Diana Riesler

Diana kommt aus einem kleinen Dorf im Herzen von Thüringen und ist diplomierte Forstingenieurin. Erst mit 22 absolvierte sie ihren ersten Triathlon doch dann ging es rasend schnell: Studienabschluss, Profi, Weltspitze in nur ein paar Jahren. Als mehrfache Deutsche Meisterin, ETU Europameisterin auf der Langdistanz 2013 und die Siegerin des Ironman Malaysia 2014 heißt das logische Ziel für 2015 Hawaii. Mit einem Rad-Split von 4:43h ist sie auf dem Rad eine der schnellsten Frauen im Triathlonsport. Seit 2015 startet sie für das neue TeamTriPep und wird von Jo Spindler trainiert.

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November, 2015
  • 16:06

    Diana Riesler: Von der Enttäuschung zum großen Erfolg

    Die Enttäuschung sitzt tief. Was genau ist, weiß ich nicht. Was ich weiß, dass es mir nicht gut geht und ich nach dem Radfahren entkräftet aufgeben muss. Liegt es an mir? Warum ging einfach nichts? Der Ironman Hawaii soll einfach noch nicht mein Rennen sein. Die Tage nach dem Rennen geht es mir nicht wirklich besser. Gliederschmerzen, schlaflose schweißgebadete Nächte. Aber viel Zeit, sich darum zu kümmern, gibt es nicht. Bereits zwei Tage nach dem Rennen sitze ich im Flieger nach Thailand, um mich im Thanyapura Sport Resort auf den IM Malaysia vorzubereiten. Keine Ahnung wie ich dieses Rennen machen soll. Die Schmerzen gehen nicht wirklich weg. Wir treffen Freunde und deren erste Reaktion ist, dass es sich nach Dengue Fieber anhört. Zwei Tage später kommt von Ironman eine Mail, dass sich bitte alle melden sollen, die diese Symptome haben, da Dengue Fieber auf Hawaii ausgebrochen ist. Auf der einen Seite fällt mir ein Stein vom Herzen, dass es nicht an mir lag. Auf der anderen Seite is

September, 2015
  • 10:11

    Diana Riesler: ‚Queen of Poland‘

    Der Bann, auch gute Rennen über die Mitteldistanz zu machen, ist nun endgültig gebrochen. Jahrelang habe ich mich einfach nicht auf dieser Distanz zurechtgefunden. Zwar war ich schon Mal Deutsche Meisterin auf der Mitteldistanz (2010), aber meine Zeiten waren nicht gut: Immer war die doppelte Zeit meiner Mitteldistanzrennen langsamer als die Gesamtzeit bei einem Rennen über die Langdistanz. Zwar konnte ich ab und an bei einem Half-Challenge Rennen gute Leistungen abrufen, aber bei einem Ironman 70.3 gelang mir das bisher nie. Für mich selbst überraschend, konnte ich Ende Juli die Half-Challenge Poznan mit einem starken Lauf gewinnen. Das gab mir viel Selbstvertrauen und so steckte ich mir ein neues Ziel: Den IM 70.3 Gdynia zu gewinnen. Leichter gesagt als getan: Zwischen den beiden Rennen liegen nur zwei Wochen. Die Beine kommen ewig nicht in Gang. Mein Schwimmen in Poznan war nicht gut. Coach Jo und ich verbringen viel Zeit am und im Pool, machen Fehleranalyse und es dauert fast eine

August, 2015
  • 15:43

    Diana Riesler: Unerwarteter Triumph

    In meinem Kopf sind noch die Erinnerungen aus 2014: Minusgrade, Regen, Schnee und schwierige Bedingungen fürs Schwimmtraining. Eigentlich stand für mich fest, dass ich nicht mehr hier hoch nach St. Moritz kommen möchte. Nun hat mich Jo doch überredet. Wir packen alles ins Auto und fahren via Auto und Fähre von Mallorca 1500km quer durch Europa. Da es sich super mit der Reise verbinden lässt, mache ich den Chiemsee Triathlon mit. Leicht gerädert kommen wir nach langer Fahrt in Deutschland an. Auch wenn es nicht ganz zum Sieg reicht, bin ich mit meiner Lauf- und Radleistung happy an diesem Tag. Trotzdem gibt es nichts, worauf ich mich ausruhen könnte und so geht es schon am nächsten Morgen weiter ins Höhentrainingslager nach St. Moritz. Dort angekommen, kann ich es kaum glauben: Die Sonne scheint; es hat weit über 30 Grad; es gibt eine fantastische neue Schwimmhalle; ich freue mich, Brett Sutton wieder zu sehen. Kurz: Alle Bedenken die ich vom letztjährigen Aufenthalt mitgebracht habe, l

