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RennräderTests

Rennräder: Rose Pro DX Cross 3000: Allrounder mit sportlichen Allüren

24. Oktober 2013 by Caspar Gebel

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Der Beginn der großen Querfeldein-Booms liegt nahezu zehn Jahre zurück, und zwischenzeitlich sah es so aus, als würde das Offroad-Rennrad nie über sein Nischendasein im Rennsport hinauskommen. Jetzt aber tut sich wieder was: Immer mehr Radhersteller statten ihre Crosser mit Scheibenbremsen aus, und seit die vom MTB übernommenen Stopper auch bei Querfeldeinrennen nach UCI-Reglement zugelassen und in hydraulischen Highend-Varianten erhältlich sind, gewinnt das Marktsegment wieder an Fahrt. Der Hintergrund: Die klassische Cyclocross-Felgenbremse ist nie wirklich optimiert worden und bietet allenfalls im Rennsport eine befriedigende Funktion. Für höheres Tempo, wie man es gemeinhin auf der Straße erzielt, sind die Cross-typischen Cantilever dagegen nicht wirklich zu gebrauchen. Die aktuellen Scheibenbremsen-Crosser dagegen sind uneingeschränkt Tempo-tauglich und damit auch als Allround-Rennrad mit breiteren Reifen oder gar Alltags- und Reiserad mit Schutzblechen und Träger verwendbar.

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//Ausstattung und Fahreindruck

Beim Pro DX Cross 3000 aus dem Programm des Rose-Versandes ist eine solche Nutzung ausdrücklich vorgesehen: Gewindebohrungen an Gabel und Hinterbau erlauben das Anbringen von Träger und Schutzblechen; auch zwei Flaschenhalter können befestigt werden, was an Querfeldeinrädern nicht unbedingt üblich ist – mancher Hersteller, der rein auf den Rennsport ausgerichtet ist, lässt gleich alle Bohrungen weg. Schaltzüge und hinterer Bremszug werden im Unterrohr geführt, was dem ohnehin schlichten Erscheinungsbild des Rose zugute kommt; die Bremszüge laufen komplett in Außenhüllen, was dauerhaft niedrige Reibung verspricht. Die typischen Clips, die den vorderen Bremszug am Gabelbein und den hinteren an der Strebe halten, sollten gelegentlich gegen Kabelbinder ersetzt werden, zumal sie nicht sehr fest sitzen. Der mit massigem Unterrohr und dünnem Sitzrohr konstruierte Rahmen vereint ein zeitgemäßes PressFit-Innenlager mit einem klassischen Hinterbausteg, der hier vor allem der Befestigung eines Schutzblechs dienen dürfte. Alternativ zur glänzend weißen Version ist das DX Cross 3000 auch in Schwarz eloxiert erhältlich – dank kratzfester Oberfläche für den Geländeeinsatz vielleicht die bessere Wahl.

Der mit knapp 1.500 Euro recht günstige Crosser kommt mit kompletter Shimano Ultegra 11-fach, kombiniert mit einer auf die STI-Hebel abgestimmten Scheibenbremse namens BR-CX77. Die Bremsanlage veranlasst rückwärtsgewandte Disc-Disser (wie den Autor dieser Zeilen) dazu, ihre Vorurteile zu revidieren: Sie baut bei Bedarf hohe Verzögerungskräfte auf und ist gleichzeitig sehr gut dosierbar, sodass auch bei rutschigem Untergrund feinfühlige Bremsmanöver ohne ungewolltes Blockieren der Laufräder möglich sind. Anders als bei hydraulischen Scheibenbremsen gibt es keine automatische Belagnachführung; über kleine Schrauben lassen sich die Beläge enger stellen.

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Mit Kettenblättern der Größen 46/36 ist das Rose optimal auf den Cross-Sport abgestimmt. Der Elffach-Kranz mit 11-28 Zähnen ist für unseren Geschmack etwas zu weit gespreizt, für den Allrounder aber sicherlich gut geeignet. Fizik-Sattel, Carbonstütze und hochwertige Ritchey-Anbauteile ergeben eine sehr gute Ausstattung; die Mavic CrossOne sind nicht unbedingt Oberklasse, aber solide, ordentlich gemachte Laufräder.

In Sachen Geometrie trifft das DX Cross recht gut die Mitte zwischen Allround-Tauglichkeit und sportlicher Eignung. Was die Sitzhaltung angeht, passt der Rahmen des Rose in die Kategorie „Komfort-Rennrad“: Im Vergleich zum Oberrohr ist das Steuerrohr eher lang, was eine kompakte, etwas aufrechtere Sitzposition ermöglicht. Mit einem kurzen Vorbau versehen, lässt sich das Rose prima als Touren- und Reiserad mit Rennlenker nutzen.

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Sehr sportliche Charakterzüge hat das DX Cross freilich auch, zumal, wenn man es wie im Test eine Nummer kleiner fährt. Mit 130er Vorbau nimmt man dann eine gestreckte Haltung auf dem Rad ein und bringt viel Gewicht aufs Vorderrad; übermäßig träge fühlt sich der Crosser aber dennoch nicht an. Eine hohe Rahmensteifigkeit dürfte angesichts des dicken Alu-Unterrohrs selbstverständlich sein; dank 27,2-Millimeter-Carbonstütze fällt das Heck des Rose dabei nicht zu hart aus – jedenfalls nicht, wenn man den Luftdruck in den Racing Ralph auf das gerade nötige Minimum absenkt. Schnelle Geländefahrten sind mit dem Rose ein Genuss; höchstens das recht hohe Komplettgewicht des Crossers von 9,22 Kilo (Rh 56, ohne Pedale) fällt hier und da auf. Wer das Rad sportlich fahren will, sollte jedoch ohnehin darüber nachdenken, einen Laufradsatz für Schlauchreifen anzuschaffen, womit man schnell an die 500 Gramm sparen kann und gegenüber Faltreifen insgesamt bessere Abrolleigenschaften erhält. Angesichts des sehr günstigen Preises des gut ausgestatteten Alu-Crossers gibt es ja vielleicht noch einen kleinen finanziellen Spielraum…

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//Fazit

Das Rose DX Cross 3000 ist als Allround-Renner ebenso zu gebrauchen, wie es im sportlichen Einsatz überzeugt. Für sein Gewicht kann es nichts – das ist dem günstigen Preis angemessen.



//Produkthighlights

  • Kann zum Alltags- und Reiserad aufgerüstet werden
  • Gut ausgestattet mit starken Bremsen
  • Cross-typische Kettenblatt-Kombination

//Preis und Web

  • 1.495 Euro
  • www.roseversand.de
Stichworte:CrossCyclocross NewsQuerfeldeinRose

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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