Test KTM Gravelator 25: Das günstige Alu-Modell kommt mit allen modernen Montagestandards und einer soliden Ausstattung, die gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert wurde. In Sachen Preis-Leistung ist das KTM damit sehr gut aufgestellt.
KTM stellt sein Gravel-Programm neu auf und löst unter neuem Namen die alte Baureihe X-Strada ab. Im Alu-Segment steht „Gravelator“ für einen bullig wirkenden Rahmen mit deutlich abfallendem Oberrohr, der mit zusätzlichen Montagemöglichkeiten an Funktionalität für Reise und Bikepacking gewonnen hat: Nun können neben Schutzblechen und Heckträger eine Oberrohrtasche und Halterungen an der Gabel angebracht werden. Die Option, unterm Unterrohr einen dritten Flaschenhalter zu montieren, fehlt, was aber nur wenige vermissen dürften.

KTM Gravelator 25: die Highlights
- Vielseitiges Gravelbike mit zahlreichen Montagemöglichkeiten
- Neuer Aluminiumrahmen mit UDH-Standard und innen verlegten Leitungen
- Ausstattung Shimano Cues 1×11
- Mit 1.199 Euro sehr günstiger Preis
- Gewicht 11,79 kg ohne Pedale
Sehr erfreulich ist, dass das ehemals günstigste Modell im Programm (das nach wie vor 1.199 Euro kostet) deutlich aufgewertet wurde. Das X-Strada 30, das bisher diesen Preispunkt besetzte, war mit mechanischen Bremsen ausgestattet und der Rahmen verfügte noch über klassische Schnellspannachsen und unterm Cockpit außen geführte Kabel. Als preislicher Nachfolger ist das Gravelator 25 deutlich moderner: KTM verbaut am neuen Modell eine Shimano Cues mit 1×11 Gängen und Hydraulikbremsen, und auch Steckachsen gehören nun zum Standard. Der neue Alu-Rahmen ist außerdem auf den modernen UDH-Standard abgestimmt; Bremsleitung und Schaltzug werden in den Kettenstreben geführt.
KTM Gravelator: Gravelbikes ab 899 Euro
Unterhalb des Gravelator 25 gibt es nun sogar ein Gravelbike für 899 Euro, das Gravelator 30. Dieses ist mit neun Gängen, mechanischen Bremsen und Schnellspannern deutlich einfacher gehalten, doch sogar hier werden Schaltzug wie Bremsleitungen bereits von oben ins groß dimensionierte Steuerrohr geführt. Zwar sind die Leitungen so vorm Lenker deutlich sichtbar, doch so ist es ganz einfach, den kurzen Vorbau gegen einen längeren zu tauschen, will man gestreckter sitzen.
Dann fühlt sich das KTM auf einmal ziemlich flott an: Die Sitzhaltung wechselt von ausgewogen nach sportlich, und mit der neutralen Lenkung lässt sich das Rad auf jedem Terrain sicher bewegen. Mit den recht griffigen Maxxis Rambler in 45 mm Breite (auch 50-mm-Reifen passen rein) und der 11-50er Kassette ist das Bike eher auf Trail-Abenteuer ausgelegt, zu denen auch die kompakte Sitzhaltung gut passt. Im Vergleich zur Zwölffach-Kassette teurerer GRX-Bikes fehlt nur ein Schnellgang, den man jedoch nicht wirklich vermisst. Da die Elffach-Kassette auf einem normalen HG-Freilauf montiert ist, lassen sich übrigens auch andere Zahnkränze verwenden – zum Beispiel deutlich enger abgestufte Rennrad-Kassetten wie 11-32, wenn man auf flachem Terrain unterwegs ist.
Niedriger Preis, eher hohes Gewicht
Wer vom MTB aufs Gravelator wechselt, wird sich auch am hohem Gewicht nicht stören, das mit Pedalen die Zwölf-Kilo-Marke überschreitet. Aber wie gesagt: Dieses komplett und zeitgemäß ausgestattete Rad kostet nur 1.200 Euro. Das geht natürlich nur mit den günstigen Shimano-Cues-Komponenten, die sich jedoch in Sachen Funktionalität und Haptik nur unwesentlich von den GRX-Bauteilen unterscheiden. Der Aufpreis für das KTM Gravelator 15 mit 12-fach-GRX-Mix liegt aber gerade mal bei 200 Euro. In Sachen Preis-Leistung ist das Gravel-Modellprogramm der Österreicher damit insgesamt sehr gut aufgestellt – zum Preis von zwei Gravelator 25 bekommt man zudem bereits ein Carbon-Modell mit Carbon-Laufradsatz!






