Test: Sigma Sport Lightster und Nugget: Akku-Beleuchtung mit StVZO-Zulassung

Test: Sigma Sport Lightster und Nugget: Akku-Beleuchtung mit StVZO-Zulassung

Test: Bei Sigma ist man stolz auf das neue StVZO-komforme Beleuchtungsduo Lightster und Nugget. Ob zurecht haben wir im Velomotion-Test herausgefunden. Die Änderung der Beleuchtungsvorschriften für Fahrräder vor knapp zweieinhalb Jahren (§ 67 StVZO) haben den Spielraum der Radler deutlich erweitert. Wo vorher die Dynamobeleuchtung Pflicht war (ausgenommen Rennräder unter elf Kilo), gilt nun: Erlaubt ist, was hell genug leuchtet, nicht blinkt und vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zugelassen ist – erkennbar an K-Nummer und Wellenlinie.

Das macht die Sache auf einen Schlag deutlich einfacher, denn nun kann man, statt eine alte Dynamo-Lichtanlage instand setzen zu lassen, einfach Akkuleuchten montieren; außerdem lassen sich nun auch Fahrräder, die komplett ohne Licht gekauft worden sind – MTBs oder Crossbikes etwa –, mit wenigen Handgriffen „legalisieren“. Wobei natürlich die diversen Rückstrahler nicht vergessen werden dürfen.

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Eine Möglichkeit, nachts StVZO-konform unterwegs zu sein, bietet Hersteller Sigma Sport mit seiner neuen Lightster, an der erst einmal die kompakte Bauform auffällt: Der Strahler ist rund 85 mm lang, an der dicksten Stelle beträgt sein Durchmesser etwa 35 mm. Fest im Kunststoffgehäuse verbaut ist ein Akku, der per USB geladen wird; als Leuchtmittel kommt eine hochwertige Cree-LED zum Einsatz. Die Lampe wiegt gerade mal 67 Gramm, der mitgelieferte Halter 25 Gramm; damit passt die Lightster also bequem in Jacken-, Kurier- oder Handtasche. Auch Rennradfahrer dürften sich an der kompakten Leuchte freuen, denn sie müssen ja eine Lichtanlage mitführen – in der Trikottasche etwa.

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Mit 25 Lux beziehungsweise 15 Lux im Stromsparmodus (kleines Bild) ist die Sigma-Leuchte zumindest auf dem Papier ordentlich hell – mal schauen, was sie draußen kann. Das in 16 Metern Entfernung postierte weiße E-Bike kann sich vor der Lightster nicht verstecken: In beiden Leuchtmodi ist es deutlich sichtbar; die 25-Lux-Stufe hätte es auch erhellt, wäre es noch fünf bis zehn Meter weiter weg gewesen. Das zeigt, dass sich die Lightster auch bei völliger Dunkelheit einsetzen lässt – etwa, wenn man am Ende der Rennradtour im Stadtwald von der Nacht überrascht wird –, auch wenn man bei Sigma eher von einer Nutzung in beleuchtetem Gebiet ausgeht, also in der Stadt.

Allerdings hapert es etwa bei der Nahfeldausleuchtung: Ist die Lampe so ausgerichtet, dass man in der Ferne gut sieht, bleiben die ersten fünf Meter vor dem Vorderrad dunkel.

Auch seitlich strahlt die Leuchte ein wenig Licht ab, durch schmale, gummierte Fensterchen nämlich. Die runde Scheibe vorm Reflektor ist gewellt, was sehr hübsch aussieht. Das Kunststoffgehäuse macht einen soliden Eindruck, nur der Taster auf der Oberseite kann beim Vorserienmodell nicht ganz überzeugen: Die Lampe muss nur auf dem Schreibtisch umkippen, schon ist sie an. In der Serie soll der Druckpunkt des Schalters verändert werden, damit so etwas nicht mehr vorkommt; besser wäre es jedoch, wenn man etwas länger drücken müsste, um die Lampe zu aktivieren.

Der Halter lässt sich im Neuzustand nur mit Mühe von der Lampe abziehen; in der Praxis wird er doch vermutlich ohnehin dranbleiben. Er wird per Ratsche am Lenker befestigt und hält dank dicker Gummierung sehr sicher. Hinten an der Unterseite des Gehäuses befindet sich die USB-Buchse; mitgeliefert wird ein erfreulich kurzes Kabel, das auf dem Schreibtisch nicht im Weg ist. Die Angabe der Ladezeit – 3,5 Stunden – ist ebenso realistisch wie die Leuchtdauer, die 7 beziehungsweise 3,5 Stunden beträgt.

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Erhältlich ist die Lightster solo oder im Set mit einer Rückleuchte namens Nugget. Das 29 Gramm leichte Kunststoffklötzchen gibt ein rundum sichtbares, helles Licht ab; dank großflächiger Gummierung und Gummiband hält es sicher an der Sattelstütze. Schalter und USB-Anschluss sitzen unten am Gehäuse. Mitgeliefert wird auch ein Clip, mit dem sich die Nugget etwa an einem Rucksack befestigen lässt.

Sigma Sport ruft für seine Leuchten sehr faire Preise auf: 39,95 Euro für die Lightster, 19,95 Euro für die Nugget und 57,50 Euro für das Set. Dafür gibt es viel Licht in ansprechender Verpackung, dank K-Nummer und Verzicht auf eine Blinkfunktion völlig legal.

Pro

  • Kompakte, leichte Leuchten
  • Vergleichsweise hell
  • Legal dank K-Nummer

Contra

  • Fehlende Nahfeldausleuchtung

Preise und Web

  • 57,50 Euro (einzeln 39,95 bzw. 19,95 Euro)
  • www.sigmasport.com

über den Autor

Caspar Gebel

Caspar Gebel, Jahrgang 1968, sitzt seit mehr als 30 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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