Wer sich mit Pedalen beschäftigt, kommt an Crankbrothers kaum vorbei. Die Brüder aus dem kalifornischen Laguna Beach haben sich von der Garagenfirma zu einem international bekannten Hersteller von MTB-Komponenten entwickelt. Neben Pedalen gehören heute unter anderem Laufräder, Dropper Posts, Pumpen oder Werkzeuge zum Programm. Pedale spielen dabei eine zentrale Rolle. Das zeigt sich auch an der enormen Breite der Stamp-Familie, die vom günstigen Composite-Pedal bis zum edlen Stamp 11 mit Titanachse reicht. Das Stamp 1 Gen 2 Large sitzt damit am unteren Ende der Modellpalette, will aber keineswegs ein Billig-Pedal sein.
Beim Stamp 1 Gen 2 setzt Crankbrothers auf einen robusten Nylon-Composite-Körper und eine geschmiedete Chromoly-Stahlachse. Die Large-Version misst 114 x 111 Millimeter und ist für Schuhgrößen von etwa EU 43,5 bis 49 ausgelegt (Für kleinere Füße gibt es eine Small Version). Mit 348 Gramm pro Paar ist das Pedal zudem angenehm leicht. Auffällig ist vor allem die konkave Form des Pedalkörpers. Statt einer komplett flachen Auflagefläche wird der Fuß regelrecht in das Pedal hineingesetzt. Zehn austauschbare Pins pro Seite sorgen zusätzlich für ordentlich Halt. Die Pins sind als einteiliges Design ausgeführt und lassen sich dadurch vergleichsweise unkompliziert austauschen. Im Inneren kommen wartbare IGUS-Gleitlager und ein Dichtungssystem zum Einsatz – Technik, die Crankbrothers auch bei höherpreisigen Stamp-Modellen verwendet. Gegenüber den Alu-Brüdern wie dem Stamp 7 muss man beim Stamp 1 Gen 2 natürlich beim Material Abstriche machen. Interessant hingegen ist, was Crankbrothers bei der zweiten Generation des Stamp 1 verbessert hat: Die Plattform wurde schlanker und robuster, die konkave Form wurde noch ausgeprägter umgesetzt und die Lager- und Dichtungseinheit aufgewertet. Dazu kommen die neuen einteiligen, austauschbaren Pins. Laut Crankbrothers ist das Gen-2-Pedal damit nicht nur eleganter, sondern auch robuster als sein Vorgänger.
In meinem Fall ist das Stamp 1 Gen 2 allerdings mehr als ein kurzfristiger Testkandidat. Ich fahre das Pedal auch privat an meinen Trail-Hardtail und habe es inzwischen seit über zwei Jahren im Einsatz. Das Pedal wurde in dieser Zeit ordentlich rangenommen, musste zahlreiche Steinkontakte und den einen oder anderen Baumkontakt verkraften. Bis heute hat es diese Einschläge klaglos weggesteckt. Auch optisch hat das Material einen entscheidenden Vorteil gegenüber lackierten Metallpedalen: Ein Kontakt mit dem Untergrund bedeutet nicht automatisch, dass anschließend blankes Metall zum Vorschein kommt. Kratzer fallen dadurch deutlich weniger dramatisch aus. Beim Grip braucht sich das Stamp 1 Composite sich nicht hinter den Hochpreisigen verstecken. In Kombination mit den richtigen Flatpedal-Schuhen krallt sich das Pedal regelrecht in die Sohle. Der Fuß steht satt und sicher auf der Plattform, auch wenn es auf dem Trail einmal ruppiger wird. Die konkave Form unterstützt natürlich dieses Gefühl zusätzlich. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Was beim schnellen Fahren für Sicherheit sorgt, macht das bewusste Repositionieren des Fußes schwieriger. Wer den Fuß während der Fahrt gerne noch einmal leicht auf dem Pedal verschiebt, muss beim Stamp 1 etwas mehr den Fuß anheben.






