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Produktnews

Alu-Gehäuse und 800 Wh Kapazität: Das ist der neue Canyon Akku für Spectral:ON und Torque:ON

13. Januar 2026 by Michael Faiß

Produktnews / E-MTB: Die vergangenen Monate waren für die Besitzer eines Canyon Spectral:ON oder Torque:ON eine echte Geduldsprobe. Nach dem verhängten „Stop-Ride“ und dem großangelegten Austausch der fehlerhaften Akkus kehrte Ende des Jahres Ruhe ein. Bei Canyon liefen im Hintergrund jedoch noch weitere Prozesse und Spectral:ON und Torque:ON sind endlich auch wieder bestellbar. Die Überraschung: Wer nun eines der beiden Modelle bestellt, erhält einen brandneuen 800-Wh-Energiespeicher im Aluminium-Gewand. Wir blicken hinter die Kulissen und machen den großen Technik-Check.

Im E-Bike-Sektor sind Akkus weit mehr als nur gefüllte Tanks. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Antriebssystems und – wie die jüngste Vergangenheit zeigte – komplexe Bauteile, die keine Fehler verzeihen. Sebastian Maag, MTB-Spartenleiter im Marketing bei Canyon, brachte den Frust der letzten Zeit im Gespräch ehrlich auf den Punkt: „Du kaufst dir ein Spielzeug oder ein Fortbewegungsmittel, und wenn du es dann auf einmal nicht mehr nutzen kannst, ist das blöd. Da würde ich mich genauso ärgern.“



Doch die Zwangspause wurde in Koblenz intensiv genutzt. Das Ziel war zweigeteilt: Zum einen mussten die bestehenden Kunden schnellstmöglich und sicher wieder auf die Trails gebracht werden. Zum anderen wollte Canyon für die künftigen Modellreihen eine universelle state-of-the-art Plattform schaffen. Herausgekommen ist eine Doppelstrategie, die keine Kompromisse bei der Sicherheit macht.

Rückblick: Risse, Stop-Ride und die Taskforce

Um die heutige Situation zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick zurück. Die Modelle Spectral:ON und Torque:ON zählten seit ihrer Einführung vor einigen Jahren zu den beliebtesten E-MTBs hierzulande. Im Laufe der Zeit traten bei den 720-Wh- und 900-Wh-Batterien jedoch vereinzelt Risse im Kunststoffgehäuse auf. Zunächst wirkte dies wie wenige Einzelfälle, doch im Laufe der Zeit wurde klar, dass mehr Kunden betroffen sind. Dies alarmierte die Sicherheitsingenieure: Risse bedeuten potenziell Eintrittspforten für Feuchtigkeit. Und Wasser im Inneren eines Hochleistungs-Akkus kann im schlimmsten Fall zu Überhitzung und Feuer führen.

Akku-Probleme bei Canyon: Was Besitzer von Spectral:ON und Torque:ON wissen müssen (UPDATE: 19.12. für Leasingnehmer)

Veröffentlicht: 19. Dezember 2024

News / E-MTBs: Käufer der E-MTBs Canyon Spectral:ON CF / CFR und Canyon Torque:ON CF können aufgrund von eventuellen Problemen mit den verbauten Akkus ihre Bikes derzeit nicht nutzen. Canyon kontaktierte die betroffenen Kunden hierzu bereits Anfang November. Mittlerweile gibt es mehr Infos und für Februar 2025 ist eine Lösung in Aussicht. Wir haben alle […]

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Canyon reagierte konsequent mit einem „Stop-Ride“. Eine interne Taskforce, unterstützt von externen Prüflaboren, widmete sich monatelang der Fehleranalyse. „Da ging es natürlich erstmal primär um das Verstehen des Problems“, erklärt Patrick Schmidt, Senior Engineer für E-Bike-Entwicklung. Das Ergebnis dieser Arbeit ist heute die Basis für besonders harte Teststandards. Egal ob der neue Alu-Akku für Neukunden oder der Ersatz-Akku aus Kunststoff für Bestandsfahrer: Jeder Energiespeicher, der heute das Lager verlässt, hat Prüfverfahren durchlaufen, die weit über die gängigen Industrienormen (wie UN, ISO oder UL) hinausgehen.

Die Strategie: Einheits-Akku für Neue, Original-Treu für Bestandskunden

An diesem Punkt stand Canyon vor einer entscheidenden Weichenstellung. Wie bedient man die wartenden Kunden und wie rüstet man sich für die Zukunft?

