Test: SRAM GX Eagle – Der 12-fach Antrieb für den kleinen Geldbeutel
Foto von Michael Faiß

Test: SRAM GX Eagle – Der 12-fach Antrieb für den kleinen Geldbeutel

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Test: Umwerfer ade! SRAM verabschiedete sich mit den EAGLE Antrieben endgültig vom 2-Fach Antrieb und liefert nun neben den High-End Varianten XX1 Eagle und X0 Eagle auch eine Variante für den kleinen Geldbeutel, die SRAM GX Eagle.

Als ein relativ unscheinbares Paket in der Velomotion Redaktion eintraf, war die Spannung doch recht groß – der Inhalt: die brandneue SRAM GX Eagle. Nach gemeinsamem „Unboxing“ und Fachsimpeleien sollten Tatsachen geschaffen werden. Wie schlägt sie sich bezüglich Gewicht, Verarbeitung und vor allem Funktion – auch im Vergleich zur knapp 1.000 Euro teureren High-End Variante, der XX1 Eagle. Aufgrund des Gewichts spricht die GX Eagle eher die Enduristen als Cross-Country Racer an. Also ran an unser Enduro Testbike, ein Orange Alpine 160.

SRAM GX Eagle Schaltwerk

Die Montage geht los. Der Bequemlichkeit halber verwendeten wir die bereits verlegte Zugführung, fädelten ein, montierten Schaltwerk, Kassette und Kurbel und nach Justage war auch schon alles erledigt. Markant thronte an allen Bauteilen das Wappentier, der Adler, als Zeichen der Freiheit welche die hohe Bandbreite mit sich bringt. 500%, 10-50, die Kassette hängt wuchtig am Laufrad. Ungewöhnlich ist das Größenverhältnis zur Bremsscheibe, denn die GX Eagle Kassette fällt im Vergleich zur 180mm Scheibe deutlich größer aus und verdeckt diese in der Seitenansicht komplett. Hier schlummert zweifellos Kletterpotenzial.

SRAM GX Eagle: Starke Performance bei allen Bedingungen

Zur ersten Test-Ausfahrt ging es in den bayerischen Wald, eine Route gespickt mit langen aber auch technischen Kletterpassagen über verblockte Downhills bis hin zu schnellen und flowigen Abfahrten. Hier wird das Potenzial der 500% Bandbreite erkennbar. Die einzelnen Gänge lassen sich auch unter Last bequem rauf und runter schalten. Auch auf das 50er Blatt gleitet die Kette mit einer beachtlichen Geschmeidigkeit. Gepaart mit einem 32er Kettenblatt vorn sind auch die ersten 1000hm ohne große Anstrengung zu meistern. Am Gipfel angekommen liegt der erste kleine Check an, alles sitzt am richtigen Fleck und es ist kein Nachjustieren nötig. Nicht einmal Schlamm, Sand und Waldboden hatten Einfluss auf die Schaltperformance.

Laut SRAM ist die Kette bei allen EAGLE Antrieben nochmal etwas schmäler als bei herkömmlichen 11-Fach Antrieben, was zu einem anfälligeren Antrieb führen kann. Die ist uns aber bei all den Testkilometern und Testhöhenmetern nicht aufgefallen und spricht also für die Robustheit der SRAM GX Eagle.

Es geht wieder bergab, die anfänglichen sehr technischen S4 Passagen fordern auch den ein oder anderen Steinkontakt an Schaltwerk, Kurbel und Kettenblatt, welche aber bis auf ein paar kleine Kratzer keine Schäden davongetragen haben. Je schneller und flowiger es wird, desto relevanter wird die breit abgestufte Kassette in Kombination mit dem 32-er Kettenblatt. Das letzte Quäntchen Geschwindigkeit macht sich hier in Form von breitem Grinsen bemerkbar.

Gewicht in gXX1 Eagle (Hersteller)X0 Eagle (Hersteller)GX Eagle (Hersteller)GX Eagle (Nachgewogen)
Kurbel465495662636
Kassette355355450456
Kette250250258277
Schaltwerk267276290295
Trigger122126122132
Gesamt1456150217821796

SRAM GX Eagle: Verarbeitung und Stabilität überzeugen

Nach etwa 200 Kilometern, 6.000 Höhenmeter nund 10.000 Tiefenmetern war der Test beendet und bestanden. Im kompletten Testzeitraum war die SRAM GX Eagle sämtlichen Wetterverhältnissen (Außer Schnee), Wasser und Schlamm, Wäsche und Öl ausgesetzt. All das, was den intensiven Gebrauch eben ausmacht. Stabilität hat die GX Eagle bei diversen stürzen und Umwelteinflüssen bewiesen, auch ein nachträgliches Justieren der Schaltzugspannung war nicht nötig.

SRAM GX Eagle: Der nächste Entwicklungsschritt

Deutlich weniger Kettengeräusche und geringeren Verschleiß verspricht die mit der Eagle-Serie eingeführte X-SYNC 2 Technologie. Die FULL-PIN Technologie an der Kassette schafft einen, mithilfe gestanzter Stahlkränzen welche durch Edelstahlpins miteinander verbunden werden, stabilen und schmutzunempfindlichen Stahlkäfig ähnlich der X-DOME Technologie der X0 Eagle und XX1 Eagle. Auch der Cage Lock hat sich ein wenig verändert und ist etwas nach hinten gewandert.

Gemessen am Preis-Leistungsverhältnis kann man die SRAM GX Eagle jederzeit mit gutem Gewissen empfehlen. Einzig und allein beim Trigger wurde an den Einstellmöglichkeiten gespart. Dieser kann nicht wie bei den X0 und XX1 Modellen am Daumenhebel justiert werden, beim GX-Trigger sind die Abstände zwischen den beiden Hebeln ab Werk eingestellt und nicht veränderbar.

Fazit: SRAM GX Eagle

Pro

Stabilität
Preis

Contra

Gewicht
Trigger

Fakten

Produktjahr
2017
Preis
499€
Web
Die SRAM GX Eagle ist der ideale Einstieg in die Welt der 500% Bandbreite und definitiv eine Kaufempfehlung für alle, bei denen Gewichtsersparnis nicht höchste Priorität hat.

über den Autor

Andreas Gasslbauer

Andreas Gasslbauer ist leidenschaftlicher Enduro-Fahrer und zählt zu seinen bevorzugten Wegen die steinigen und wurzeligen Naturtrails im Bayerischen Wald, aber auch ein Bikepark wird nicht links liegen gelassen. Vor Radfahren und dem Rock The Hill Festival ist Andreas hauptberuflicher Projektleiter im Maschinenbau.

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