John Degenkolb: „Bin kein Ersatz für Fabian Cancellara“

John Degenkolb: „Bin kein Ersatz für Fabian Cancellara“

Radsport: Zur Saison 2017 wird sich John Degenkolb bekanntlich von seinem bisherigen Arbeitgeber Giant-Alpecin trennen und sich stattdessen dem US-Team von Trek-Segafredo anschließen. Mit den britischen Kollegen von cyclingnews.com sprach der 27-jährige nun über die Saisonziele, über Fabian Cancellara und fand zugleich überraschend offene und deutliche Worte gegenüber seines alten Teams.

Time to say goodbye für John Degenkolb. Nach fünf Jahren kehrt der Paris-Roubaix Sieger von 2015 seinem deutschen Rennstall den Rücken und wechselt zu Trek-Segafredo. Als vor einigen Monaten der Transfer verkündet wurde, kam das für die wenigsten wirklich überraschend. Schon lange war gemunkelt worden, dass der Deutsche den in Rente gehenden Fabian Cancellara beerben sollte. Dieser Darstellung tritt Degenkolb nun im Gespräch mit dem britischen Radsport-Portal Cyclingnews entgegen. „Ich bin kein Ersatz für Fabian Cancellara,“ stellt er dort klar. „Ich bin ein ganz anderer Fahrertyp. Wir ähneln uns nur in einem Punkt, und zwar wird von mir erwartet, ähnliche Erfolge zu liefern wie er,“ so Degenkolb. Mit der hohen Erwartungshaltung habe er jedoch kein Problem, im Gegenteil: „Man braucht diesen Druck,“ stellt er klar.

Der Abschied von Giant-Alpecin fiel ihm zwar schwer berichtet er, jedoch scheint es zwischen ihm und der sportlichen Leitung am Ende nicht mehr gestimmt zu haben. „Mir gefiel zum Ende nicht mehr, wie das Management das Team geleitet hat,“ findet Degenkolb erstaunlich deutliche Worte. „Ich habe um mehr Unterstützung bei den Klassikern gebeten, aber sie nicht bekommen […] Ich hatte zu wenig Einfluss auf Entscheidungen, die mich als Fahrer betrafen.“ Umso mehr freut sich Degenkolb auf seine neue sportliche Heimat, wo er „zu einem noch besseren Radfahrer“ werden könne.

Zwischen den Zeilen lässt Degenkolb auch durchblicken, dass er durchaus mit einem Wechsel zu BORA-hansgrohe geliebäugelt hatte. „Als ich eine Entscheidung bezüglich meiner Zukunft fällen musste, war bei Bora noch nichts entschieden.“ In Zukunft könnte sein Weg aber durchaus nochmals zu einem deutschen Rennstall führen. „Es wäre ein Traum, Teil eines starken deutschen Teams zu sein – aber das bleibt für den Moment auch nur ein Traum […] Ich bin superglücklich jetzt Teil von Trek-Segafredo zu sein. Es ist das richtige Team für mich.“

Wir sind jedenfalls gespannt auf die neue Saison und hoffen, dass der Wechsel für Dege die richtige Entscheidung war.

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