Test: Conway GRV 1200C – Läuft!

Test: Conway GRV 1200C – Läuft!

Test: Das Conway GRV 1200C zählt zur Gattung der Gravelbikes, einer Kategorie die man in naher Zukunft genauer im Visier haben sollte, denn hier wird sich wohl noch einiges tun. Von Straße bis Schotter soll mit einem Bike wie dem Conway alles möglich sein. Ob das stimmt? Wir finden es in unserem Test heraus.

Conway ist ein junges deutsches Fahrradlabel und hat von Hardtail bis Fully, von E-Bike bis Gravelrenner alles zu bieten, was man als ambitionierter Freizeitsportler in seinem Repertoire an Zweiradsportgeräten braucht. Die GRV Serie kommt für dieses Jahr fresh und brandneu out of the Box, wird in vier verschieden Ausstattungsvarianten, den Materialien Alu und Carbon und im Preiskorridor von 1299 – 2899 Euro angeboten. Das 1200C ist das Topmodell dieser Serie, hat einen leichten Carbonrahmen und wurde mit ausgewählten Teilen aus dem Hause Sram und DT Swiss bestückt.

Bei einigen wird diese Serie für den Aha-Effekt und jede Menge Grinsen sorgen, soviel schon mal vorab.

Conway GRV 1200C: Rahmen und Verarbeitung

Schon auf ersten Blick wirkt der Carbonrahmen sehr gut verarbeitet, bei genauerer Betrachtung manifestiert sich dieser Eindruck, denn es wurde auf beste Qualität bei den Formen und Übergängen geachtet welche ihm ein kantiges und maskulines Auftreten verleihen.

Alle Züge verlaufen gut geschützt im Inneren des Rahmens, was eine cleane und aufgeräumte Optik des Komplettrades erzeugt. Sollte sich die Kette einmal vom Ritzel verabschieden wird mit aufgeklebten Rahmenschutzfolien Kratzern und Schäden vorgebeugt. Lediglich am Unterrohr könnte eine Steinschlagfolie zusätzlich nicht schaden, da auf Schotter die Steine gerne mal an selbigen schlagen.

Durch zusätzlich angebrachte Gewindeinserts an der Gabel und am unterem Ende des Sitzrohres können zwei Schutzbleche montiert werden, um es auch bei Regen krachen lassen zu können. Die Laufräder werden durch zwei Steckachssyteme mit einer 15mm Achse vorne und einer 12×142 hinten in die Mangel genommen und sorgen dadurch für die nötige Steifigkeit des Rades. Alles in Allem ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild aus Farben, Formen und Übergängen.

Conway GRV 1200C: Geometrie

Die Geometrie des Gravelbikes würden wir als kompakt und durch die eher aufrechte Sitzposition als komfortabel beschreiben. Vergleicht man Geo-Daten anderer Hersteller von Rädern dieser Kategorie liegt das Conway mit dem agilen kurzen Hinterbau und einem langen Steuerrohr und der Sitzposition voll im Trend der Alleskönner.

Geometrietabelle Conway GRV 1200c

5053545759
Sitzrohr (in mm)470490510530550
Oberrohr horizontal (in mm)523530540570590
Steuerrohr (in mm)125135145180190
Kettenstrebe (in mm)412412412412412
Radstand (in mm)98298498610011021
Lenkwinkel (in °)71.571.5727373
Sitzwinkel (in °)74.373.872.57373
Reach (in mm)372371374387403
Stack (in mm)540550561598607

„Läuft!“ lautet das Kredo des GRV 1200, denn diese Eigenschaft kann man ihm vollsten zusprechen. Es rollt über den Asphalt genau so geschmeidig wie über Schotter oder Feldwege. Die Laufruhe wird durch großvolumige Reifen generiert welche mit großzügiger Reifenfreiheit durch den Rahmen rotieren.

