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Radsport: Diskussionsthema: 8 statt 9 – was bringt die Änderung?

20. November 2017 by Michael Behringer

UCI

Radsport: Plötzlich ging alles ganz schnell. Während der WM in Bergen wurde bekannt gegeben, dass die Anzahl der Fahrer pro Team bei allen internationalen UCI-Rennen schon 2018 verkleinert wird. Bei den großen Landesrundfahrten werden statt der bisherigen neun Starter pro Mannschaft nur noch acht nominiert. Welche Vor- und Nachteile bringt diese Regeländerung mit sich?

Vorteile: Mehr Sicherheit & weniger Kontrolle

Künftig werden bei der Tour de France, dem Giro d’Italia und der Vuelta a Espana nur noch acht Fahrer pro Team am Start stehen. Statt der bisher 198 nominierten Profis, machen sich also nun 176 auf die dreiwöchige Reise. Auch bei kleineren Rundfahrten und Eintagesrennen greift die Regeländerung. So bislang acht Fahrer pro Mannschaft in die Pedale getreten haben, sind es jetzt nur noch sieben. Für die Anpassung wurden von der UCI vor allem zwei Gründe angeführt. So soll ein verkleinertes Feld für mehr Sicherheit sorgen. Zudem wird erwartet, dass sich das Rennen nicht mehr so leicht kontrollieren lässt. Bilder eines dominierenden Sky-Trains zum Beispiel sollen dadurch der Vergangenheit angehören. In der Pressemitteilung steht geschrieben: „Um die Sicherheit der Fahrer, der Zuschauer und des Rennkonvois zu verbessern, hat das UCI Management Komitee entschieden, die Peloton-Größe zu begrenzen.“

Nachteile: Weniger Profis & einfältigere Ziele

Neben den genannten Vorteilen bringt die Regeländerung auch einige Nachteile mit sich. So werden sich die Kader der Teams in den kommenden Jahren definitiv stark verkleinern. Experten rechnen damit, dass durch die Umstellung pro Saison bis zu fünf Fahrer weniger benötigt werden. Schon jetzt haben es die jungen Talente schwer, in der WorldTour Fuß zu fassen. Die Hürde dürfte jetzt noch ein Stück größer geworden sein. Des Weiteren wird die Änderung dafür sorgen, dass die Teams einfältigere Ziele formulieren. Auf Grün und Gelb oder auf Massensprints und Bergtrikot zu fahren, wird durch einen Mann weniger gerade bei den Grand Tours nahezu unmöglich. Weniger Kontrolle muss nicht unbedingt positiv sein. Viele Radsportfans bezweifeln außerdem, dass die Verkleinerung der Teams für mehr Sicherheit sorgen wird. Ob nun 198 oder 176 Fahrer in einem Pulk nah beieinander sind, macht wohl kaum einen Unterschied.



Vorschlag von Cancellara: Sind kleinere Rundfahrten die Lösung?

Auch Fabian Cancellara hat sich gegenüber Velomotion kritisch zu diesem Thema geäußert – sogar noch bevor die Regeländerungen klar waren: „Man kann acht Rennfahrer und zwei Wochen machen. Denn aktuell sind es drei Wochen und neun Rennfahrer. Das ist schon ein Unterschied, ob Du zu acht oder zu neunt drei oder zwei Wochen fährst. Da braucht man natürlich Schützenhilfe. Man muss alles diskutieren, nicht nur einfach sechs oder acht Rennfahrer oder zwei oder drei Wochen. Ich denke, die Tour macht es sich ein bisschen einfach zu sagen, acht Rennfahrer bedeuten weniger Kontrolle.“

 



Stichworte:CancellaraFahrerGrand TourNewsRegelnUCI

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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