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KomponentenTests

Giant Tactal Pro im Test: Viel Grip, wenig Show!

29. Dezember 2025 by Michael Faiß

Giant Tactal Pro

Test / Giant Tactal Pro: Giant ist längst nicht mehr nur für Fahrräder bekannt, sondern baut das Zubehör-Portfolio konsequent aus. Der Tactal Pro positioniert sich dabei als sportlicher Kontaktpunkt für Fahrer, die wissen wollen, was unter den Rädern passiert. Wir haben getestet, ob der schlanke Single-Lock-On Griff den Spagat zwischen direktem Feedback und nötigem Grip meistert oder ob er im ruppigen Gelände zu viele Schläge durchreicht.

Abmessungen und Form: Giant Tactal Pro

  • Durchmesser: 31 mm
  • Länge: 132 mm
  • Gewicht: 112 g
  • Erhältliche Farben: Schwarz, Rot, Erdton (Braun)

Beim Tactal Pro setzt der Branchenriese Giant auf ein Single-Lock-On Design. Auffällig ist hierbei der extrem schmale Klemmring auf der Innenseite. Das ist clever gelöst, denn so bleibt trotz des Rings fast die gesamte Länge von 132 mm als effektive Grifffläche nutzbar – ein Detail, das manch anderer Hersteller oft verschenkt.

Mit einem Durchmesser von 31 mm gehört der Griff eher zur schlankeren Fraktion. Es gibt ihn auch nur in dieser einen Größe, was die Zielgruppe klar auf Fahrer mit normal großen Händen oder einer Vorliebe für dünnere Durchmesser einschränkt. Die Oberfläche ist ein technischer Mix: Giant kombiniert hier klassische Lamellen mit einer Diamant-Struktur, die durch Querstreben unterbrochen wird, um den Grip zu erhöhen. Preislich liegt der Griff mit knapp 30 Euro im gesunden Mittelfeld des Testumfelds und ist in drei Farben erhältlich, wobei der Erdton gut zu aktuellen Trail-Outfits passen dürfte.



Giant Tactal Pro
Giant Tactal Pro
Giant Tactal Pro
Giant Tactal Pro

Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke

In der Praxis zeigt der Tactal Pro sofort seinen Charakter: Er ist kein weichgespülter Touren-Griff, sondern ein Arbeitsgerät für den sportlichen Einsatz. Die Lamellen auf der Oberseite sind bewusst kurzgehalten. Das bedeutet im Klartext: Man sinkt nicht tief ein, es gibt kein schwammiges Gefühl, wie man es von lang-lamellierten Komfort-Griffen kennt. Stattdessen liefert der Griff ein sehr direktes, unverfälschtes Feedback vom Untergrund. Wer wissen will, ob er gerade über Wurzeln oder Fels fährt, ist hier richtig.

Das Highlight ist zweifellos die Gummimischung. Das Material fühlt sich extrem weich, fast schon klebrig an. Selbst ohne Handschuhe oder bei Nässe „saugt“ sich die Hand förmlich am Griff fest. Die eingearbeiteten Querstreben in der Diamantstruktur unterstützen diesen Effekt zusätzlich und verhindern effektiv ein Verdrehen der Hand. Ergonomisch ist der Griff weitgehend rund gehalten, wird aber zu den Enden hin sowie zum Lockring leicht dicker. Das hilft enorm bei der blinden Orientierung im Eifer des Gefechts – man fühlt sofort, wo der Griff aufhört, ohne hinschauen zu müssen.



Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten: Die Außenseite ist nicht separat geschützt. Der weiche Griffgummi ist hier komplett über das Lenkerende gezogen. Legt man das Bike unsanft ab, touchiert eine Hauswand oder stürzt, ist diese Stelle sehr anfällig für Risse und Verschleiß.

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Fazit: Giant Tactal Pro

Pro

  • Hervorragender Grip
  • Große nutzbare Grifffläche dank sehr schmalem Klemmring
  • Direktes Fahrgefühl ohne schwammiges Verhalten

Contra

  • Ungeschützte Außenflanke ist anfällig bei Stürzen oder Anlehnen
  • Wenig Dämpfungskomfort (für Tourenfahrer eventuell zu hart)

Fakten

Produktjahr2025
Preis29,90 Euro
Web www.giant-bicycles.com

Gesamtwertung

88%

Preis-/Leistung

87%
Der Giant Tactal Pro ist ein ehrlicher, direkter Griff für Mountainbiker, die Kontrolle über Komfort stellen. Er punktet mit einer exzellenten Gummimischung, die auch bei Nässe Sicherheit vermittelt, und einer effizienten Ausnutzung der Grifffläche. Mit rund 30 Euro platziert er sich genau zwischen den günstigen Einsteigermodellen und den teuren High-End-Produkten wie von Ergon oder ODI. Wer auf dicke Polsterung verzichten kann und stattdessen maximales Feedback sucht, macht hier nichts falsch – sollte aber beim Ablegen des Bikes etwas vorsichtig sein.
Stichworte:GiantGriffgriffe25MTB

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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