BIKE Transalp Etappe #2: Ausreißersieg für Centurion Vaude 2

BIKE Transalp Etappe #2: Ausreißersieg für Centurion Vaude 2

Jedermann / MTB-News: Nach dem Aufakt zur 19. BIKE Transalp gestern in Imst wartete heute eine mit 56km eher kurze Etappe auf die zahlreichen Teilnehmer. Von Nauders ging es nach Scuol in der Schweiz. Über den Tagessieg freuen konnten sich Hermann Pernsteiner und Daniel Geismayr von Centurion Vaude 2, deren mutige Attacke sich am Ende auszahlte. Lennard und Alexander, die als Team Velomotion unterwegs sind, kämpften sich nach einem denkbar schlechten Start in den Tag auf Platz 25.

Es wird spannend in der Gesamtwertung der BIKE Transalp 2016! Nach seinem überzeugenden Sieg beim gestrigen Auftakt musste sich das österreichisch-tschechische Duo von Topeak Ergon Racing 1 heute mit dem dritten Rang und einem Rückstand von knapp 20 Sekunden auf die Tagessieger begnügen. Auch Karl Platt und Urs Huber vom Team Bulls 1 konnten als Zweitplatzierte Zeit gut machen und so geht es vor der schweren Etappe morgen an der Spitze reichlich eng zu und für Spannung ist gesorgt.

Erneut keinen guten Tag erwischten die beiden Vorjahressieger Markus Kaufmann und Jochen Käß von Centurion Vaude 1. Kaufmann laboriert nach einem Sturz bei den Deutschen Meisterschaften noch an einer hartnäckigen Rippenverletzung, die ihm die Atmung erschwert. Nachdem das deutsche Duo bereits gestern viel Zeit verlor, konnten sie heute erneut nicht an das Niveau anknüpfen, das ihnen in den drei Jahren zuvor den Gesamtsieg beschert hatte. Mit zehn Minuten Rückstand auf die Spitze müssen die beiden schon früh den Traum von der Titelverteidigung begraben.

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Lennard und Alexander vom Team Velomotion mit starker Leistung

Lennard Heidenreich und Alexander Hertel, die als Team Velomotion bei der Mutter aller MTB-Etappenrennen ebenfalls am Start sind, durften sich heute über einen sehr guten 25. Platz freuen – und das, obwohl der Tag denkbar schlecht begann, wie Lennard selbst schildert:

„07:04 Uhr – Mein Handy leuchtet auf – „Guten Morgen Lennard – wir müssen heute echt langsam starten – musste mich gerade übergeben“

Ja so fängt ein guter Bike Transalptag für gewöhnlich nicht an. Meine Laune ist im Keller und meine Antworten kommen auch nicht an. Hilft alles nichts, Frühstücken umziehen und ab aufs Rad.

Wir treffen uns im Startblock. Eine Banane hat er runter bekommen. Besser als nichts denke ich mir. Mein Plan für den Tag steht. Durchkommen und auf Besserung hoffen, immer eine halbe Radlänge hinter ihm damit er sein Tempo die Berge hochfahren kann und wann immer es mir möglich ist schieben.

Der Startschuss fällt und wir begeben uns heute aus Startblock A2 auf die Strecke. Bis auf 2200 Meter Höhe führt uns der 9,4 Kilometerlange Startberg. Wie geplant fährt Alexander vor und ich folge. Die Überraschung lässt nicht auf sich warten. Alexander gibt richtig Gas. Viele Teams von gestern lassen wir einfach stehen. Er ist so schnell dass ich nur hin und wieder mal meine Hand unterstützend auf seinen Rücken lege. In den deutlich anspruchsvolleren Abfahrten heute verlieren wir wie erwartet die eine oder andere Minute. Egal denn es läuft, auch unsere Verpflegung funktioniert besser als gestern. Im Anstieg zur Reschenalm sammeln wir Team für Team ein. Unser Ziel ist es so viel Vorsprung auf die Teams zu erfahren das wir unten in San Nicla gemeinsam ankommen. Der Plan geht auf! Eine große Gruppe formiert sich in der Michael Anthes von Craft Rocky Mountain und ich in der Führungsarbeit ein ziemlich hohes Tempo anschlagen. Belohnt werden Alexander und ich mit dem 25. Tagesrang! Wir verbessern uns somit auf Rang 27 im Cup Ranking. Alexander kämpft wie ein Weltmeister und ich versuche auch mein bestes. So oder vielleicht eher so ähnlich kann es weiter gehen!

Ich melde mich morgen wieder. Scoul (Ch) – Livigno (It) 72,3 km / 2598 Hm

Liebe Grüße

Lennard“

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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