Test: Rennradschuh DMT R1 – Italienischer Stil mit viel Komfort

Test: Rennradschuh DMT R1 – Italienischer Stil mit viel Komfort

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Test Rennradschuh DMT R1: Wer in Europa gefertigte Radschuhe sucht, wird beispielweise bei DMT fündig. Der italienische Hersteller ist seit Jahrzehnten im Geschäft und mehr als ein Geheimtipp für jene, die mit den Fernost-Tretern amerikanischer Marken nichts anfangen können. Vor allem aber steht DMT für hohe Qualität und gute Passform, was am neuen Topmodell DMT R1 deutlich wird.

DMT R1 Orange FluoDass eine Carbonsohle im gehobenen Preissegment Standard ist, weiß jeder Radsportler. Auch die hohe Steifigkeit des Materials ist nichts Neues mehr, auch wenn so ziemlich jeder Hersteller dies als Qualitätsmerkmal anführt. Wichtiger scheint freilich die Form der Sohle zu sein, und da gehört DMT zu den innovativsten Anbietern: Beim R1 wird das Material des Sohle seitlich hochgezogen, stützt den Fuß also seitlich ab, was das Carbon natürlich besser kann als flexibles Obermaterial. Dazu ist die Sohle gerade im vorderen Bereich etwas breiter ausgeführt, was sich nach mehreren Stunden kontinuierlichen Tretens als äußerst angenehm erweist. Wer mit individuellen Einlegesohlen fährt, dürfte von der etwas breiteren Carbonsohle ebenfalls profitieren, zumal im Schuh etwas mehr Platz ist.

Auch an der Oberseite des Fußes sorgt der DMT R1 für viel Tragekomfort – bei einem Radschuh immer noch die wichtigste Eigenschaft. Hier fällt besonders die Zunge auf, die zum einen vergleichsweise breit ausfällt und damit eine größere Fläche am Spann abdeckt. Zum anderen ist sie mit einem Innenkern aus Polyurethan ausgestattet, der für eine optimale Druckverteilung des BOA-Verschlusses (dazu gleich mehr) sorgt. Und drittens kann die Zunge mit zwei Klettpunkten fixiert werden, so dass sie beim Fixieren des Schuhs nicht verrutscht.

Letzteres geschieht wie erwähnt mit zwei BOA-Verschlüssen, wobei sich DMT für die Highend-Variante entscheidet, die nicht nur per „Klick“ festgezogen, sondern auch ebenso feinfühlig gelockert werden kann. Das ermöglicht eine optimale Anpassung unterwegs, etwa, wenn auf einer langen Fahrt bei großer Hitze die Füße anschwellen. Geöffnet werden die Verschlüsse wie üblich durch Ziehen am Drehknopf nach oben.

dtmr1

Ungewöhnlich für Italiener: der DMT R1 passt perfekt!

Auf einen zusätzlichen Klettriemen am Vorderfuß hat DMT beim R1 konsequenterweise verzichtet – fast immer nämlich hat dieser keine nutzbare Funktion und beeinträchtig stattdessen die Optik. Aktuelle Radschuhe sollten nämlich möglichst gradlinig und glattflächig sein, und genauso präsentiert sich auch das Topmodell der Italiener.

 

Auch ein geringes Gewicht steht bei Radsportlern hoch im Kurs, dabei sollte man die Sache mit den bewegten Massen nicht allzu ernst nehmen – wer leichtere Schuhe kreiseln lässt, hat allenfalls einen psychologischen Vorteil. DMT gibt 225 Gramm pro Schuh in Größe 41 an, unser Testexemplar wiegt 296 Gramm bei Größe 45. Dazu sei angemerkt, dass es sich hierbei wirklich um einen Radschuh in Größe 45 handelt – d. h. ein Fahrer mit Schuhgröße 45 muss nicht 45.5 oder gar 46 wählen; der R1 in Größe 45 passt perfekt.

R1 Yellow and Orange

Erhältlich ist der DMT R1 in Weiß, Schwarz, Gelb und Orange, wobei die Innenseite immer schwarz ist; die BOA-Knöpfe sind entsprechend eingefärbt. Ein elegantes Accessoire also, das nicht alleine wegen seiner Herkunft an edle italienische Schuhmode erinnert.

Fazit DMT R1

Der DMT R1 überzeugt mit guter Passform und viel Komfort; dazu bietet er den besten Verschluss am Markt. 269 Euro für das Topmodell einer Topmarke, das obendrein viel zu bieten hat – das ist ein überaus fairer Preis.

Produkt-Highlights DMT R1

  • Sehr gute Passform durch breite Sohle
  • Druckminderung durch weich gepolsterte Zunge
  • Doppelter BOA-Verschluss
  • In Italien gefertigt

Preis und Web

über den Autor

Marcus Degen

Marcus Degen ist Gründer des deutschen Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er als Herausgeber auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war in den späten Achtzigern und Neunzigern als Radamateur und Triathlet aktiv. Anfang 2013 rief er das digitale Fahrrad-Magazin Velomotion ins Leben.

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