Test: BikeYoke DeHy – Trigger für die Rock Shox Reverb
Foto von Michael Faiß

Test: BikeYoke DeHy – Trigger für die Rock Shox Reverb

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Die junge Firma BikeYoke hat uns ihr BikeYoke DeHy zur Verfügung gestellt. Ein Umbaukit, mit dem man jede Rock Shox Reverb schnell und einfach auf mechanische Ansteuerung mit einem Trigger Hebel umbauen kann. Wir haben umgebaut und getestet. So viel will ich verraten, es ist eine echt sinnvolle Ergänzung zu den häufig verbauten Reverb Stützen und ein Grund mehr, eine Reverb zu fahren.

Die Rock Shox Reverb ist weit verbreitet, und so wundert es nicht, dass sich die Macher von BikeYoke diese Stütze für ihr System ausgesucht haben. Dazu kommt, dass der eine oder andere mit dem Hebel nicht ganz glücklich ist. Die Ursache für viel Wartungaufwand bei dieser Stütze liegt zum einen am Innenleben aber auch die hydraulische Anlenkung möchte ab und an entlüftet werden. Mit dem DeHy ist das System dann über einen klassischen Bowdenzug/Schaltzug angelenkt, der in einer konventionellen Hülle läuft. Der Hebel entspricht den Vorstellungen vieler Fahrer.

BikeYoke hat einige schlaue und einfache Lösungen im Programm. Es gibt Umlenkhebel mit denen man verschiedene Dämpfer in Specialized Bikes einbauen kann oder auch einen Ersatz für den Shape shifter im Canyon Strive. Durch letzteren wird eine fixe Position eingestellt und das teilweise wartungsintensive Bauteil fällt weg. Mit dem Shifty Röllchen kann die Seil-Umlenk-Rolle an Srams 1×11 Schaltwerken ersetzt werden, Shifty soll auch unter widrigsten Bedingungen eine einwandfreie Schaltpräzision ermöglichen. Eine eigene Dropper Post namens Revive wird ebenso angeboten, wie auch das getestete Umbaukit oder der Trigger-Hebel Triggy einzeln.

Wir haben selten Probleme mit den Reverb Stützen gehabt, aber die Option die Stütze mit einem mechanischen Trigger Hebel anzusteuern war für uns Grund genug das DeHy Set auszuprobieren.

Der Umbau ist recht einfach und von jedem halbwegs versierten Schrauber zu schaffen. Der nervenaufreibendste Teil war die Verlegung der Schalthülle im Rahmen, aber das variiert von Rahmen zu Rahmen und hat nichts mit dem System als solches zu tun. Die Sattelstütze samt Hebel wird demontiert. Dazu haben wir den Hebel von der Leitung „abgeschraubt“ und die Stütze samt Leitung aus dem Rahmen durch das Sitzrohr herausgezogen. Hier macht es Sinn, z.B. mit einem Schrumpfschlauch die neue Hülle für das Schaltseil der mechanischen Anlenkung gleich an der alten Leitung zu befestigen und diese so mit durchzuziehen. Die Montage des Hebels ist sehr einfach, er passt an eine herkömmliche Sram Lenkerschelle und ist gut für jede ergonomische Vorliebe positionierbar. Nun muss man abschätzen, wie lang die Hülle sein muss, lieber zu lang als zu kurz. Endkappen auf beide Enden der Hülle, Schaltzug durch Hebel und Hülle fädeln, erster Teil geschafft.

Der schwierigste, aber gut machbare Teil ist der Umbau der Stütze selbst. Hierzu unbedingt die Sattelklemmung entfernen und die Luft komplett ablassen. Dann auf der unteren Seite der Stütze den Sicherungsring entfernen. Die untere Bauteilgruppe kann herausgezogen werden. es tritt etwas Öl aus, das kann mit einem Lappen aufgenommen werden. Nun kann mit einem 10er und einem 11er Gabelschlüssel der Teil, an dem die Leitung hängt (silber) von dem Rest (schwarz) abgeschraubt werden. Hier unbedingt darauf achten, dass der „Stift“, der den Verstellmechanismus im Inneren betätigt nicht herausgezogen wird. Anstelle des alten Teils wird nun der DeHy Adapter aufgeschraubt. 6 Newtonmeter sind das richtige Drehmoment.

Nun wird der untere Teil der wieder zurück in die Stütze geschoben und mit dem Sicherungsring gesichert. Man sollte darauf achten, dass die Seite des Rings mit der schärferen Kante nach unten, also in Richtung Ansteuerung zeigt. Jetzt kann die Stütze wieder mit 200 bis 250 PSI befüllt werden und ist fertig zum Einbau.

Bevor man die Stütze mit dem Seil verbinden kann, muss noch ein Tonnennippel angebracht werden. Dazu sicherstellen, dass beide Enkappen auf Anschlag auf der Hülle sitzen, der Hebel komplett entlastet und das Seil ganz aus der Hülle gezogen ist. Den Nippel aufschieben und im Abstand von genau 12 Millimetern auf dem Seil klemmen. Nun den Nippel einhängen und Endkappe samt Hülle in die Führung einhängen. Überschüssiges Seil abschneiden, Endkappe drauf.

BikeYoke Dehy

Die Stütze ins Sitzrohr schieben, in Höhe und Winkel ausrichten, klemmen. Ausprobieren, notfalls Seilspannung am Hebel nachjustieren (es gibt eine praktische Rändelmutter) oder Höhe anpassen. Dank der guten Anleitung wie auch dem Video ist die Montage kein Problem.

Nun zur Funktion: Was denken wir über BikeYoke DeHy ?

Es gibt nichts zu Meckern. Der Hebel ist für unseren Geschmack deutlich angenehmer zu bedienen als der originale, wir haben sowohl für kleine wie auch große Hände eine optimale Position gefunden. Die Bedienkräfte sind niedrig und der Weg, den der Daumen gehen muss, nicht zu lang. Wir sind seit einigen Wochen mit dem BikeYoke DeHy unterwegs und konnten keinerlei Probleme feststellen. Sollte doch mal ein Problem auftreten, so dürfte es sich vermutlich im Bereich Seilzug abspielen und hier sollte man sich noch einfacher helfen können als bei dem hydraulischen System. Wir würden BikeYoke DeHy empfehlen, zumindest wenn du mit der hydraulischen Anlenkung der Reverb oder der Hebelergonomie nicht glücklich bist – eine neue Stütze ist viel teurer. Die Nachrüstung ist ein gutes Feature und ein Grund mehr eine Reverb zu fahren.

Fazit: BikeYoke DeHy

Pro

Ergonomischer Hebel
Wahrscheinlich weniger Wartung nötig
Sinnvolle Ergänzung zu vorhandenen Stützen

Contra

Umbau nicht von jedem zu leisten
Garantieverlust durch Umbau

Fakten

Produktjahr
2016
Preis
109,90€
Web
Ein echtes Upgrade für die Rock Shox Reverb. Mit dem DeHy von BikeYoke wird man die bei vielen Nutzern eher ungeliebte hydraulische Anlenkung der Stütze los und bestellt man im Set mit dem Triggy bekommt man obendrauf noch einen sehr viel ergonomischeren, sehr schön verarbeiteten Daumenhebel dazu.

über den Autor

Christian Ettl

Christian Ettl ist Zweiradmechanikermeister und Mediengestalter. Er war Chefredakteur der Fahrrad News. Sein Herz schlägt für komplexe technische Sachverhalte rund um das Thema Fahrrad. Am liebsten fährt er Tagestouren auf dem Gravel-Grinder oder genießt gute Abfahrten, gerne auch im Bikepark.

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