[Eurobike 2016] Probefahrt: Centurion Numinis Carbon

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Probefahrt: Für 2017 hat Centurion das Numinis komplett neu gestaltet und bietet nun eine Race-Plattform und eine Trail-Plattform an. Beide Bikes kommen auf 29″ Laufrädern. Die Race-Version des Numinis muss mit 100 mm vorne und hinten auskommen, während die Trail-Version mit 130 mm bzw. 120 mm ausgestattet ist. Auf der Eurobike konnten wir eine kurze Runde mit der Trail-Version drehen und waren begeistert vom ausgewogenen Bike mit interessanten Features.

Neu beim Numinis ist der Carbonrahmen. Der Dämpfer wandert nach oben horizontal unters Oberrohr und beim Hinterbau wird der Drehpunkt durch filigrane flexende Carbonstreben ersetzt. Der klare Vorteil davon ist eine deutliche Gewichtsersparnis und Rahmengewichte von deutlich unter zwei Kilogramm. Beim Numinis Trail fällt der Lenkwinkel im Vergleich zur Race-Version deutlich flacher aus und liegt bei 69 Grad (70,5° beim Numinis Race). Für ein Trailbike sind 69,5° jedoch noch immer recht steil – das hilft dem Fahrer beim Uphill, könnte im technischen Downhill jedoch etwas einschränken. Ein sehr gelungenes Feature des auch optisch gelungenen Mountainbikes ist, dass im Rahmendreieck durch die neue Dämpferanlenkung zwei Flaschenhalter Platz finden. Vor allem Tourenfahrern kommt das entgegen.

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Die Schaltzüge des Numinis sind innen verlegt, wobei die Bremsleitung für eine bessere Wartungsfreundlichkeit außen Platz findet. Der Rahmen bietet zudem noch die Möglichkeit einen Umwerfer zu montieren – das steigert die Tourentauglichkeit zusätzlich. Das von uns getestete Numinis Carbon 3000 ist mit einem soliden Fox-Fahrwerk mit 130 mm an der Front und 120 mm am Heck ausgestattet, welche am Testbike über einen Remote in drei Positionen gleichzeitig angesteuert werden können. Geschaltet wird mit einer 1×11 Sram XO und gebremst mit bewährten Shimano XT Bremsen. Die Laufräder kommen mit den M1900 aus dem Hause DT Swiss. Für ein Bike dieser Klasse typisch wird auch eine absenkbare Rock Shox Reverb verbaut, deren Züge dezent im Rahmen verlegt sind. Insgesamt eine stimmige Ausstattung für ein Trailbike und auch in Kombination mit dem leichten Rahmen ergibt sich hier mit etwa 12 kg ein sehr ordentliches Gesamtgewicht.

Auf den ersten Metern mit dem Bike spürt man sofort die Race-Gene des Numinis Race auch beim Numinis Trail. Der Hinterbau ist eher straff und sorgt für guten Vortrieb. Mit gesperrten Fahrwerk kommt durch den leichten und steifen Rahmen fast Hardtail-Feeling auf und man bezwingt auch längere steile Anstiege leicht. Die Sitzposition mit langem Oberrohr und kurzem Vorbau ist eher sportlich aber sehr angenehm. Man sitzt nicht zu gestreckt aber auch nicht zu komfortabel. Die Front des Bikes ist auch schön tief und das Vorderrad steigt auch bei steileren Rampen somit erst spät. Die Downhill-Performance des Centurion Numinis ist ebenfalls tadellos – allerdings könnte sich der eine oder andere bei steileren Passagen einen etwas flacheren Lenkwinkel wünschen. Das Bike ist durch den etwas steileren Lenkwinkel jedoch sehr agil und reagiert schnell auf Einflüsse durch den Fahrer. Das Fahrwerk steckt auch schnelle Steinpassen gut weg.

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Fazit: Das Centurion Numinis Trail gefiel uns als sehr ausgewogenes Bike, mit dem viele verschiedene Fahrertypen glücklich werden können. Zum einen eignet es sich durch die Klettereigenschaften perfekt als Tourenbike mit Reserven für den Downhill. Zum anderen kann es auch als Trail-Bikeüberzeugen. Tolles Bike!

über den Autor

Joseph Kuchler

Joseph Kuchler war in jungen Jahren aktiver XC-Racer und hat zwischenzeitlich in München Medienmanagement studiert. Zurück in seiner niederbayerischen Heimat ist er wieder öfter auf den Trails im bayrischen Wald anzutreffen.

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