Test / MTB Griff: Der Supacaz Diamond Kush verspricht maximale Kontrolle durch ein minimalistisches Design und ein besonders direktes Griffgefühl. In unserem Test klären wir, ob der schlanke Leichtgewicht-Spezialist nur für Racer mit Hang zum „Deathgrip“ taugt oder ob er auch auf langen Touren eine gute Figur macht.
Abmessungen und Form: Supacaz Diamond Kush
Durchmesser: 29 mm (sehr schlank!)
Länge: 137 mm
Gewicht: 92 g
Erhältliche Farben: Schwarz
Mit einem Durchmesser von lediglich 29 mm gehört der Supacaz Diamond Kush zweifellos zu den dünnsten Vertretern in unserem aktuellen Testfeld. Diese Dimensionierung zielt spezifisch auf Fahrer ab, die entweder über kleinere Hände verfügen oder ein extrem direktes Gefühl für den Lenker bevorzugen. Das Herzstück des Griffs bildet eine Dual-Density-Mischung: Ein vergleichsweise harter Innenkern sorgt für eine verdrehsichere Verbindung zum Lenker, während das äußere Gummi weich genug gewählt wurde, um auch ohne Handschuhe ausreichend Haftung zu bieten.
Die Verarbeitung wirkt solide; der einseitige Lockring auf der Innenseite besteht aus Metall und ist sauber eloxiert. Auffällig ist jedoch das Fehlen einer verstärkten Außenseite. Da das weiche Griffgummi bis über das Ende durchgezogen ist, könnte die Dauerhaltbarkeit bei Bodenkontakt oder beim Anlehnen des Bikes gegenüber Modellen mit harten Endkappen eingeschränkt sein. Mit einem Gewicht von nur 92 Gramm positioniert sich der Diamond Kush als echtes Leichtgewicht für Racer.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
In der Praxis zeigt sich der Diamond Kush als ein absolut ehrlicher Begleiter ohne großen Schnickschnack. Das namensgebende Diamant-Rillenprofil zieht sich über die gesamte Grifffläche und liefert in alle Zug- und Druckrichtungen zuverlässigen Grip. Wer technisches Feedback liebt und genau spüren möchte, was das Vorderrad gerade macht, wird hier fündig. Die Rückmeldung vom Untergrund ist unmittelbar und ungefiltert.
Allerdings hat dieser Minimalismus seinen Preis: In puncto Dämpfung bietet der Griff bauartbedingt nur wenig Reserven. Die Gummimischung ist zwar angenehm und keineswegs hart, doch aufgrund des geringen Durchmessers fehlt es schlicht an Materialvolumen, um Vibrationen oder harte Schläge effektiv zu eliminieren. Auf kurzen, intensiven Race-Einsätzen fällt dies kaum ins Gewicht, auf ausgedehnten Tagestouren in ruppigem Gelände könnten sensible Hände jedoch schneller ermüden. Im Testverlauf verhielt sich der Griff unauffällig und lieferte eine solide Performance ab, ohne dabei jedoch mit herausragenden technologischen Innovationen zu glänzen. Er ist ein klassischer „No-Nonsense“-Griff, der genau das tut, was er soll, aber keine speziellen Ergonomie-Wunder vollbringt.

