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Das gefährliche Spiel mit der Geschwindigkeit: Finger weg vom E-Bike-Tuning!

28. Mai 2023 by die Redaktion

E-Bike-Tuning

E-Bike-Tuning: Was einst das frisierte Mofa war, ist heute das modifizierte Elektrorad: illegal, potenziell gefährlich und oft verharmlost. Das Aufmotzen der E-Bikes, um eine höhere Maximalgeschwindigkeit zu erreichen, hat nicht nur rechtliche Konsequenzen. Wir zeigen dir, wie sich die rechtliche Lage beim E-Bike-Tuning darstellt und welche Maßnahmen Antriebshersteller ergreifen, um illegales Tuning zu verhindern.

E-Bikes sind gesetzlich auf eine maximale Unterstützungsgeschwindigkeit von 25 km/h begrenzt. Danach wird die Motorunterstützung automatisch abgeregelt und höhere Geschwindigkeiten können nur durch eigene Muskelkraft erreicht werden. Dennoch versuchen einige E-Biker, ihrem Elektrorad einige zusätzliche Stundenkilometer zu entlocken, indem sie im Internet nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Tuning-Anbieter werben sogar damit, den Motor auf eine Unterstützung von bis zu 70 km/h aufzurüsten. In YouTube-Videos wird gezeigt, wie vermeintlich einfach man die Räder manipulieren kann. Vor allem unter jungen Menschen gewinnt die Tuning-Szene zunehmend an Beliebtheit. In den USA organisieren sich beispielsweise junge E-Bike-Tuner für illegale Straßenrennen. In Deutschland schätzen Experten, dass etwa fünf bis zehn Prozent der E-Bikes getunt sind.



E-Bike-Tuning verstößt gegen die rechtlichen Vorgaben

Allerdings handelt es sich beim Tuning von E-Bikes um einen Verstoß gegen das Gesetz, sobald das Rad im Straßenverkehr eingesetzt wird. „Wir bekommen recht viele Anfragen von Endverbraucher:innen zum Thema Tuning. Hier kommunizieren wir entsprechend eindeutig und bieten auch keine Graubereiche an“, sagt Simon Gauer, Produktmanager beim Antriebshersteller Mivice.

Mivice

Wird der Motor eines Pedelecs so manipuliert, dass er Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt, gilt es aus rechtlicher Sicht nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad – also eine andere Fahrzeugkategorie. Das modifizierte Gefährt erfordert dann beispielsweise eine Betriebserlaubnis, eine Versicherung und darf nicht mehr auf Radwegen fahren. Zudem benötigen die Fahrer einen AM-Führerschein und es besteht Helmpflicht. Bei Verstoß gegen diese Bestimmungen im öffentlichen Verkehr drohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen sowie zivilrechtliche Konsequenzen, wie die Haftung für Personenschäden bei Unfällen.



Verschleiß der Komponenten beim Tuning steigt deutlich

Außerdem kommt es durch das Tuning zu einem erhöhten Verschleiß der Komponenten. Getunte E-Bikes sind im Straßenverkehr nicht zugelassen! Dies wird auch auf den Websites betont, auf denen Tuning-Kits wie Tuning-Dongles oder Chip-Tuning angeboten werden. Der Verkauf solcher Kits ist zwar legal, solange der Anbieter darauf hinweist, dass die getunten Räder nur auf Privatgelände und nicht im Straßenverkehr verwendet werden dürfen. Dennoch können Schäden am Rad auftreten, da verschiedene Komponenten auf die ursprüngliche maximale Geschwindigkeit ausgelegt sind und durch die gesteigerte Leistung stärker beansprucht werden. Manipulationen zur Erzielung höherer Geschwindigkeiten stellen sowohl für den Fahrer als auch für andere Verkehrsteilnehmer ein Sicherheitsrisiko dar. Zudem erlöschen jegliche Ansprüche auf Garantie, Gewährleistung und Produkthaftung durch das Tuning – die Tuner bleiben auf den möglichen Kosten sitzen.

