Vuelta a España Rückblick: Die 5 größten Highlights der Rundfahrt

Vuelta a España Rückblick: Die 5 größten Highlights der Rundfahrt

Radsport: Die 72. Austragung der Vuelta a España ging am Sonntag Abend zu Ende. Drei harte Wochen liegen hinter den Fahrern. Wir blicken zurück auf die 5 größten Highlights der Rundfahrt.

Seriensieger Matteo Trentin avanciert zum neuen Topsprinter

Dass bei der Vuelta a España die weltbesten Sprinter nicht am Start stehen, ist 2017 nicht zum ersten Mal der Fall gewesen. So konnte sich ein Fahrer ins Rampenlicht sprinten, der in einem Massensprint ansonsten nicht einmal die zweite Wahl seiner Mannschaft ist. Matteo Trentin (Quick-Step Floors) war bei der Vuelta a España 2017 der Star seines Teams. Er gewann zwei Massensprints und zweimal als Ausreißer. Auch die Schlussetappe in Madrid konnte er gewinnen. Mit dem Punktetrikot hat es leider nicht geklappt. Chris Froome (Sky) wollte auch diese Wertung für sich beanspruchen und sicherte sie sich mit zwei Punkten Vorsprung. Nach sechs Jahren beim belgischen Team Quick-Step wird Trentin übrigens nächste Saison für eine andere Equipe fahren. Der Italiener hat sich die Mannschaft Orica-Scott ausgesucht – schon vor der Vuelta a España. Die Australier werden sich bestimmt freuen …

Stefan Denifl überrascht als Bergziege

Als sich Stefan Denifl (Aqua Blue Sport) auf der 17. Etappe in die Ausreißergruppe schlich, rechnete auf Grund des schweren Schlussanstiegs wohl niemand ernsthaft mit einem Erfolg des Österreichers. Die Zusammensetzung der Gruppe ließ eigentlich nur diesen Schluss zu, denn mit Daniel Moreno (Movistar) befand sich jemand bei Denifl, der genau solche harten Berge liebt. Doch Denifl glaubte an sich. Er löste sich zunächst zusammen mit Moreno von den anderen vier Begleitern und ließ dann auch den Spanier stehen. Denifl fuhr zum ersten österreichischen Etappensieg bei einer Vuelta a España seit Max Bulla im Jahr 1935. Das war der is dato größte Erfolg in der Karriere von Stefan Denifl. Auch für sein Team Aqua Blue Sport bedeutete dieser Tagessieg bei einer Grand Tour sehr viel.

Der große Zeitverlust von Chris Froome

Die 17. Etappe war nicht nur eine besondere für Österreich und Stefan Denifl, sondern auch für den Verlauf der Vuelta a España insgesamt – zumindest hofften das einige Zuschauer. Denn der Leader Chris Froome (Sky) erlebte auf dieser Etappe seinen mit Abstand schwächsten Tag. Er konnte im steilen Schlussanstieg nicht mehr folgen. Am Ende des Tages verlor er über 40 Sekunden auf Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida). Die Rundfahrt schien auf einmal wieder spannend zu sein. Was war los mit Chris Froome? Sollte der Mann im Roten Trikot nun auf den letzten Etappen doch noch einbrechen? Fehlanzeige! Froome hatte nur einen schlechten Tag. Auf der vorletzten Etappe rückte er die Verhältnisse wieder gerade. Er gewann die Vuelta nach drei zweiten Plätzen zum ersten Mal. Damit gelang ihm das Double Tour/Vuelta. Geschafft haben dieses Kunststück vor ihm lediglich die Franzosen Jacques Anquetil 1963 und Bernard Hinault 1978.

10 von 21 Etappen gingen an zwei belgische Teams

Als Dominator der drei Grand Tours im Jahr 2017 muss das Team Quick-Step Floors bezeichnet werden. Die belgische Mannschaft gewann beim Giro d’Italia mit Fernando Gaviria und bei der Tour de France mit Marcel Kittel zahlreiche Teilstücke im Massensprint. Auch bei der Vuelta a España dominierten sie die Sprintankünfte. Matteo Trentin gewann direkt vier Etappen. Hinzu kommen die Tagessiege von Yves Lampaert und Julian Alaphilippe. Damit gewann Quick-Step Floors sage und schreibe 16 Etappen bei den drei Grand Tours 2017. Eine weitere belgische Mannschaft konnte viermal bei der Vuelta a España gewinnen. Für Lotto Soudal triumphierten Sander Armée, Thomas De Gendt und zweimal Tomasz Marczynski. Fast die Hälfte aller Tagessiege gingen damit an die beiden belgischen Teams.

Der Bilderbuch-Abschied von Alberto Contador

Die 20. Etappe der Vuelta a España 2017 sollte eine ganz besondere werden. Dies haben sich die Veranstalter natürlich so gedacht, weil das Teilstück über den gefürchteten Alto de L’Angliru führte. Nicht rechnen konnten sie jedoch mit diesem Bilderbuch-Abschied von Alberto Contador. Der Spanier kündigte vor dem Start der Vuelta sein Karriereende an und wollte hier noch ein letztes Feuerwerk entfachen. Dies gelang ihm. Er fuhr in der Gesamtwertung auf Rang fünf und gewann die besagte Königsetappe hinauf zum Angliru. Mit seinen ständigen Attacken auf nahezu jeder Etappe hielt er das Rennen spannend. Als das Peloton auf der letzten Etappe in Madrid einfuhr – der Geburtsstadt von Contador – durfte er sich feiern lassen. Es flossen Tränen bei ihm, einigen Mannschaftskollegen und vielen Fans. Mit Contador hing am Sonntag ein ganz prominenter Fahrer des 21. Jahrhunderts sein Rad an den Nagel.

über den Autor

Michael Behringer

Im Jahr 1996 hat Michael Behringer seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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