Für Bestandskunden war die Priorität klar: Wer sich damals bewusst für die enorme Reichweite des 900-Wh-Akkus oder das geringe Gewicht der 720-Wh-Variante entschieden hatte, sollte genau diese Eigenschaften behalten. Ein Zwangsumstieg auf eine andere Größe, weniger Kapazität oder mehr Gewicht wäre hier unfair gewesen. Deshalb wurde der bestehende Kunststoff-Akku massiv überarbeitet. Materialzusammensetzung und Fertigungsprozesse wurden optimiert, um die Sicherheit zu garantieren. So erhielten Kunden im Austausch einen technisch einwandfreien Akku, der genau den Specs ihres ursprünglichen Kaufes entsprach.



Für neue Bikes hingegen schlug Canyon das Kapitel „Zukunft“ auf. Hier wollte man die Komplexität reduzieren und eine Lösung schaffen, die universell in alle Rahmengrößen passt und maximale Robustheit bietet. Das Resultat ist der neue 800-Wh-Akku im Aluminium-Gehäuse, der ab sofort in den neuen Modellen verbaut wird.

Technik-Deep-Dive: Der neue Canyon 800 Wh Aluminium-Akku

Wer sich jetzt ein neues Canyon Spectral:ON oder Torque:ON kauft, bekommt diesen neuen Akku geliefert. Wir blicken auf die Details.



Das Gehäuse: Extrem robustes Aluminium

Canyon verabschiedet sich bei den neuen Modellen vom Kunststoff-Monobody und setzt auf ein Strangpressprofil (Extrusion) einer 6061er Aluminiumlegierung – jenem Material, aus dem auch Fahrradrahmen gefertigt werden. Doch Alu allein reicht im harten E-MTB-Einsatz nicht aus. Um Korrosion und Abrieb zu widerstehen, setzt Canyon auf High-Tech-Beschichtungen:

Hardcoating: Das Strangpressprofil selbst ist hartanodisiert. Diese Schicht ist deutlich dicker und widerstandsfähiger als ein herkömmliches Eloxal.
ED-Coating: Die Endkappen aus Aluminium-Druckguss durchlaufen eine kathodische Tauchlackierung (Electrophoretic Deposition), die sicherstellt, dass auch der kleinste Winkel versiegelt ist.
Cerakote: Ein Highlight ist die „Contact Plate“, die Schnittstelle zum Rahmen. Sie ist mit einer keramikbasierten Cerakote-Beschichtung versehen. Diese extrem harte Oberfläche bietet maximalen Schutz gegen mechanischen Abrieb beim Ein- und Ausbau sowie gegen Korrosion.



Wasserdichtigkeit: IP7 statt IPX5

Ein zentrales Thema der Taskforce war der Nässeschutz. Während der Industriestandard oft bei IPX5 (Schutz gegen Strahlwasser) liegt und dies auch für den Kunststoffakku der Fall ist, hebt der Alu-Akku das Niveau auf IP7. Erreicht wird dies durch doppelt versiegelte Schnittstellen und zwei neue interne Membranen, die durch ein Labyrinth-Design geschützt sind. Theoretisch könnte man diesen Akku bis zu einem Meter tief unter Wasser tauchen – er bliebe dicht. Auch Kondenswasser kann durch die Membran entweichen.

Modernere Zellen mit 5,6 Ah

Im Inneren des Alu-Akkus arbeiten 21700 Zellen der neuesten Generation mit 5,6 Ah Kapazität. Der Vorteil der höheren Kapazität pro Zelle liegt auf der Hand: Canyon benötigt nur noch 40 Zellen, um 800 Wattstunden zu erreichen. Das spart Platz und optimiert das Gewicht im Verhältnis zur Kapazität. Mit 4.650 Gramm platziert sich der Alu-Akku zwischen den bisherigen Varianten: 150 g leichter als der „alte“ 900 Wh Akku, 750g schwerer als die 720 Wh Variante.



Einheitsgröße: Der Vorteil für kleine Rahmen

Ein massiver Vorteil der kompakteren Bauweise (dank der reduzierten Zellanzahl) ist die Passform. Bisher mussten Käufer der Rahmengröße S auf den großen 900-Wh-Akku verzichten, da dieser schlicht zu lang war.

