Teamvorstellungen 2017: Orica-Scott

Teamvorstellungen 2017: Orica-Scott

Radsport: Alles beim Alten und doch ganz anders? Bei Orica-Scott gibt es abgesehen vom Teamnamen zwar für die kommende Saison nur wenige Veränderungen, aber dennoch könnte das australische Team den Schritt vom Etappenjäger hin zum Top-Team mit Rundfahrt-Ambitionen 2017 endgültig vollziehen.

Orica-Scott 2017: Transfers

Abgänge

Michael Matthews (Team Sunweb)
Christian Meier (Karriereende)
Amets Txurruka (unbekannt)

Zugänge

Carlos Verona (Etixx-QuickStep)
Roman Kreuziger (Tinkoff)
Roger Kluge (IAM Cycling)

Team 2017 (vorläufig)

Michael Albasini
Sam Bewley
Johan Esteban Chaves
King Lok Cheung
Mitchell Docker
Luke Durbridge
Alexander Edmondson
Caleb Ewan
Simon Gerrans
Jack Haig
Mathew Hayman
Michael Hepburn
Damien Howson
Daryl Impey
Christopher Juul-Jensen
Jens Keukeleire
Roger Kluge
Roman Kreuziger
Luka Mezgec
Magnus Cort Nielsen
Rubén Plaza
Robert Power
Svein Tuft
Carlos Verona
Adam Yates
Simon Yates

Orica-Scott 2017: Teamräder und Ausstattung

Wie es der Teamname bereits vermuten lässt, bleibt Radausrüster Scott dem australischen Rennstall auch im kommenden Jahr erhalten – mehr noch, Scott wird ab der nächsten Saison Co-Titelsponsor. Die Siege werden also auch zukünftig auf den Modellem Foil, Addict und Plasma eingefahren. Für Neuzugang Roger Kluge fällt zumindest aus technischer Sicht die Umgewöhnung weg – auch sein voriges Team IAM Cycling, das Ende 2016 aufgelöst wurde, war ebenfalls auf Scott unterwegs.

 

Orica-Scott 2017: Neuer Big Player in den Rundfahrten?

Das australische Team kann nach dem Namenswechsel von Orica-GreenEdge über Orica-BikeExchange bis hin zu Orica-Scott auch auf der Straße auf einige Veränderungen zurückblicken. Bis vor dieser Saison war die Mannschaft eher dafür bekannt, gute Teamzeitfahren zu bestreiten und auf Etappenjagd zu gehen. 2016 jedoch etablierte sich das Team nun auch in den Gesamtklassements dieser Welt. Mit den Yates-Zwillingen und Esteban Chaves hat man nun gleich drei richtig starke Rundfahrer in den eigenen Reihen. Diese sorgten in dieser Saison auch direkt für beeindruckende Ergebnisse. Simon Yates fuhr bei der Vuelta a Espana auf Rang sechs, Bruder Adam bei der Tour de France sogar auf Platz vier. Noch besser machte es nur noch Teamkollege Chaves, der sowohl beim Giro d’Italia, als auch bei der Vuelta a Espana bis aufs Podium sprang. Zum Abschluss des Jahres gewann er dann auch noch den Giro dell’Emilia und die Lombardei-Rundfahrt. Damit ging er in die Geschichte ein, da er als erster Kolumbianer ein Monument des Radsports für sich entscheiden konnte.

Doch auch drei Australier konnten die Landesfarben hochhalten. Caleb Ewan ist der Sprung zu einem Top-Sprinter endgültig gelungen, Simon Gerrans gewann die heimische Tour Down Under und Michael Matthews gewann eine Etappe bei der Tour de France und zwei bei Paris-Nizza. Für ein ganz besonderes Highlight sorgte jedoch ein alter Hase: Mathew Hayman gewann im Alter von fast 38 Jahren den Eintagesklassiker Paris-Roubaix.

Ob all diese Erfolge im Jahr 2017 wiederholt oder gar getoppt werden können, wird interessant zu beobachten sein. Michael Matthews wird dem Team auf jeden Fall fehlen, denn der Australier wechselt als Degenkolb-Nachfolger zu Sunweb-Giant. Simon Gerrans hat bereits in den vergangenen Monaten stark nachgelassen. Der Schritt weg von den Etappenjägern und hin zu den Klassementfahrern scheint bei Orica-Scott nun also tatsächlich vollzogen worden zu sein. Die Ergebnisse und Transfers sprechen Bände. Mit Roman Kreuziger hat man sich nämlich die Dienste eines weiteren guten Bergfahrers gesichert. Gespannt sein dürfen wir daher darauf, wie die beiden Sprinter noch in die Pläne der Mannschaft passen. Magnus Cort Nielsen, der zwei Etappen bei der Vuelta a Espana gewinnen konnte, und Caleb Ewan, der mit fünf Siegen der erfolgreichste Fahrer seines Teams war, werden sicherlich auch bei den großen Landesrundfahrten Ansprüche anmelden. Im Übrigen wird ihnen dabei auch ein Deutscher helfen können: Mit Roger Kluge wird nämlich ein starker Anfahrer zum Team stoßen.

 

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

Erstelle einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.