Rondo Ruut: Neuer Allround-Cross-Gravelracer mit verstellbarer Geometrie
Foto von Michael Faiß

Rondo Ruut: Neuer Allround-Cross-Gravelracer mit verstellbarer Geometrie

Markt: Am gestrigen Abend präsentierte der polnische Hersteller Rondo auf der Beliner Fahrradschau sein erstes Fahrrad überhaupt – das Rondo Ruut ist ein universelles Gravelbike mit üppiger Reifenfreiheit, eigenständigem Design und einigen technischen Finessen.

Auch für uns, die sich Tag ein, Tag aus mit dem Thema Fahrrad beschäftigen, ist es immer wieder auf’s Neue spannend, wenn ein neuer Hersteller den Schritt auf den hart umkämpften Markt wagt. Auf der diesjährigen Berliner Fahrradschau präsentierte der polnische Hersteller Rondo sein erstes Modell überhaupt; das Ruut ist ein universelles Bike, irgendwo zwischen Cross, Gravel, Endurance und Commuter. Spannend finden wir dabei nicht nur, dass das Rad mit Rahmen aus Carbon, Aluminium und Stahl angeboten wird, sondern auch die verstellbare Geometrie macht – zumindest in der Theorie – einen vielversprechenden Eindruck. Die Köpfe hinter Rondo sind übrigens keine Unbekannten und haben bereits bei NS Bikes und Creme Cycles mehr als 15 Jahre Erfahrung in Sachen Fahrradbau gesammelt.

Aber klar – bevor wir zu den technischen Details kommen steht erst einmal die Optik im Mittelpunkt. Hier haben es die Polen geschafft, gleich mit ihrem ersten Modell eine eigene Formsprache zu etablieren, die sich doch deutlich von dem unterscheidet, was man ansonsten so aus diesem Bereich gewohnt ist. Ganz besonders markant ist bei den Carbonrahmen der Knick kurz vor dem Übergang des Oberrohrs zum Sattelrohr. Dieser Kniff hat zwar auch einen technischen Hintergrund – dadurch kann das Sattelrohr nämlich deutlich stärker flexen und das Rad wird damit komfortabler – ist aber durchaus auch eine Art Design-Statement wie man uns gegenüber bestätigte. Man wolle einfach auch zeigen, dass man einen eigenen Rahmen entworfen hat und sich weder bei irgendwelchen Open-Mold Formen, noch bei anderen „Rohling-Herstellern“ bedient hat.

Das gilt im übrigen nicht nur für die Carbonrahmen – auch die Varianten mit Aluminium oder Stahlgeröhr sind komplette Eigenentwicklungen und gleichen in puncto Geometrie ihren Kohlefaser-Pendants. Apropos Geometrie: Die fällt durchaus sportlich aus, mit tiefer Front, kurzen Streben und ein eher kompaktem Oberrohr versprechen die Zahlen ein agiles Fahrverhalten und eine tiefe Sitzposition. Bei der Geometrie kommt auch eine der technischen Finessen des Rondo Ruut zum Tragen: Im Ausfallende der Gabel sitzt ein Flipchip, über den sich die Geometrie des Rahmens mit wenigen Handgriffen verändern lässt.

Durch das simple umdrehen des Chips in der Gabel verändern sich Sitz- und Lenkwinkel um 0,5°, Cockpit und Tretlager kommen tiefer bzw. höher und der Gabelvorlauf verändert sich ebenfalls um 13mm. Ein deutlich spürbar anderes Fahrverhalten dürfte die Folge sein. Eine spannende Sache, die im MTB Bereich schon seit einiger Zeit von dem einen oder anderen Hersteller praktiziert wird, auf der Straße aber (noch?) eine echte Seltenheit ist.

Viel Liebe zum Detail beweist man nicht nur mit farblich auf das Rahmendesign abgestimmten Komponenten – sogar optisch passende Trinkflaschen gehören zum Lieferumfang der Räder. Standardmäßig kommen die Rondo Ruut Modelle mit 700c Laufrädern und Gravelbereifung in 40mm Breite, aber dank des üppigen Platzangebots in Gabel und zwischen den Streben kann man wahlweise sogar 650b Laufräder und Reifen mit einer Breite von bis zu 2,1″ aufziehen. Ein wenig schade finden wir den Verzicht auf Gewindeösen für Schutzbleche und Gepäckträger – damit hätte man den universellen Charakter des Ruut noch zusätzlich unterstrichen.

Die Rondo Ruut Modelle im Überblick

Rondo Ruut CF1

Rahmenmaterial: Carbon
Antrieb: SRAM Force 1

Preis: 3.699€

Rondo Ruut CF2

Rahmenmaterial: Carbon
Antrieb: SRAM Rival 1

Preis: 2.999€

Rondo Ruut ST

Rahmenmaterial: Stahl
Antrieb: SRAM Rival 1

Preis: 2.299€

Rondo Ruut AL

Rahmenmaterial: Aluminium
Antrieb: SRAM Apex 1

Preis: 1.899€

Alle Modelle werden gegen Ende Mai diesen Jahres in Deutschland verfügbar sein und werden über Sports Nut an die Händler vertrieben. Wir bemühen uns Zeitnah um ein Testrad und werden euch unsere ersten Eindrücke vermitteln.

Web

www.rondo.cc

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

2 Kommentare

  1. Sven

    Kleine Anmerkung: Es heißt Nachlauf, nicht Vorlauf. Das Vorderrad läuft seiner Lenkachse nämlich hinterher, nicht vornweg, wie auch in der Zeichnung deutlich zu erkennen ist (englisch „to trail“, verfolgen/schleppen).
    Das ist nicht zu verwechseln mit der Gabelvorbiegung, obwohl sie den Nachlauf erzeugt: Je weiter die Gabel vorgebogen (bzw. im Kopf nach vorn „geknickt“) ist, desto kürzer wird der Nachlauf.
    Ein langer Nachlauf stabilisiert die Lenkung und fördert den Geradeauslauf, macht aber im Zusammenspiel mit dem Lenkwinkel ab einem gewissen Punkt das rad auch lenkunwillig und träge. Ein „Vorlauf“ würde das Vorderrad bei jedem Lenkimpuls und jeder Unebenheit zum „Umschlagen“ zwingen wollen, was natürlich niemand will.

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