Test: Rotor Q-Rings – Runder Tritt dank ovaler Form
Foto von Michael Faiß

Test: Rotor Q-Rings – Runder Tritt dank ovaler Form

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Test: Gemeinsam mit der Rotor 2InPower Kurbel hatten wir die Möglichkeit, auch die beliebten Rotor Q-Rings zu testen. Der Hersteller verspricht dabei eine bessere Performance, gesteigerte Leistung, reduzierte Ermüdung sowie eine geringere Kniebelastung. 

Rotor Q-Rings – Wie soll ein ovales Kettenblatt für einen runden Tritt sorgen?

Rotor Q-Rings

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns erst einmal kurz mit der Funktionsweise der Rotor Q-Rings beschäftigen. Durch die ovale Form haben die Kettenblätter im Bereich des größten Hebels, also zum Zeitpunkt der maximalen Krafteinleitung, eine größere Übersetzung und verlängern damit die Druckphase. Im Bereich des sogenannten Totpunktes des Kurbelarms, wo am wenigsten Druck aufs Pedal gebracht werden kann, wird durch eine kleinere Übersetzung der Totpunkt schneller überwunden. Durch dieses System verspricht man sich eine deutlich höhere Effizienz, da man aus jedem Tritt mehr rausholen kann. Denn in der Phase, in der man mehr Kraft auf das Pedal bringen kann, wird diese auch direkt genutzt und Phasen mit geringerer Kraft kann man schneller überwinden. Dadurch wird die eingeleitete Kraft deutlich gleichmäßiger verteilt und man erhält einen runderen Tritt.

Rotor Q-Rings – Optimale Einstellung mit Hilfe der Rotor App

Rotor Q-Rings

Die Rotor Q-Rings bieten jedem Fahrer die Möglichkeit, an die individuellen Bedürfnisse angepasst zu werden. Hierfür gibt es fünf verschiedene Stellungen die gewählt werden können. Verfügt man über eine Rotor 2InPower Kurbel kann man die eigene Rotor App nutzen und so eine detaillierte Analyse der Tretbewegung vornehmen. Die Analysesoftware kann ganz einfach in den gängigen Appstores heruntergeladen werden. Im Anschluss muss man nur den 2InPower Leistungsmesser via Bluetooth mit bspw. dem Smartphone koppeln. Die App ermittelt die eingebrachten Kräfte innerhalb einer 360° Rotation. Daraus ergibt sich in kürzester Zeit eine Empfehlung für die korrekte Positionierung des Q-Rings. Im nächsten Schritt wird der Q-Ring an der empfohlenen Position montiert und der Test wiederholt. Im Normalfall bestätigt die Software nun die gewählte Position anhand der neuen Messdaten. Dies ist wirklich Technik auf höchstem Niveau.

Rotor Q-Rings

Wer lieber seinem Gefühl vertraut oder ohne passenden Rotor Powermeter ausgestattet ist, der kann über einige Testfahrten ebenso leicht die passende Position finden. Ausgehend von einer Standardposition, arbeitet man sich über die Fahrten an die perfekte Einstellung heran. Viele Fahrer haben sich bereits nach einer kurzen Ausfahrt an die neuen Kettenblätter gewöhnt. Wir empfehlen einen Wechsel von runden zu ovalen Kettenblättern jedoch nicht während der Hochsaison vorzunehmen, sondern lieber auf die nächste Vorbereitungsphase zu warten. Leider konnten wir auch aus diesem Grund die Q-Rings nicht gemeinsam mit dem Rotor 2InPower bei den Deutschen Zeitfahrmeisterschaften testen, da die Zeit für eine Anpassung zu kurz gewesen wäre. Dennoch haben wir im Vorfeld einige Ausfahrten mit den Q-Rings unternommen und tatsächlich fühlt sich nach einiger Zeit der Tritt geschmeidiger an. Ob man mit den ovalen Kettenblättern jedoch tatsächlich Watt sparen oder rausholen kann, können wir mit unseren Möglichkeiten nicht beurteilen. Was man aber sicher sagen kann ist, dass man mit den Rotor Q-Rings sehr schnell zu einem schönen, gleichmäßigen Tritt kommen kann.

Rotor Q-Rings

Rotor Q-Rings vs. Biopace

Bereits seit den 80er Jahren gibt es ovale Kettenblätter. Shimano versuchte sein Glück mit dem Biopace-System – und scheiterte. Ein biomechanischer Konstruktionsfehler machte den theoretischen Vorteil zunichte und ist auch heute noch in den Köpfen vieler Radsportler verankert. Leider, denn die Rotor Q-Rings haben das seinerzeit gesetzte Ziel erreicht…

Foto: Rotor/ACS

Grundsätzlich war der Gedanke bei der Entwicklung der Biopace ähnlich wie bei den Rotor Q-Rings. Es wurde aber genau anders herum entworfen und konnte sich daher nicht durchsetzen. Am obigen Schaubild kann man die jeweilige Funktion gut erkennen.

Fazit: Rotor Q-Rings

Pro

Individuelle Einstellmöglichkeiten
Wird durch App ergänzt
Hochwertige Verarbeitung

Contra

Preis

Fakten

Produktjahr
2017
Preis
180 €
Web
Die Rotor Q-Rings verfolgen einen ganz logischen Ansatz und setzen ihn gekonnt in die Praxis um. Durch die passende Rotor App kann man die Kettenblätter individuell optimal einstellen, um so den größten Vorteil zu erhalten. Die ovale Form fährt sich angenehm und ermöglicht einen runderen Tritt, Leistungsvorteile konnten wir mit unseren Möglichkeiten schwer nachverfolgen.

über den Autor

Florian Nowak

Florian Nowak ist Radprofi auf EuropeTour Ebene und war schon bei vielen internationalen Rennen am Start. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 war er bester nicht WorldTour Profi auf Platz 7 und konnte sich somit für die Tour de L’Avenir und die Weltmeisterschaften empfehlen. Er fühlt sich aber nicht nur auf dem Rennrad wohl, immer wieder zieht es ihn auch ins Gelände. Neben dem Sport arbeitet er an seinem zweiten Standbein und hat sein BWL Studium an der LMU München abgeschlossen.

4 Kommentare

  1. Andreas

    So etwas gab es schon vor vielen Jahren von Shimano. Damals hieß es BioPace.
    Hat sich aber nicht durchgesetzt.
    Zu Aneignen des runden Tritts vielleicht ganz nett…, wenn ich den runden Tritt beherrsche, brauche ich das Blatt nicht mehr.

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  2. Mario

    Servus, euer Linke bezüglich der Firma ROTOR ist leider falsch.
    Richtig wäre rotorbike.com oder rotorbike.com/de, dann wäre die Seite auch gleich in Deutsch 😉

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  3. Thomas

    Hallo Florian,

    Ich fahre quasi die Rotor 3D Q-rings seid der ersten Stunde seid, 2011 damals war sie noch gute 50Euro günstiger wie heute mit Kurbel, die Kurbel ist am teuersten! Ich muss auch viele erklären das die Q-rings mit dem damaligen Bio Space nix zu tun haben! Der große Vorteil bietet aber die Q-rings am Berg, den dort braucht man die meiste Kraft, und man hat stets immer (wie sage ich es immer so schön) Drehmoment, durch den nicht vorhanden 0 Punkt, beim Velo! Beim TriBike merke ich nur auf längere Strecken das ich weniger Kraft brauche das ich dann beim laufen besser vom Rad komme! Hätte aber mal den Vergleich Test mit den osymetrik Kettenblätter gerne mal gehabt! Kette rechts, Thomas

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