Hausbesuch: Wie entsteht eigentlich ein Fahrradreifen? Der Reifen-Hersteller Pirelli hat uns Einblicke in seine modernen Produktionsanalgen & Hallen gewährt. Auch historisch hat das Unternehmen interessantes zu bieten; ein Besuch im hauseigenen Museum lohnt sich!
Die Geschichte von Pirelli
In der Welt des Radsports gibt es wenige Namen, die eine so beeindruckende Geschichte erzählen wie Pirelli. Gegründet im Jahr 1872 in Mailand, hat sich das italienische Unternehmen von einem klassischen Reifenhersteller zu einem der angesehensten Akteure in der Welt des Sports entwickelt. Die Erfolgsgeschichte im Radsport begann Mitte des 20. Jahrhunderts, als Pirelli seine ersten Fahrradreifen entwickelte und schnell in der Rennszene Fuß fasste. Die berühmten Pirelli-Reifen haben legendäre Radrennfahrer begleitet und deren Leistung an den entscheidenden Stellen beeinflusst.

Doch nicht nur im Radsport hat Pirelli Maßstäbe gesetzt. Auch für die ersten Autorennen hat Pirelli Pionierarbeit geleistet und und sich damit einen unvergesslichen Namen im Motorsport geschaffen. Die tief verwurzelte Verbindung zeigt sich eindrücklich in der Formel 1, wo Pirelli seit 2011 als offizieller Reifenlieferant fungiert. Diese Partnerschaft hat dazu beigetragen, die Reifenentwicklung auf ein neues Level zu heben und den Technologietransfer zwischen Straßen- und Rennfahrzeugen zu fördern.
Das Pirelli Werk bei Mailand
Beim Betreten der mächtigen Hallen in Bollate – nahe Mailand – fällt sofort auf: Hier verknüpft sich italienische Ingenieurskunst mit langjähriger Tradition, die einst mit der Produktion von Gummiwaren begann und bald darauf um Fahrradreifen erweitert wurde. Automatisierte Fertigungsstraßen spucken unter zischen und dampfen Reifen um Reifen aus. Aber auch das menschliche Knowhow ist hier gefragt: Neben der professionellen Endkontrolle werden Prozesse überwacht und die Rohlinge für die Reifenpresse gefertigt.







Das Pirelli-Labor
Im hauseigenen Labor in Mailand findet die Hirnarbeit hinter den Pirelli Produkten statt. Neben der Entwicklung und Erprobung verschiedenster Gummimischungen werden auch die Reifen der Konkurrenz analysiert und in ihre Bestandteile zerlegt. Diese Prozesse unterliegen leider dem Betriebsgeheimnis, deshalb können wir dazu nichts zeigen. Aber auch die hauseigenen Produkte werden hier auf Herz und Nieren getestet. Unterschiedlichste Testaufbauten liefern umfangreiche Erkenntnisse zu den Eigenschaften des jeweiligen Produktes.


Das Pirelli-Museum
Ein Museum zur Geschichte eines Unternehmens mag zunächst nicht sonderlich spannend klingen. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass Pirelli mehr oder weniger zum italienischen Kulturgut gehört. Schon früh hat man auch bei der Werbung viel Wert auf Ästhetik gelegt. So lassen sich nahezu unzählige Designs und Studien entdecken, aber auch Produkte wie Badekappen oder Bettflaschen, die man nicht unbedingt mit Pirelli in Verbindung bringt. Ein Besuch ist definitiv lohnenswert.



