Conway GRV 1200C: Ausstattung

Müsste man die Ausstattung in zwei Worte fassen würden wir diese mit hochkarätig und zeitgemäß betiteln. Die komplette Sram Force Gruppe bestehend aus 1×11 fach Antrieb mit Carbonkurbelsatz, SRAM Force1, Type 2.1 Schaltwerk, SRAM PG1130, 11-42 Z. und der dazugehörigen Force Bremse mit 140mm Scheiben ist modern, funktioniert wie am Schnürchen und ist aufeinander abgestimmt um einem dadurch die bestmögliche Performance zu bieten.

Gerollt wird auf 28×1,35 G-One Reifen welche der DT SWISS R32 Alu-Laufradsatz aufnimmt. Lenker, Vorbau und Sattelstütze kommen von ONE, der Sattel von Fizik.

Conway GRV 1200C: Fahreindruck

Als ambitionierter Freizeitsportler hätte man vor dem Gravelbikezeitalter zwei Räder für das gleiche angepeilte Spektrum benötigt, einen Renner für die Straße und einen Crosser für die Offroadsession.
Das GRV von Conway schafft in unseren Augen den Spagat zwischen diesen beiden Kategorien und platziert sich genau hier zwischendrin….ein Alleskönner eben.

Wenn es darum ging die Kilometeranzeige des Fahrradcomputers raufzuschrauben und Strecke zu machen muss man einfach den Reifendruck erhöhen, schon kommt das obige Kredo wieder ins Spiel: Es läuft und läuft und läuft.

Conway GRV 1200C

Durch die großvolumigen Reifen mussten wir auch nicht wie mit dünnen Teerschneidern gewohnt vor jedem Kopfsteinpflaster oder einer schlechten Straßen ein Stoßgebet nach oben schicken, damit unsere untere Hälfte dabei keinen Schaden nimmt.

Der Komfort ist durch den Carbonrahmen in Kombination mit den Reifen ein weitaus größerer als bei einem Rennrad, so fühlt sich das Rad auf Schotter gleichermaßen wohl wie auf Asphalt.

Verringert man im Gelände zusätzlich den Luftdruck erzeugen die G-ONE Reifen einen hervorragenden Grip und vermitteln dadurch einiges an Sicherheit. Die Sram Force Bremse produziert jederzeit eine präzise, fein dosierbare und kraftvolle Verzögerung, bei Regen ebenso wie im trockenen.

Wer schon eine SRAM Schaltung gefahren hat weiß wie knackig sich die Gänge wechseln lassen und wie schnell die Kette von A nach B wandert, ohne den Schalthebel dabei meilenweit durchdrücken zu müssen.

Geht es um die Beschleunigung und die Endgeschwindigkeit über längeren Zeitraum stellen sich kleinere Einbußen aufgrund der doch etwas kleineren Bandbreite der 1×11 fach Gruppe ein. Wenn man aber kein Vollblutracer ist wird einen das auch nicht wirklich stören.

Fazit: Conway GRV 1200C

Pro

+ Verarbeitung und Ausstattung
+ Gutes P/L-Verhältnis
+ Moderne Geometrie

Contra

- Unterrohr ohne Rahmenschutz

Fakten

Modelljahr
2017
Rahmenmaterial
Carbon
Bremse
Scheibenbremse Hydraulisch
Gewicht
8,2kg
Preis
2.899,95€
Web
EnduranceRace
 
Alles in Allem würden wir sagen ist der Auftakt des Conway GRV 1200 in der Gravityscene mehr als gelungen, ein Allrounder der auf jedem Terrain seine ihm gegebenen Gene auspielen kann und in jeder Lage Lust auf mehr macht. Die 2899 Euro empfinden wir bei der Qualität und der hochkarätigen Ausstattung sehr fair kalkuliert.

über den Autor

Daniel Hanusch

Daniel Hanusch war in der Vergangenheit immer wieder als Amateur bei Downhill- und Endurorennen unterwegs und belegte u.a. bei den Worldgames Saalbach den zweiten Platz. Inzwischen ist er meist mit dem Enduro unterwegs, immer auf der Suche nach dem nächsten Trail.

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