Test / Griffe für Mountainbiker: Der Ergon GA2 Fat tritt als voluminöser Bruder des beliebten Allrounders an. Mit extra viel Gummi soll er nicht nur Fahrer mit großen Händen glücklich machen, sondern auch in puncto Dämpfung ordentlich abliefern. Wir haben getestet, wie sich das „Plus“ an Umfang in der Praxis anfühlt und ob die Rechnung auf dem Trail aufgeht.
Abmessungen und Form: Ergon GA2 Fat
Durchmesser: 33,5 mm (Extra Dick)
Länge: 136 mm
Gewicht: 135 g
Erhältliche Farben: diverse (u.a. Schwarz, Rot, Blau)
Mit dem GA2 Fat liefert Ergon quasi die „XL“-Version eines echten Dauerbrenners. Während sich der Standard-GA2 eher schlank gibt, trägt die Fat-Variante mit einem Durchmesser von 33,5 mm deutlich dicker auf. Zielgruppe sind hier ganz klar Piloten mit Handschuhgröße XL oder XXL, die bei dünnen Griffen oft verkrampfen. Die Formgebung ist dabei nicht strikt zylindrisch, sondern verläuft leicht konisch nach außen, was der natürlichen Handhaltung entgegenkommen soll.
Technisch setzt Ergon auf eine weiche, UV-stabile Gummimischung „Made in Germany“. Da der Klemmring nicht außen sitzt, kann die Grifffläche über die volle Breite von 136 mm genutzt werden, ohne dass harte Metallkanten am Handballen drücken. Das Ende des Griffs ist fest verschlossen und mit Kunststoff verstärkt – separate Lenkerendstopfen sucht man jedoch vergebens. Mit 135 g liegt das Paar gewichtsmäßig im Mittelfeld, was angesichts des Materialeinsatzes völlig in Ordnung geht.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
In der Praxis entpuppt sich der GA2 Fat schnell als der erwartete Komfort-Garant. Wer den klassischen GA2 kennt, fühlt sich sofort heimisch, spürt aber das deutliche Plus an Volumen. Der Griff wirkt satt in der Hand und ist tatsächlich ein echter Allrounder, den man bedenkenlos an fast jedes Bike schrauben kann. Die Gummimischung bietet eine gelungene Balance: Die Musterung ist zurückhaltend genug, um auch ohne Handschuhe nicht unangenehm in die Handflächen zu schneiden, liefert aber dennoch mehr als genug Grip, um auch bei Nässe sicher am Lenker zu bleiben.
Das eigentliche Highlight ist jedoch die Dämpfung. Durch die dickere Gummischicht schluckt der Griff Vibrationen und kleine Schläge extrem souverän weg. Gerade auf langen Abfahrten oder wurzeligen Sektionen macht sich das bemerkbar – die Hände ermüden langsamer, das gefürchtete „Krallen“ der Finger wird effektiv verhindert. Allerdings erkauft man sich diesen Sänften-Charakter mit einem kleinen Kompromiss: Das Feedback vom Untergrund ist spürbar gedämpfter und weniger direkt als bei dünneren Race-Griffen. Wer jede Kieselstein-Kante im Lenker spüren will, ist hier vielleicht falsch. Für alle anderen, die einen sorgenfreien Begleiter suchen, funktioniert das Konzept hervorragend. Die integrierten Kunststoff-Endkappen erwiesen sich im Test zudem als robust genug, um auch mal einen Bodenkontakt oder das Anlehnen an raue Hauswände wegzustecken.



