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AllgemeinKomponentenTests

Maßsattel mit viel Komfort: Posedla Joyseat 2.0 3D Sattel im Test

21. November 2024 by Caspar Gebel

Posedla Joyseat 2.0

Test Posedla Joyseat 2.0: Das böhmische Manufakturprodukt wird mit hohem Aufwand angepasst und gefertigt und ist entsprechend ausgepreist. Ist der Joyseat dann am Rad, gefällt er mit sehr guter Passform und hohem Komfort, auch wenn er erstmal etwas fester wirkt.

Bereits konventionelle 3D-Sättel können durch ihr spezielles Material mit besonders hohem Komfort aufwarten, doch nutzen sie das volle Potenzial der neuartigen Technologie wirklich aus? Beim 3D-Druck ist die Formgebung nicht von einer Gussform oder ähnlichem abhängig; einmal programmiert, kann jede denkbare Struktur oder Form erzeugt werden, solange sie eine gewisse Größe nicht überschreitet. Und natürlich kann der virtuelle Bauplan für ein Objekt variiert werden, sodass jedes „gedruckte“ Produkt eine leicht abgewandelte, individuelle Form aufweisen kann.

Der 3D-Druck bietet sich für Maßsättel an

Man ahnt schon, wo das hingeht: Auf der Produktionsseite ist es nicht weit bis zu individuellen 3D-Sätteln, wie sie schon von mehreren Herstellern angeboten werden. Deutlich aufwendiger ist freilich der Weg dahin. Das zeigt der Posedla Joyseat 2.0, angeboten von einem innovativen Unternehmen aus Tschechien. Dessen Sättel sind echte Manufakturprodukte, die auf Bestellung von Hand gefertigt werden und genau auf den Nutzer zugeschnitten sind. 490 Euro muss man dafür anlegen, wobei eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie eine gewisse Sicherheit verspricht, mit dem Maßsattel glücklich zu werden.



Posedla Joyseat 2.0
Schritt eins ist das „Probesitzen“ auf dem Smiling Butt Kit.
Posedla Joyseat 2.0
Ein paar Wochen später ist der edel verpackte Maßsattel da.

Nach Nordböhmen muss man nicht reisen, um sich den Posedla Joyseat 2.0 anpassen zu lassen. Erst einmal bestellt man den Sattel online, wobei man bereits eine Vorauswahl trifft: Zur Wahl stehen Ausführungen für Rennrad, Gravelbike, Zeitfahrrad und MTB. Nach kurzer Zeit bringt der Paketbote eine mittelgroße Pappkiste vorbei, darin das „Smiling Butt Kit“. Dies ist eine Art Kissen aus einem speziellen Schaumstoff, mit dem man einen Abdruck seiner Sitzfläche fertigt. Dieser muss nicht zurückgesandt, sondern nur aus bestimmten Winkeln fotografiert werden. Zusammen mit Angaben zu Gewicht, Größe, Jahresfahrleistung usw. erhält der Hersteller damit alle Informationen, um die perfekte Sattelform zu ermitteln. So sind Breiten von 130 bis 170 mm möglich, außerdem auf Wunsch eine etwas weichere Polsterung. Das kann etwa dann vorteilhaft sein, wenn man im Bereich der Sitzknochen besonders empfindlich ist.

Posedla Joyseat 2.0
Typisch Joyseat ist die große Aussparung.
Posedla Joyseat 2.0
Von unten kann man Carbon in feinster Verarbeitung bewundern.


Posedla Joyseat 2.0: Leichter Sattel mit fester Polsterung

Hat man den Sattel nach etwa sechs Wochen in der Hand, fällt neben dem geringen Gewicht (in unserem Fall 178 Gramm) die recht feste Polsterung auf. Die Oberfläche erscheint eher geschlossen, das Material wirkt außen fast wie Leder. Typisch für den Maßsattel ist die eher breite, hohe Nase; das in die Sattelschale integrierte Gestell ist mit eine Skala zur Feineinstellung versehen. Über die große Aussparung verfügt jeder Joyseat; sie dient der Entlastung empfindlicher Körperstellen. Ein eigens für den Joyseat konzipierter „Ass Saver“ stellt jedoch sicher, dass von unten kein Spritzwasser durchdringt.

Posedla bedient sich beim Satteldrucken des „Multjet Fusion“-Herstellungsverfahrens. Damit lassen sich laut Ondřej Janků von Posedla besonders gut unterschiedlich starke Polsterungen realisieren. Sattelschale und Gestell werden aus Carbon gefertigt, um geringes Gewicht und dauerhafte Haltbarkeit zu garantieren.

Posedla Joyseat 2.0
Der maßgefertigte Sattel ist ziemlich leicht.
Posedla Joyseat 2.0
Die Polsterung fühlt sich eher straff an.


Posedla gibt an, dass der Maßsattel einige Zeit eingefahren werden muss; Velomotion-Tester Eduard Buyler war freilich von der ersten Fahrt an hochzufrieden mit Passform und Komfort des individuell angepassten Produkts. Ob der Poseda Joyseat 2.0 in allen Fällen bequemer ist als ein konventioneller 3D-Sattel, sei dahingestellt – die Chance, auf Anhieb einen passenden Sitz zu finden, ist jedenfalls ziemlich hoch.

www.posedla.com

Mehr Infos zu 3D-Sätteln findest du hier:

[blog specific=“196019″]


Stichworte:3D-Druck3D-Saettel3D-SattelSattel

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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