Shimano SH-M200: Enduroschuh auf Japanisch

Shimano SH-M200: Enduroschuh auf Japanisch

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Test: Shimano bringt mit dem SH-M200 einen neuen Schuh auf den Markt, der speziell auf die Bedürfnisse von Enduroracern zugeschnitten ist. Freunden von Flatpedals sei an dieser Stelle aber gleich gesagt: Der Schuh ist Shimano-typisch für den Einsatz mit Klickpedalen vorgesehen. Wie sich der optisch durchaus gelungene Schuh im harten Alltag schlägt, verrät unser Test.

Features über Features

Nimmt man den Schuh zum ersten Mal in die Hand fällt gleich das für einen so massiven Schuh recht geringe Gewicht auf. Unsere Waage bleibt bei 784g für das Paar in Größe 45 stehen – durchaus beachtlich, gerade wenn man sich die zahlreichen Features vor Augen führt. Das große Highlight des M200 ist sicherlich die neue Torbal Sohle, die bei Shimano 2015 bei drei Schuhen zum Einsatz kommt. Torbal steht für „Torsional Balance“ und soll für eine bessere Kontrolle auf dem Bike sorgen. Erreichen will Shimano dies durch die Kombination  von hoher Steifigkeit im Ballenbereich und einem flexibleren Bereich an der Ferse, um die vom Pedal ausgehenden Torsionskräfte auszugleichen. Abgesehen davon soll die Sohle durch hohe Seitenstollen auch guten Halt bieten, wenn der Fahrer ausnahmsweise nicht auf dem Pedal steht.

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Bei der Schnürung vertraut Shimano auf eine Schnellschnürung, welche unter der großen Lasche auf dem Schuh verschwindet und somit optimalen Schutz bietet. Letztendlich fixiert wird der Schuh dann durch eine Ratsche an der Seite, wie man sie bereits von zahlreichen anderen Schuhen kennt. Das Design des Schuhs ist voll auf den Enduroeinsatz zugeschnitten: Im Bereich des Vorderfußes ist er Verstärkt, was für zusätzlichen Schutz sorgt, ebenso wie die über den Knöchel gezogene, gepolsterte Innenseite. Mesh-Einsätze vorn und einige Lüftungsschlitze an der Seite sollen für ein angenehmes Klima auch bei Wettkampfbedingungen sorgen.

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Praxistest

Zuerst das vielleicht Wichtigste: Die Passform des Schuhs ist hervorragend. Wie von Shimano gewohnt ist er zwar eher schmal, aber man gewöhnt sich doch recht schnell daran. Die Schnürung funktioniert schnell und zuverlässig, sorgt für bombensicheren Sitz und macht einen robusten Eindruck. Selbst die im ersten Augenblick etwas empfindlich wirkende Ratsche zeigte sich im Test ziemlich zäh: Gleich zwei ordentliche Einschläge steckte sie ohne Murren weg. Weiterhin gefällt der sehr große Einstellbereich für die Cleats – selbst Fahrer, die ihre Pedale gerne sehr weit vorn oder hinten haben, sollten auf ihre Kosten kommen.

Im Einsatz gibt sich der M200 keinerlei Blöße. Die Torbal Sohle überzeugt auf ganzer Linie. Die Kraftübertragung ist sehr gut, aber man fühlt sich dennoch nicht so auf das Pedal genagelt, wie bei den meisten anderen Klickschuhen. Gerade bei Anliegern und Northshores macht sich das Plus an Flexibilität positiv bemerkbar. Die Belüftung funktioniert gut, wenngleich das robuste Design hier natürlich seinen Tribut fordert. Im Hochsommer dürfte der M200 wahrscheinlich für den einen oder anderen Schweißfuß sorgen.

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Nimmt man bei Schiebe- oder Tragepassagen den Fuß auch einmal vom Pedal, bietet die Sohle mit ihren hohen, aggressiven Seitenstollen guten Halt. Gerade in eher tiefem Waldboden ist der Grip hervorragend – bei nassen Steinen bzw. Wurzeln besteht allerdings akute Rutschgefahr.

Fazit:

Der M200 von Shimano ist ein hervorragender Schuh für den Enduroeinsatz. Die Torbal Sohle sorgt für eine sehr gute Kraftübertragung, gewährleistet aber noch ein gewisses Maß an Flexibilität. Das Design des Oberschuhs ist durchdacht und robust – der Fuß wird an den entscheidenden Stellen gut geschützt. Die Schnürung sorgt für einen festen, aber dennoch angenehmen Sitz. Kleinere Abzüge gibt es nur für die Belüftung, die dem Einsatzgebiet geschuldet etwas schwachbrüstig ausfällt. Insgesamt ist der Schuh aber eine klare Empfehlung für alle Enduristen oder die, die es werden wollen.

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Produkthighlights:

  • Torbal-Sohle für gute Kraftübertragung bei hoher Flexibilität
  • Großer Einstellbereich der Cleats
  • Ratschenverschluss für festen Sitz

Preis und Web:

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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