Der neue 800-Wh-Alu-Akku entspricht in seinen Dimensionen fast exakt dem kleinen 720-Wh-Akku. Das bedeutet: 800 Wattstunden sind in den neuen Modellen nun Standard für alle Rahmengrößen von S bis XL. Das beendet die „Zweiklassengesellschaft“ bei der Reichweite.

Smartes Laden: Speed und Pflege

Mit dem neuen Akku führt Canyon für die neuen Bikes auch ein neues Ladesystem ein. Das Ladegerät kommuniziert via CAN-Bus mit der Batterie. Mit 5,6 Ampere Ladestrom geht es zügig zur Sache: In nur 3 Stunden und 20 Minuten ist der Akku zu 80 Prozent gefüllt. Die Vollladung dauert rund 5 Stunden.
Besonders spannend: Das System lädt die letzten 20 Prozent schonender, um die Lebensdauer der Zellen zu maximieren. Canyon spricht von 500 Ladezyklen, bevor der Kunde überhaupt eine Kapazitätsreduktion bemerkt. Wichtig zu wissen: Aufgrund der neuen Kommunikationstechnik und Steckerbelegung ist das neue Ladegerät nicht abwärtskompatibel zu den alten Akkus.



Fairer Deal für Bestandskunden: Warum der optimierte Kunststoff-Akku kein Trostpreis ist

Während Neukunden also das „Rundum-Sorglos-Paket“ aus Alu erhalten, stellt sich die Frage: Sind die Bestandskunden mit ihren ausgetauschten Kunststoff-Akkus benachteiligt? Ganz klares Nein. Tatsächlich genießen diese Kunden weiterhin spezifische Vorteile, die es im neuen Einheits-Portfolio so nicht mehr gibt.

Canyon hat hier Wort gehalten und liefert genau das, was bestellt wurde – nur eben in sicher. Es ist essenziell zu verstehen, dass auch die neuen Chargen der Kunststoff-Akkus die gleichen rigorosen Tests durchlaufen haben wie das Alu-Pendant, in Sachen Sicherheit begegnen sich beide Varianten auf Augenhöhe.

Der „Legacy“-Vorteil: Reichweite oder Gewicht

Bestandskunden haben nun einen entscheidenden Trumpf in der Hand: Sie besitzen Bikes mit Spezifikationen, die es so nicht mehr zu kaufen gibt.



Wer damals das 900-Wh-Modell gekauft hat, besitzt weiterhin den Akku mit der größten Energiedichte und Reichweite. Mit 97 Kilometern und über 2.100 Höhenmetern (laut Canyon-Testdaten) schlägt der optimierte Kunststoff-Akku den neuen 800er Alu-Akku (85 km / 1.900 hm) spürbar.  Auf der anderen Seite stehen die Fahrer, die sich bewusst für das agile 720-Wh-Modell entschieden haben. Ihr optimierter Ersatz-Akku wiegt nur 3.900 Gramm. Das macht ihr Bike an der Front fast 800 Gramm leichter als die neuen Modelle mit Alu-Akku.

Einzig die bisherigen Besitzer von Rädern in Größe S, die sich nur aus kompatibilitätsgründen für den kleinen Akku entschieden haben, könnten neidisch auf die 800 Wh-Variante blicken.

Ende gut, alles gut?

Canyons Umgang mit der Akku-Problematik zeigt, wie man aus einer Krise gestärkt hervorgehen kann. Anstatt alle Kunden über einen Kamm zu scheren, wurde differenziert. Neukunden profitieren beim Kauf eines aktuellen Spectral:ON oder Torque:ON vom 800-Wh-Alu-Akku als robustem Allrounder: IP7-geschützt, schnellladefähig und kompatibel mit allen Rahmengrößen. Bestandskunden hingegen wurden nicht mit einer Kompromisslösung abgespeist, sondern erhielten hochwertigen, sicherheitstechnisch optimierten Ersatz, der die Charakteristik ihres Bikes bewahrt. Wer den Reichweiten-Giganten 900 Wh kaufte, fährt ihn auch weiter. Wer das Leichtgewicht wollte, behält es.



Am Ende des Tages können nun beide Gruppen wieder das tun, worauf es ankommt: unbeschwert die Trails genießen – egal ob mit einem Herz aus Aluminium oder High-Tech-Kunststoff.

Stichworte:#VMmtbAkkuCanyonSpectralTorque

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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