Test / Griffe für Mountainbiker: Mit dem Endure liefert die Cube-Eigenmarke Acid einen Griff, der sich klar an leistungsorientierte Piloten richtet und dabei den Geldbeutel schont. Wir haben getestet, ob das „Race-Feeling“ für unter 20 Euro auf dem Trail überzeugen kann und für wen sich das aggressive Profil des Acid Endure eignet.
Abmessungen und Form: Acid Endure
- Durchmesser: 30,5 mm
- Länge: 138 mm
- Gewicht: 108 g
- Preis: 19,95 €
Die Marke Acid hat sich längst von ihrem Image als reiner „Cube-Zulieferer“ emanzipiert und liefert mittlerweile Zubehör, das auch an anderen Bikes eine gute Figur macht. Der Endure Griff ist hierfür ein passendes Beispiel. Mit einem offiziellen Gewicht von 108 g spielt er in der Liga der Leichtgewichte mit, was ihn für Racer und Grammfuchser gleichermaßen interessant macht. Mit einem Durchmesser von 30,5 mm ordnet er sich auf der schlankeren Seite des Testfeldes ein, was in der Theorie für ein sehr direktes Fahrgefühl spricht.
Technisch setzt Acid auf eine klassische Single-Lock-On-Klemmung. Ein cleveres Detail, das Acid von vielen Mitbewerbern unterscheidet, ist das sogenannte GILink-System: Die Kunststoff-Endkappen lassen sich herausschrauben und bieten im hohlen Lenkerinneren Platz für versteckte Multi-Tools – ein Feature, das man in dieser Preisklasse selten findet. Die Verarbeitung wirkt trotz des Kampfpreises solide, auch wenn der Lock-Ring etwas breit ausfällt. Die Verschlusskappen des GILink Systems sind zudem anfangs sehr schwergängig.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
Schon auf den ersten Metern wird klar: Der Name „Endure“ ist hier nicht nur Marketing, sondern Programm für den renn-orientierten Einsatz. Dieser Griff ist nichts für Fahrer, die ein weiches Sofa für ihre Hände suchen. Der vergleichsweise geringe Durchmesser von 30,5 mm sorgt für ein extrem direktes Feedback vom Vorderrad. Man spürt genau, was unter dem Reifen passiert – eine Eigenschaft, die aktive Fahrer und Racer lieben, Tourenfahrer aber eventuell als zu harsch empfinden könnten.
Das herausstechendste Merkmal ist jedoch das Griffmuster. Acid verwendet hier eine Gummimischung, die sich im Test als enorm griffig und fast schon klebrig erwies. Das Profildesign ist dabei durchaus aggressiv: Im äußeren Bereich arbeiten dicke Lamellen, die sich förmlich in die Handfläche graben, während im Bereich des Handballens etwas straffere Lamellen für Support sorgen. Das Resultat ist ein bombensicherer Halt, egal ob bei staubtrockenen Bedingungen oder im nassen Schlamm.
Dieser enorme Grip hat jedoch seinen Preis beim Komfort. Wer gerne ohne Handschuhe fährt, wird eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigen, da die Textur sehr präsent ist und die Haut durchaus fordert. Mit Handschuhen hingegen ist die Verbindung zwischen Fahrer und Bike nahezu untrennbar. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Klemmring, der für unseren Geschmack etwas zu breit baut und bei großen Händen außen leicht stören kann. Die auswechselbaren Kunststoff-Endkappen erwiesen sich hingegen als robust: Bei Feindkontakt mit Bäumen oder Boden schützen sie den Griffgummi effektiv und lassen sich im Worst-Case günstig ersetzen.



