E-Fullys: Mit Vollgas über den Trail

E-Fullys: Mit Vollgas über den Trail

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Markt: Nachdem der E-Bike Sektor seit nunmehr einigen Jahren stetig wächst und Mountainbikes mit Motor immer häufiger in deutschen Wäldern anzutreffen sind, steigt langsam aber sicher nun auch die Anzahl der vollgefederten E-Bikes. Auf der Eurobike konnte man bereits unzählige E-Fullys bestaunen.

Nun ist Fully nicht gleich Fully – dies gilt für Modelle ohne Motor ebenso wie für deren elektrische Geschwister. Der geneigte Kunde wird 2015 aus einer großen Bandbreite an Modellen und Varianten wählen können. Ob Marathonfully mit 100mm oder Superenduro mit 180mm, ob angetrieben von Bosch, Brose, Impulse oder Yamaha, ob Carbon oder Aluminium: Für die Ansprüche eines jeden offroad-affinen E-Bikers sollte in der kommenden Saison das richtige Fully dabei sein.

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Auch wenn immer neue Antriebsvarianten versuchen auf dem bereits hart umkämpften E-Bike Markt Fuß zu fassen, so vertrauen dennoch die meisten Hersteller noch auf Bewährtes und statten ihre E-Fullys mit Antrieben von Bosch aus. Bewährt heißt in diesem Fall allerdings keinesfalls rückständig: Die Süddeutschen präsentierten auf der diesjährigen Eurobike ihr neues Bediensystem Nyro, das neben einer integrierten Navigation und einer Smartphone Schnittstelle auch die Möglichkeit bietet, die Motorkennlinie speziell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Fahrers abzustimmen. Als eines der ersten Fullys mit Nyon Bedieneinheit wird das KTM Macina Lycan 27 GPS+ auf den Markt kommen. Mit seinen 125mm am Heck und der eher entspannten Geometrie ist es das perfekte Tourenbike. Ein genauer Liefertermin steht allerdings noch nicht fest. Neben den Österreichern von KTM setzt auch Corratec noch voll auf Bosch-Power. Das neue Corratec E-Power Two Circle richtet sich mit straffen 100mm Federweg und der sportlichen Geometrie an die Racer, die auch bei längeren Anstiegen noch den pfeifenden Fahrtwind in den Ohren hören möchten.

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Auch Haibike vertraut bei ihren Nduro und Xduro Modellreihen auf Motoren aus dem Hause Bosch. Die Performance Marke der Winora Gruppe ist mit 16 vollgefederten E-Bikes für 2015 wohl der Hersteller mit der größten Auswahl an E-Fullys. Angefangen beim Xduro Tourenbike mit 120mm Federweg, bis hin zum Superenduro Nduro mit plüschigen 180mm am Heck, sollte für fast jeden etwas Passendes dabei sein. Neu für kommende Saison ist die Sduro Reihe mit dem in Europa noch recht unbekannten Yamaha Mittelmotor. Der in Asien bereits äußerst weit verbreitete Antrieb hebt sich insbesondere durch den günstigen Preis von der Konkurrenz ab: Das Einstiegsmodell der Sduro Reihe wird für unter 3.500€ in die Läden kommen. Am anderen Ende der Preisskala rangiert das Xduro FullCarbon Ultimate von dem auf der Eurobike bereits ein Prototyp zu bestaunen war. Bei einem angepeilten Preis von knapp 13.000 Euro wird das Serienmodell aber wohl auch nur schwerlich über die Stückzahlen eines Prototyps hinauskommen.

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Einen ganz eigenen Weg in puncto Antrieb geht der deutsche Hersteller Focus. Die Niedersachsen vertrauen bei ihren elektrisch angetriebenen Mountainbikes voll und ganz auf den eigens bei Derby Cycle entwickelten Impulse 2.0 Antrieb. Neben einer einfach auf den Fahrer anpassbaren Motorkennlinie bietet dieser Antrieb auch einen Shift-Sensor, der Schaltvorgänge erkennt und diese durch kurzes Aussetzen der Motorunterstützung äußerst sanft gestalten soll. Zu finden ist der Impulse 2.0 unter anderem am Focus Thron Impulse, das mit 120mm an der Front und am Heck und seiner ausgewogenen Geometrie ein sehr guter Allrounder sein dürfte.

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Einen äußerst interessanten Ansatz verfolgt Rotwild mit der sich noch im Prototypenstadium befindenden Elektrovariante des erfolgreichen Allmountain Bikes R.Q1. In Kooperation mit dem Berliner Antriebshersteller Brose entwickelten sie ein ganzheitliches Konzept, bei dem sowohl Antrieb als auch Akku fast vollständig in den Rahmen integriert wird. Dem Prototypen sieht man seine elektrischen Gene folglich kaum an – doch auch die technischen Daten wissen zu überzeugen: Der Antrieb liefert 250 Watt und mit 140mm Federweg ist man auch für ruppigere Trails gut gerüstet.

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Es bleibt in jedem Fall spannend auf dem Markt der E-Mountainbikes. Ob sich eine der Antriebsvarianten schlussendlich durchsetzt, oder ob der Kunde weiterhin die Auswahl zwischen unterschiedlichen Varianten haben wird ist nur eine von zahlreichen Fragen, auf die nur die Zukunft eine Antwort bietet. Fest steht lediglich, dass sich unter das Knattern der Freiläufe und das Quietschen der Scheibenbremsen in deutschen Wäldern immer öfter auch das Summen eines Motors mischen wird.

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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