Juni, 2015
  • 16:15

    Diana Riesler: Der große Triumph auf Lanzarote

    Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust bei diesem Wetter auf mein neues Rad zu steigen. Aber mein Coach Jo sitzt neben mir im Auto und sagt, dass das hier ein Stück ist, das ich vor dem Ironman Lanzarote abfahren sollte. Widerwillig steige ich aus und hole mein Fuji Norcom aus dem Kofferraum. Obwohl ich nur ein konservatives Set-Up gewählt habe (danke an DTSwiss, die mir in letzter Sekunde noch ein flaches 39er Vorderrad geschickt haben), zerrt der Wind am Rad und lässt es hin und her flattern. Aber ich muss dieses Teilstück der Wettkampfstrecke wohl abfahren – am Renntag sind ebenso Windspitzen bis 50km/h angesagt. Umso erstaunter bin ich dann, dass es auf dem Rad mich an manchen Stellen zwar beutelt, aber ich habe mit viel mehr Schwierigkeiten gerechnet. Als ich dann jedoch die Feuerberge hoch fahre, will ich nicht mehr: Kein Wattmesser, bergan, 40km/h Gegenwind, ich komme kaum vom Fleck. Aber der Coach besteht darauf, dass ich die geplanten 90 Minuten voll mache, es komme auch noc

Mai, 2015
  • 18:30

    Diana Riesler: Neues Spielzeug und Ironman 70.3 Mallorca

    Zurück aus Südafrika warten viele neue Dinge auf mich. Es ist fast wie Ostern und Weihnachten an einem Tag – halt nur für Triathleten. Aber bevor ich mich so richtig freuen darf, fährt mein Körper erst einmal in den Boxenstopp. Zwei Wochen kämpfe ich mit einer hartnäckigen Grippe. Der Weg zurück ins Training wird dadurch richtig schwer. Die Zeiten sind in allen drei Disziplinen langsamer als noch vor 4 Wochen. Doch diese Auszeit ist vielleicht genau der richtige Zeitpunkt mein neues Material genauer unter die Lupe zu nehmen und alles akribisch vorzubereiten. Da bin ich verdammt glücklich, dass Jo auf dem Gebiet Spezialist und Perfektionist ist! Die große Herausforderung ist, mich von meinem 26 Zoll Rad, auf dem ich nahezu perfekt sitze, auf ein 28 Zoll Rad zu setzen. Anfang diesen Jahres konnte ich Fuji Bikes als Radsponsor gewinnen. Trotzdem steht für mich von Anfang an fest, dass ich das neue Rad nur fahren werde, wenn ich keine aerodynamischen Nachteile zu meiner alten Rennmaschine

April, 2015
  • 12:39

    Diana Riesler: Ironman Südafrika

    Was ist das für ein Gefühl! Endlich darf ich wieder in dem für mich schönstem Land sein: Südafrika. Ihr werdet jetzt sicherlich mit dem Kopf schütteln und es nicht ganz nachvollziehen können. Jedoch ist dies für mich lange Zeit das Land gewesen, wo ich beim An- und Abreisen jedes Mal Tränen in den Augen hatte. Leider ist Südafrika krisengebeutelt, aber die Menschen sind einzigartig. Wildfremde Menschen haben mich aufgenommen und das Motto war stets: „My castle is your castle“. Und das ist nicht einfach nur so dahin gesagt. Seitdem gehöre ich zur Familie. Umso größer ist meine Freude, dass der Ironman Südafrika mein erstes Rennen in dieser Saison ist. Allerdings muss ich die Reise auf ein Minimum von acht Tagen zusammenstreichen: Zwei Tage hin (Mallorca – München – Dubai – Johannesburg – Port Elizabeth = ganz schön anstrengend) vier Tage in Südafrika und gleich nach dem Rennen wieder Retour! Gerne würde ich länger bleiben, aber der Ausflug nach Südafrika ist keine Urlaubsreise, ich will

