81. Flèche Wallonne: Alejandro Valverde fährt in einer anderen Liga

81. Flèche Wallonne: Alejandro Valverde fährt in einer anderen Liga

Radsport: Wenig überraschend hat Alejandro Valverde (Movistar) die 81. Austragung des Flèche Wallonne gewonnen. Der Spanier triumphierte zum fünften Mal an der Mur de Huy und ließ dabei seinen Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance. Rang zwei sicherte sich Daniel Martin (Quick-Step Floors). Der Schweizer Michael Albasini (Orica-Scott) wurde fünfter. Überraschend stark präsentierte sich auch der junge Edward Teuns (BMC), der das Podium komplettierte. Das Team Quick-Step Floors hat mit einer Attacke 29 Kilometer vor dem Ziel einen weiteren taktischen Kniff versucht. Bob Jungels (Quick-Step Floors) wurde jedoch in der Mauer frühzeitig gestellt.

Nils Politt versucht sich als Ausreißer

Heute Morgen um 11:10 haben sich die Fahrer auf ihre Sattel geschwungen. Der 81. Wallonische Pfeil begann in Binche  und führte die Fahrer über eine Distanz von mehr als 200 Kilometern nach Huy. Bei leicht sonnigem, aber kühlem und trockenem Wetter plätscherte das Rennen zunächst vor sich hin. Eine sechsköpfige Spitzengruppe bildete sich, zu der sich auch der deutsche Nils Politt (Katusha-Alpecin) zählen durfte. Obwohl sie einen Vorsprung von mehreren Minuten erhalten hatten, waren sie nie eine ernsthafte Option für den heutigen Sieg. Das Team Movistar kontrollierte das Tempo über weite Strecken. Kein Wunder, denn ihr Kapitän Alejandro Valverde konnte dieses Rennen bereits viermal gewinnen. Er gilt Jahr für Jahr als Favorit Nummer eins im Kampf um den Sieg beim Flèche Wallonne.

Flèche Wallonne 2017 Quick Step
Das Team Quick-Step Floors forcierte das Tempo bei der zweiten Überfahrt der Mur de Huy drastisch.

Quick-Step Floors versucht es erneut frühzeitig

Einige Teams haben sich deshalb die Frage gestellt, wie man diesen Alejandro Valverde schlagen könnte. Als die Mur de Huy 29 Kilometer vor dem Ziel zum zweiten Mal überquert werden musste, hat sich das Team Quick-Step Floors darum etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit der halben Mannschaft forcierten sie das Tempo. Oben angekommen nahmen sie Geschwindigkeit heraus und ließen Bob Jungels attackieren. Der gute Zeitfahrer schloss zu Alessandro De Marchi (BMC) auf, der sich zu dieser Zeit als Solist vorn befand. Das Team Movistar musste sich zunächst wieder neu formieren und nahm dann die Verfolgung auf. Nach kürzester Zeit verabschiedeten sie sich jedoch von der Spitze und ließen Orica-Scott für Michael Albasini die Nachführarbeit nahezu allein übernehmen. In einer kleinen Abfahrt rund zehn Kilometer vor dem Ziel ließ der Luxemburgische Meister Jungels seinen Begleiter De Marchi stehen, der kurz darauf vom Peloton eingesammelt wurde.

Flèche Wallonne 2017 Alejandro Valverde

Alejandro Valverde ist in der Mur de Huy einmal mehr unschlagbar

Bob Jungels fuhr als erster in die Mur de Huy hinein, jedoch betrug sein Vorsprung auf das Hauptfeld nur noch ca. 20 Sekunden. Somit war er chancenlos. Er wurde bereits in der Mitte des Berges gestellt und landete am Ende nur auf Rang 39. Die Favoriten belauerten sich. David Gaudu (FDJ) attackierte zuerst, doch Alejandro Valverde heftete sich sofort an sein Hinterrad. Schließlich zog der Spanier vorbei und trat in seiner unnachahmlichen Art und Weise an. Sofort klaffte eine Lücke zwischen ihm und dem Rest. Der Sieg war vergeben. Alejandro Valverde gewinnt zum fünften Mal den Flèche Wallonne. Dahinter kämpften auf den letzten Metern mehrere Fahrer um die Plätze. Daniel Martin setzte sich schließlich durch und sicherte sich Rang zwei vor Dylan Teuns (BMC). Dahinter folgte Sergio Luis Henao (Sky) vor Michael Albasini (Orica-Scott).

Flèche Wallonne 2017 Alejandro Valverde

Ergebnis des 81. Flèche Wallonne 2017

PlatzFahrerLandTeamZeit
1.Alejandro ValverdeSpanienMovistar5:15:37
2.Daniel MartinIrlandQuick-Step Floors+0:01
3.Edward TeunsBelgienBMCst
4.Sergio Luis HenaoKolumbienSkyst
5.Michael AlbasiniSchweizOrica-Scottst
6.Warren BarguilFrankreichSunwebst
7.Michal KwiatkowskiPolenSkyst
8.Rudy MolardFrankreichFDJst
9.David GauduFrankreichFDJst
10.Diego UlissiItalienTrek-Segafredost

Flèche Wallonne 2017 Daniel Martin Alejandro Valverde Edward Teuns

über den Autor

Michael Behringer

Im Jahr 1996 hat Michael Behringer seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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