die in Cairns ihren Weltcupsieg Nummer drei landete, Irina Kalentieva, die in den letzten Rennen nicht weit weg war von der Spitze, Emily Batty, Zweite von Cairns und auch langsam reif für ihren ersten Weltcupsieg.

Und die Deutschen Frauen? Klar, Sabine Spitz. Vom Training her auf Albstadt fokussiert. Und doch schon an den ersten beiden Stationen konkurrenzfähig. In Cairns verhinderte ein Defekt einen möglichen zweiten Rang, so dass es „nur“ ein Vierter wurde. Vielleicht keine Siegkandidatin, aber mit Potenzial fürs Fünfer-Podium: Adelheid Morath, eine begnadete Kletterin, der das Bullentäle-Terrain liegt. Auch bergab hat sie mehr an Sicherheit gewonnen.

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Die Strecke

Die Strecke wurde im vergangenen Jahr zum ersten Weltcup generalüberholt und wird auch in diesem Jahr mit der gleichen Streckenführung für spannende Kämpfe sorgen. Guido Tschugg nahm im Frühjahr 2013 einige wesentliche Veränderungen an der Strecke vor und ließ es sich nicht nehmen diese gemeinsam mit Manuel Fumic zu testen.

Der Zeitplan

Freitag
09:30 Uhr XCE – Qualifikation
17:00 Uhr XCE – Finalläufe

Samstag:
13:15 Uhr XCO – Juniorinnen
15:00 Uhr XCO – Junioren
17:00 Uhr XCO – Damen U23

Sonntag:
09:30 Uhr XCO – Herren U23
11:30 Uhr XCO – Damen Elite
14:00 Uhr XCO – Herren Elite

Den Livestream zu den einzelnen Rennen gibt es unter www.redbull.tv

über den Autor

Rick Schubert

Rick Schubert ist bei Velomotion der Mann für’s Grobe. Alles, was Stollen hat, ist sein Metier. Kein Wunder, gehört er doch der BDR-Auswahl im Fourcross an. Zudem ist Rick Schubert als Fotograf für die Bildauswahl der meisten Testberichte verantwortlich.

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