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Teamvorstellung: Israel – Premier Tech ist der Aufsteiger des Jahres

14. Dezember 2024 by Michael Behringer

Israel - Premier Tech 2025 Teamvorstellung

Radsport: Vor zwei oder gar drei Jahren hätte wohl niemand damit gerechnet, dass die Mannschaft Israel – Premier Tech sicher im Sattel der WorldTour sitzt. Doch das Management hat aus den vielen Fehlern der Vergangenheit gelernt und das Team zu einem echten Top-Team entwickelt.

Stephen Williams Tour Down under Israel - Premier Tech 2025 Teamvorstellung

Israel – Premier Tech 2024: Von #16 auf #11

Der Aufstieg der Mannschaft Israel – Premier Tech ist beeindruckend. Noch vor einigen Jahren blickte man zwar mit Respekt, aber mit wenig Ehrfurcht auf den Kader. Chris Froome, Domenico Pozzovivo, Jakob Fuglsang, Giacomo Nizzolo und André Greipel waren große Namen, die aber Welten von ihrer Bestform entfernt waren, als sie zur Mannschaft gestoßen sind. Erfahrung war da, aber der Erfolg blieb aus. Ein Umdenken fand statt – und das hat sich ausgezahlt. Mittlerweile ist Israel – Premier Tech dafür bekannt, junge Fahrer zu entwickeln. Gleichzeitig steht man im UCI-Ranking besser da als je zuvor. Bestes Beispiel dafür ist Joseph Blackmore. Der Brite wurde erst im Laufe des Jahres von der eigenen Nachwuchsmannschaft zu den Profis hochgezogen und wusste direkt zu überzeugen. Er gewann die U23-Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich und feierte Gesamtsiege bei der Tour de Taiwan, der Tour du Rwanda und der Tour de l’Avenir. Der Neuseeländer Corbin Strong triumphierte beim Giro del Veneto und gewann ein Teilstück bei der Tour de Wallonie, wo er ebenfalls Gesamtzweiter wurde. Allgemein fährt er häufig unter die Top Ten, steht kurz vor dem nächsten Schritt zum Top-Fahrer. Gleiches gilt für Derek Gee, der sich in beeindruckender Manier zu einem GC-Fahrer entwickelt hat und nicht nur eine Etappe beim Critérium du Dauphiné für sich entscheiden konnte, sondern bei der Tour de France auf Anhieb auf Rang neun in der Gesamtwertung fuhr. Die Talente also funktionieren – und da haben wir noch nicht einmal über die beiden US-Amerikaner Matthew Riccitello und Riley Sheehan gesprochen. Erfolgreichster Fahrer war 2025 für Israel – Premier Tech aber dennoch ein Oldie. Stephen Williams gewann den Flèche Wallonne, die Tour Down Under und die Tour of Britain.

Weniger Fluktuation, mehr Stabilität

Nachdem es in den vergangenen Jahren im Team Israel – Premier Tech zu zahlreichen Wechseln kam, besinnt man sich in diesem Winter auf den Zusammenhalt. Lediglich fünf Fahrer, darunter auch Rick Zabel, der bereits im Mai seine Karriere beendete, verlassen die Mannschaft. Wahre Leistungsträger – zumindest aus dieser Saison – sind nicht dabei. Dylan Teuns zieht es zu Cofidis und Mads Würtz Schmidt hat noch kein neues Team gefunden. Im Gegenzug hat man mit Alexey Lutsenko aus Kasachstan und mit dem Tschechen Jan Hirt gleich zwei starke Kletterer verpflichtet. Sie können Derek Gee künftig im Hochgebirge zur Seite stehen, bei einigen Rennen aber sicher auch auf eigene Rechnung fahren. Matis Louvel hat sein Talent bei Arkéa bereits angedeutet. Ihm fehlen aber noch die nötigen Ergebnisse. Er wird sich zunächst als Helfer beweisen müssen. Ebenso wie Pier-André Côté, der zwar aus der Israel Premier Tech Academy aufsteigt, aber bereits 27 Jahre alt ist. Alles in Allem sehen wir keine großen Veränderungen. Die braucht es aber auch nicht, da sich viele starke Talente im Kader befinden und diese bei guter Entwicklung ganz automatisch für ein noch besseres Team sorgen werden. Spannend wird es dann nächsten Winter, wenn durch die auslaufenden Verträge von Chris Froome, Jakob Fuglsang, Michael Woods und Pascal Ackermann etwas mehr Geld zur Verfügung steht …



Stichworte:Israel - Premier TechNewsTeamvorstellung

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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