März, 2015
  • 12:20

    Diana Riesler: Nachhilfestunden gegen Trainingsmonotonie

    Mein Training lief in den vergangenen Wochen sehr gut. Vor allem ist es viel Training. Und der täglich gleiche Ablauf von Schlafen, Essen und Trainieren wird nach ein paar Wochen recht monoton. Zumal ich nach der letzten Einheit zu müde und leer bin, um etwas zu unternehmen oder zum Beispiel mein Spanisch zu verbessern, was dringend notwendig wäre. Eine willkommene Abwechslung ist da der Besuch von Mischa, einem 15-jährigen Nachwuchsradfahrer, den Jo trainiert. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern besucht er uns für ein einwöchiges Trainingscamp. Die gemeinsamen Ausfahrten gehen gut. Nur diverse Straßengräben üben eine wundersame Anziehungskraft auf Mischa aus. Da merkt man wohl, dass Mischa drei Monate praktisch ausschließlich auf der Rolle im heimischen Keller trainiert hat. Dank seiner Radbeherrschung kommt er aber immer wieder heil auf die Straße zurück. Mit einem reinen Radfahrer im Haus, wird mir wieder bewusst, wie zeitaufwändig unser Triathlon-Training ist. Frühs um

Februar, 2015
  • 12:12

    Diana Riesler: Die Radsportlerin in der Triathletin

    Nach einem harten morgendlichen Schwimmprogramm stehen fünf Stunden Radfahren auf dem Plan. Nur 15 Kilometer von unserem Wohnort entfernt soll die Zielankunft der ersten Etappe der Vuelta de Mallorca sein. Mit etwas Rechnerei lege ich unsere Trainingsrunde so, dass Markus und ich genau zur Zielankunft in Campos sind. Als wir in die Stadt kommen, ist alles ruhig. Es fühlt sich nicht nach einem großen Rennen an. Dabei sind alle großen Pro Tour Teams am Start. Wir irren ein wenig in Campos herum und plötzlich stehen wir vor einer Straßensperre. 200 Meter weiter hinten lugt der erste Teambus um die Ecke. Und gleich dahinter schon der Zielbereich mit all den Leuten, die wir in der Stadt vermisst haben, eine riesige Zuschauermenge. Alle sind schon ganz aufgeregt. Der Lärmpegel steigt durch Polizei, Führungsfahrzeuge und Hubschrauber immer weiter an. Zehn Minuten stehen wir da und erwarten jede Sekunde das Feld. Wusch... in 2sec schießt die Spitzengruppe vorbei. Die Jungs sprinten um den Tage

Januar, 2015
  • 13:09

    Diana Riesler: Alles neu macht der Januar

    Aufgeregt sitze ich vor dem Rechner. Immer wieder tippe ich einen Satz neu ein, um ihn gleich wieder zu löschen. Nach einer halben Ewigkeit ist die Mail an den Chef des teamTBB fertig. Bisher habe ich mich noch nie bei einem Team beworben. Diesmal sagt mir mein Bauch, dass da etwas draus werden kann. Am nächsten Tag ist wirklich eine Antwort-Mail in meinem Postfach. Voller Neugier mache ich sie auf und da steht, dass ich mich mit dem Coach für Deutschland, Josef Spindler, in Verbindung setzen soll. Wieder schiebe ich es ein wenig vor mir her. Nach ein paar Stunden greife ich endlich zum Telefonhörer, meine Stimme ist etwas zittrig. Am Ende vereinbaren wir ein Treffen in Bad Tölz. Von Josef erhalte ich die Chance meinen Traum als Profi-Triathletin im teamTBB zu verwirklichen. Nach nur 3 Monaten Training mit Jo hole ich mir den Deutschen Meistertitel auf der Halbdistanz, werde 4. beim IM Frankfurt, gewinne Cologne226 und TriStar222. Das alles ist nun fast 5 Jahre her. Mein Bauchgefühl wi

  • 20:30

    Diana Riesler: Weihnachten vorverlegt

    Die Ankunft am Frankfurter Flughafen ist begleitet von gemischten Gefühlen: Freude und Wehmut. Am liebsten würde ich bei diesem Wetter gleich wieder in den nächsten Flieger steigen und nach Mallorca fliegen, dort wieder ins Training einsteigen und einfach über das enttäuschende Rennen in Australien hinweg trainieren. Nur leider gibt es Ende Dezember, Anfang Januar keine Rennen, die Saison ist vorbei. Und außerdem war da was! Seit Wochen freue ich mich schon auf die Zeit nach dem Ironman Australien: Lebkuchen, Stollen, Weihnachtsplätzchen, Gänsebraten, Kerzenschein, Lichterketten. Da werde ich direkt wieder zum Kind. Zwar haben wir erst Mitte Dezember, da aber da schon feststeht, dass wir Weihnachten auf Mallorca verbringen werden, ziehen wir Weihnachten einfach vor und verbringen jetzt schon ein paar weihnachtliche Tage im Kreise unserer Familie. Bereits auf dem Weg von Frankfurt nach Jena gibt es die ersten Lebkuchen im Auto. Das weckt die Lebensgeister und ich überrede Jo einen kurze

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