Regelung durch Norm

Um E-Bike-Tuning zu verhindern, wurde 2019 die europäische Norm EN 15194:2017 für elektromotorisch unterstützte Räder (EPAC) eingeführt. Diese beinhaltet ein Kapitel über „die Verhinderung unbefugten Zugriffs auf den Motor“. Dadurch erhalten Antriebshersteller die Möglichkeit, Regelungen zu implementieren, um Tuning zu verhindern oder festzustellen, ob am Motor Manipulationen vorgenommen wurden. Es sind beispielsweise Plausibilitätslogiken in den Sensoren vorgeschrieben, um Manipulationen zu erkennen. Diese können durch Fachhändler oder den Fahrradhersteller mittels Datenanalyse beim Service erkannt oder ausgeschlossen werden. Brose bietet beispielsweise die Möglichkeit, über einen CAN-Bus, also die Schnittstelle zum Datenaustausch, einen zusätzlichen Sensor anzuschließen, der überhöhte Geschwindigkeiten feststellen kann.

Hersteller schützen sich vor E-Bike-Tuning

Bereits 2021 haben sich viele europäische Antriebshersteller dazu verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen gegen Tuning zu ergreifen. So reagiert beispielsweise die Software von Bosch direkt auf illegales Tuning. Ein Fehlercode wird im Display angezeigt, um die erkannte Manipulation anzuzeigen, und die Motorunterstützung wird automatisch reduziert. Die E-Biker müssen dann 90 Minuten im „Notlauf“ weiterfahren, mit reduzierter Motorleistung, damit das System wieder freigeschaltet wird. Wird eine Manipulation danach noch zweimal festgestellt, kann nur noch der Fachhändler helfen und das System wieder freischalten. Es gibt jedoch bereits Tuning-Lösungen, die das System umgehen können, indem sie eine falsche Geschwindigkeit vortäuschen. Das Problem liegt also in der Praxis: Da es keine regelmäßige verpflichtende Überprüfung wie eine Hauptuntersuchung für Autos für E-Bikes gibt, ist es schwierig, Tuning ohne Werkstattbesuch festzustellen und zu verhindern.



Mehr Sicherheit durch bessere Technik

Es gibt jedoch legale Möglichkeiten, den Antrieb zu optimieren. Mit Hilfe von Softwarelösungen der Hersteller kann das Drehmoment des Motors an den Einsatzzweck angepasst werden. Bei sportlichen Fahrten kann beispielsweise ein höheres Drehmoment sinnvoll sein, insbesondere für steile Anstiege. Bei den FIT-kompatiblen Antrieben von Panasonic und Brose kann das Drehmoment von 70 bzw. 75 Newtonmeter auf 90 bzw. 95 Newtonmeter erhöht werden. „Es ist wichtig zu beachten, dass eine Änderung des Drehmoments keine Auswirkungen auf die maximale Motorunterstützungsgeschwindigkeit hat“, betont Thomas Raith von Bosch.

E-Bike-Tuning

Fazit E-Bike-Tuning

Insgesamt gilt: E-Bike-Tuning ist illegal, gefährlich und mit rechtlichen Konsequenzen verbunden. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 25 km/h dient dem Schutz des Fahrers und anderer Verkehrsteilnehmer. Antriebshersteller ergreifen Maßnahmen, um Tuning zu verhindern, und setzen auf technische Lösungen wie Plausibilitätslogiken und Software-Interventionen. Es ist wichtig, dass sich alle E-Biker an die gesetzlichen Vorschriften halten und auf Tuning verzichten. Die Sicherheit und der Schutz aller Verkehrsteilnehmer sollten immer an erster Stelle stehen.



Der Artikel zum Thema E-Bike-Tuning entstand in Zusammenarbeit mit dem Pressedienst Fahrrad.

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Stichworte:E-BikeE-Bike TuningfeaturedrechtTuning

Über die Redaktion

Velomotion ist euer Team aus Fahrrad- und E-Bike-Experten, Radprofis und begeisterten Radfahrer*innen. In unserem Magazin stellen wir Produktneuheiten, aktuelle und kritische Testberichte sowie News aus der Welt des Radsports vor. Wir stehen für Qualitätsbewusstsein, Know-How und gelebte Begeisterung für das Thema Fahrrad.

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