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GravelbikesTests

Festka Rover X Gravelbike im Test: Gravel-Traum mit Maß-Option

5. Mai 2021 by Caspar Gebel

Test: Das Rover ist ein echter „Beideskönner“, der auf Asphalt wie offroad mit traumhaften Fahreigenschaften brilliert. Auch auf Maß erhältlich, entsteht aus dem exotischen Rahmen ein wunderschönes, hoch individuelles Rad.

Das Prager Unternehmen wurde schon bald nach seiner Gründung 2010 zum absoluten Geheimtipp. In jener Zeit war der „Look“ des Radsports dabei, sich fundamental zu ändern, und Festka machte gerade durch einzigartige Lackierungen auf sich aufmerksam. Schon damals stecke freilich viel Technik unterm Lack, nämlich Carbonrohre, die von einem Zulieferer am Rande des Böhmerwaldes stammen – ein absoluter Spezialist für Verbundwerkstoffe, dessen Produkte in Sachen Torsions- und Biegesteifigkeit minuziös auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt werden können. Dazu faszinieren sie durch ihre einzigartige Faserstruktur, die auch das Testrad ziert – ein seltenes Sondermodell zum zehnten Firmenjubiläum 2020 mit Dekor aus Gold, von dem nur zehn Stück hergestellt wurden.



Schlanke Formen und einzigartige Rohre

Von der Formensprache gibt sich das Rover sehr zurückhaltend: schlanke Rohre mit wechselnden Querschnitten, die sichtbar mit Faserlagen im Tube-to-tube-Verfahren miteinander verbunden sind, dazu eine recht grazile Gabel und ein teilintegrierter Steuersatz.

Die limitierte Echtgold-Optik ist dem Jubiläumsmodell vorbehalten.
Beim Rover X kommt die Carbonstruktur optimal zur Geltung.
Im Übergang vom Oberrohr zum Sitzrohr lässt sich die Tube-to-tube-Fertigung gut erkennen.

Auch durch das nur leicht abfallende Oberrohr sieht das Festka sehr klassisch aus. Die Sitzgeometrie ist ausgewogen und typisch Gravel, also nicht zu tief und zu lang; mit relativ steilem Lenkwinkel und kurzem Radstand orientiert sich das Rover jedoch klar am Rennrad. Die 40 mm breiten Reifen haben rundum Platz genug, doch auch ein 30er würde in Rahmen und Gabel nicht verloren wirken.



Die Gabel lässt dem 40er Reifen ausreichend Platz, doch auch ein schmalerer Pneu wirkt nicht verloren.
Am Hinterbau sucht man Befestigungsoptionen vergebens.
Der schlanke Rahmen wird mit Enve-Teilen komplettiert.

Diese Nähe zum Rennrad spürt man schon auf den ersten Metern. Das leichte, steife Rad lässt sich spielerisch beschleunigen; mit 3 bar befüllt, rollen die Tufo-Tubelessreifen weich ab, und auch die tiefen Carbonfelgen helfen beim Tempomachen. Das Festka ist laufruhig und lenkt sich angenehm neutral, ohne träge zu sein; auf dem ersten Schotterweg zeigt sich dann der insgesamt hohe Komfort, der höchstens durch den unbequemen Sattel gemindert wird – und der extreme Vortrieb, den das Rad auch auf lockerem Untergrund bietet. Wer von der Straße auf Naturwege wechselt, muss höchstens den Luftdruck anpassen, denn das Rad selbst glänzt in jeder Situation: Sogar auf einem Trail mit über 20 % Steigung lässt sich das Festka bei einstelliger Geschwindigkeit sehr sicher steuern.

Die elektronische Sram arbeitet sehr präzise.
Mit 43/30 vorne ist der Übersetzungsbereich ideal zum Graveln.
Die in die Achsen integrierten Hebel erleichtern den Radausbau.


Perfekte Allroad-Übersetzung

Das geht natürlich nur mit angepasster Übersetzung, und hier hat Festka mit der Sram Force Wide die beste mögliche Wahl getroffen. Die Gravel-spezifische elektronische Schaltgruppe kommt mit 43/30 Zähnen vorne und am Testrad mit 10-36 hinten, was einem Übersetzungsumfang von 516 % entspricht – wie beschrieben auch für Steilpassagen geeignet, und bergab bringt man bei knapp 60 km/h noch Druck aufs Pedal. Der Schaltkomfort ist insgesamt hoch, die „Flattop“-Kette läuft auch bei Schräglauf leise ab. Das Schöne an dieser Gruppe ist auch: Sram bietet eine 10-28er Kassette mit gleich sieben Einersprüngen an, die man montieren kann, wenn man mal nur Straße fährt. Dort begeistert das acht-Kilo-Rad mit seinem harmonischen, ausgewogenen Charakter – ein pures Rennrad, das den Offroad-Aspekt für den Moment vergessen lässt.

Wie es sich für ein Jubiläumsrad gehört, ist das Rover X mit „SES 5.6“-Laufrädern und Carbon-Anbauteilen von Enve extrem hochwertig ausgestattet; wer bei Festka einen Rahmen ordert, stellt die Komponenten natürlich selbst zusammen. Die Maßrahmen-Option lässt das Rad endgültig zum individuellen Gravel-Traum werden; teurer als die Spitzenprodukte der Großhersteller ist so ein Einzelstück dann aber immer noch nicht…



 

Rahmen Festka Carbon Tube-to-tube
Federgabel Columbus Futura Gravel
Laufräder Enve SES 5.6
Reifen Tufo Gravel Speedero
Schaltwerk Sram Force eTap
Schalthebel Sram Force eTap
Kurbel Sram Force eTap Wide 43/30 Z.
Umwerfer Sram Force eTap
Bremse Sram Force
Sattelstütze Enve Carbon Seatpost
Sattel Selle Italia SLR Boost
Vorbau Enve Carbon Stem
Lenker Enve Carbon
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Weitere Gravelbikes im Test

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Fazit: Festka Rover X

Pro

  • Extrem hochwertiger Rahmen
  • Maßfertigung möglich
  • Überragende Fahreigenschaften offroad wie auf der Straße
  • Geringes Gewicht
  • Sehr gute Ausstattung
  • Optimale Übersetzung

Contra

  • Harter Sattel

Fakten

RahmenmaterialCarbon
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Gewicht8,12 kg
Preis10.590 Euro (Rahmenset 4.490 €)
Web www.festka.com
Das Rover begeistert mit edler Optik und perfekten Fahreigenschaften. Auf Maß gebaut, ist es der ultimative Traum-Graveller und in Relation zum Gebotenen nicht mal über die Maßen teuer, schaut man sich den Wert der Komplettierung an.
Stichworte:#VMgravelfestkaGravelGravelbikegraveltest2021

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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