Test: Rennradhelm Lazer Z1 + Aeroshell: Schutz bei Crash und Gegenwind
Foto von Caspar Gebel

Test: Rennradhelm Lazer Z1 + Aeroshell: Schutz bei Crash und Gegenwind

Test: Der Top-Rennradhelm Z1 des belgischen Anbieters Lazer verspricht hohe Sicherheit und viel Tragekomfort. Und mit dem passenden Zubehör, der Aeroshell, soll er sogar zum Aero-Helm mutieren. Ob das funktioniert?

Auf dem (Renn-)Rad einen Helm zu tragen ist längst selbstverständlich. Über die Schutzwirkung unterschiedlicher Modelle wird kaum noch gesprochen; dass moderne Fahrradhelme sicher sind, scheint so klar, dass man sich beim Kauf oder Vergleichen anderen Aspekten zuwendet. Der Belüftung etwa oder dem Gewicht, und neuerdings verstärkt der Aerodynamik. Die beiden ersten Kriterien haben freilich viel mit der Sicherheit zu tun: Bei einem leichten Helm oder einem mit guter Belüftung, was meist mit großen und zahlreichen Öffnungen einhergeht, ist das Erreichen des üblichen Schutzniveaus mit größerem konstruktiven Aufwand verbunden, und das treibt auch den Preis in die Höhe.

Der Lazer Z1 ist ein gutes Beispiel dafür: In Größe S (für einen Kopfumfang von 52 bis 58 cm, also gar nicht mal so klein) wiegt der Helm gerade mal 205 Gramm; insgesamt 31 Öffnungen lassen ihn dabei ziemlich filigran wirken und sollen für Kühlung sorgen. Mit nahezu 260 Euro ist der Helm des 1919 gegründeten Anbieters, der seit 1980 auch Fahrradhelme herstellt, dabei jedoch ziemlich teuer. Stabilität erhält der Kopfschutz durch eine Art Skelett im Inneren des Schaumstoffkörpers, vom Hersteller „Rigidity Brace System“ genannt. Es soll verhindern, dass der Helm bei einem Crash auseinanderbricht, und ihn damit sicherer machen.

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Ob letzteres funktioniert, haben wir (natürlich) nicht ausprobiert, die Ventilation hat sich allerdings bewährt. Selbst an extrem heißen Tagen tropft dem Fahrer kein Schweiß auf die Brille und unterm Lazer Z1 bleibt es angenehm trocken. Auch in Sachen Tragekomfort gibt es keinen Grund zu meckern, haben sich die Belgier doch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, das sie stolz „Advanced Rollsys System“ getauft haben: Dreht man an dem Rädchen oben auf dem Helm, zieht sich der Kopfring innen gleichmäßig zusammen und sorgt für festen, aber druckfreien Sitz. Die Schale, die den Hinterkopf umschließt, kann zusätzlich verstellt werden.

Ein Aero-Helm spart bei 45 km/h rund 15 Watt ein.

Komfort und Vertilation stimmen also, in Sachen Aerodynamik kann ein derart gut belüfteter Helm freilich nichts reißen. Doch ist das überhaupt relevant? Oh ja! Mit sogenannten „Road Aero“-Helmen (also nicht den spitz zulaufenden Zeitfahrhelmen) lassen sich Windkanalversuchen zufolge bei Tempo 45 bis zu 15 Watt sparen, verglichen mit einem herkömmlichen Radhelm. Das ist in etwa so viel, wie man mit einem aerodynamisch optimierten Laufradsatz herausholen kann, macht also sehr wohl einen Unterschied.

Um den Lazer Z1 windschnittiger zu machen, haben sich die Ingenieure bei Lazer etwas ausgedacht: Für 15 Euro bekommt man eine Haube aus Polycarbonat, „Aeroshell“ genannt, die in der jeweiligen Größe exakt auf den Helm passt und alle Öffnungen an der Vorder- und Oberseite verschließt. In erster Linie ist die 45 Gramm schwere Hülle als Wind- und Regenschutz gedacht, was auch gut funktioniert: Gerade an kalten Tagen ist es am Kopf angenehm zugfrei, und Regentropfen fallen mit hörbarem Sound auf die Schale.

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lazer-shellZusätzlich verwandelt sich der Lazer Z1 mit der Aeroshell in den Lazer Z1 Fast – jenen „Aero Road“-Helm, den auch André Greipel trägt und von dem Lazer bis zu 10 Watt Leistungsersparnis bei Tempo 45 verspricht und der nichts anderes ist als ein Z1 mit fest aufgeklebter Aeroshell, wie es die UCI verlangt. Bei einem Staffeltriathlon wie beim Düsseldorfer „Race am Rhein“ eingesetzt, machte der Z1 Fast zumindest gefühlt schneller. Bei Geschwindigkeiten ab 40 km/h scheint der Kopf weniger stark vom Fahrtwind beeinflusst zu werden, auch wenn man ihn bewegt; dazu ist das Geräuschniveau geringer. Ein Unterschied bei der Belüftung ist erst einmal nicht festzustellen; irgendwann jedoch haben sich die Polster an der Stirn mit Schweiß vollgesaugt, und dann schwappt es plötzlich wie ein kleiner Wasserfall die Stirn hinunter und über die Radbrille. Doch wo es auf Sekunden ankommt, kann man das auch mal ertragen.

Die Aeroshell lässt sich sogar zusammenrollen; die Idee ist, dass man sie im Trikot mitführt und von Fall zu Fall aufsetzt und wieder abnimmt. Allerdings nimmt sie in etwa so viel Platz weg wie eine Trinkflasche, da sie unter Spannung steht und in ihre Form zurückspringen will.

In der transparenten Version ist die Aeroshell nahezu unsichtbar und lässt den in vielen Farben verfügbaren Helm so leicht und luftig wirken, wie er ist. In der dunklen Jahreszeit machen freilich auch die bunten Versionen Sinn, vor allem Neongelb und Neongrün. Damit erhält der Lazer Z1 dann eine weitere, nicht unwichtige Funktion: Er macht den Radfahrer auffälliger und verhindert damit vielleicht sogar den Crash, dessen Folgen er mindern soll.

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Fazit Lazer Z1

Der Lazer Z1 hält, was er verspricht: Er ist luftig und trägt sich angenehm, und zumindest vom subjektiven Eindruck her macht die Aeroshell schneller.

Produkt-Highlights

• Geringes Gewicht
• Hoher Tragekomfort
• Gute Belüftung
• Aeroshell spart Leistung

Preis: Lazer Z1 259,99 €, Aeroshell 15 €

Web: www.lazersport.com

über den Autor

Caspar Gebel

Caspar Gebel, Jahrgang 1968, sitzt seit mehr als 30 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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