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E-Bikes Tour und Alltag: Test: BMW X2City – Probefahrt mit dem neuen E-Scooter

23. Juli 2017 by Marcus Degen

Test: Mit dem BMW X2City wurde am Wochenende das Resultat einer Kooperation zwischen BMW Motorrad und der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ZEG präsentiert. Der Kick-Scooter mit Motorunterstützung ist vor allem auch deshalb interessant, da er rechtlich mit einem normalen Pedelec gleichgesetzt ist. Wir konnten das innovative Gefährt bereits Probe fahren.

Vor 10 oder 15 Jahren war der klassische Tretroller mehr Spielzeug denn Fortbewegungsmittel und vor allem der jüngeren Generation vorbehalten. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch immer mehr geändert und insbesondere in urbanen Regionen setzen auch immer mehr Erwachsene auf die praktischen Begleiter, die sich einerseits platzsparend mitführen lassen, andererseits Fahrer oder Fahrerin mühelos und deutlich schneller als zu Fuß zum Ziel bringen. Mit der stetig wachsenden Beliebtheit von E-Bikes haben einige Hersteller in den letzten zwei oder drei Jahren auch versucht diesen Trend auf den Tretroller bzw. Scooter Markt zu übertragen. Ein schlüssiges Konzept kam dabei jedoch bis dato nicht zustande. Das könnte sich mit dem BMW X2City E-Tretroller nun jedoch ändern.

BMW X2City: Kooperation zweier Zweiradgiganten

Die Motorrad-Sparte des bayerischen Automobilriesen tat sich für die Entwicklung mit einem anderen Giganten zusammen – der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG), zu der unter anderem auch Marken wie Bulls, Pegasus, Hercules oder Kettler gehören. Das Resultat dieser Kooperation ist der BMW X2City Kick-Scooter, den wir im Rahmen der ZEG Bikeshow in Köln auch bereits für einige kurze Testrunden auf dem Areal entführen durften.



BMW X2City

Mit seinen knapp 20kg Gewicht bringt der BMW E-Scooter deutlich mehr auf die Waage als seine unmotorisierten Pendants. Das ist jedoch auch nicht verwunderlich, wenn man sich die verbaute Technik vor Augen führt: Neben dem stabilen Fahrzeugrahmen drücken hier natürlich vor allem der Akku und der Motor selbst auf das Gewicht. Satte 408Wh stecken in dem unter dem Trittbrett montierten Energielieferanten. Geladen wird er über einen Magnetstecker und ist bereits nach weniger als drei Stunden wieder voll geladen. Im Alltag sollte der Akku – je nach Eigenleistung, Terrain und Fahrverhalten – 25 bis 35km durchhalten. Damit ist der BMW X2City nicht zwangsläufig nur auf Kurzstrecken limitiert.

BMW X2City: Fahrradtechnik im Scootergewand

Die Energie fließt dann vom angesprochenen Akku zum bürstenlosen Nabenmotor im 16 Zoll Hinterrad. Dieser beschleunigt den BMW Roller auf bis zu 25km/h. Am Lenker lässt sich die Unterstützungsstufe bzw. die Höchstgeschwindigkeit in fünf Stufen regeln (8, 12, 16, 20 und 25km/h). Die Funktionsweise des Rollers ist durchaus ungewöhnlich, aber geht bereits nach wenigen Minuten in Fleisch und Blut über: Ab einer Geschwindigkeit von 6km/h setzt der Motor ein und beschleunigt auf die zuvor festgelegte Unterstützungsstufe. Während der Fahrt muss dann alle paar Sekunden der Taster am hinteren Teil des Trittbretts betätigt werden, ansonsten schaltet der Motor ab. Diese Bedienung und die technischen Daten haben es möglich gemacht, dass der BMW X2City rechtlich mit einem normalen 25km/h Pedelec gleichgesetzt ist. Das heißt: Weder Zulassung noch Versicherung sind notwendig, Radwege dürften benutzt werden und fahren darf jeder ab einem Alter von 14 Jahren. Der Antrieb wurde eigens für den BMW Scooter im Hause Kettler Alu Rad mit der Firma Marquardt entwickelt, wo man auf viel Know- How aus dem E- Bike Bereich zurückgreifen kann.



Am höhenverstellbaren Lenker befinden sich auch zwei Bremshebel, die die hydraulische Bremse von Magura bedienen und den Roller immer rechtzeitig zum Stehen bringt. Übrigens: Sobald man am Hebel zieht, schaltet der Motor seine Unterstützung ab. Das Rücklicht der integrierten Beleuchtungsanlage fungiert im übrigen auch als Bremslicht und ist ebenfalls mit dem Bremshebel gekoppelt. Schön sind auch die optisch gefällig integrierten Schutzbleche und die breiten Luftreifen, die den BMW X2City auch zu 100% alltagstauglich machen. Apropos Alltagstauglichkeit: Die Lenkstange lässt sich – wie für einen Scooter üblich – nach unten klappen und damit schrumpft das Packmaß erheblich. Perfekt zum Beispiel für den Kofferraum, im Wohnmobil während des Urlaubs oder platzsparend im Büro für schnelle Erledigungen während der kurzen Mittagspause.

 



Das Fahrverhalten des innovativen BMW Scooters ist im ersten Moment ungewohnt, aber extrem angenehm. Die sanfte, spürbare Unterstützung fühlt sich harmonisch an und man fühlt sich ein wenig wie auf einem City-Surfbrett und gleitet entspannt und zugleich komfortabel dahin. Man hat sich recht schnell an das Handling und die Betätigung des Tasters gewöhnt.

BMW X2 City: Kauf oder Leasing?

Kommen wir nun noch zu den harten Fakten: Mit 2.399€ liegt der BMW X2City durchaus im Bereich eines ausgewachsenen Pedelecs. Zu kaufen wird es den BMW E-Scooter nicht etwa beim BMW Motorradhändler geben, sondern in Ketttler-Fahrradfachgeschäften. Interessant jedoch: In BMW Filialen wird man den X2City für ein paar Euro stunden- oder tageweise mieten können. Ideal zum Beispiel während eines Städteurlaubs, um die Sehenswürdigkeiten zeitsparend zu erkunden oder so lange das eigene Auto in der Werkstatt ist.

Dank der rechtlichen Gleichstellung mit einem herkömmlichen Pedelec kommt der BMW X2City auch im Rahmen eines Dienstrad Leasingprogramms über den Arbeitgeber in Frage und könnte in dieser Form für viele interessant werden, die sich den Premium Scooter ansonsten vielleicht nicht leisten möchten.



Fazit: BMW X2City

Pro

  • Tolles Fahrgefühl
  • Kompakt
  • Sehr gute Bremsen
  • Komfortabel

Contra

  • Recht hohes Gewicht

Fakten

Produktjahr2018
Preis2.399€
Web www.bmw-motorrad.de
Der BMW X2City bringt frischen Wind in den Markt der New Mobility. Als Zwitter aus Pedelec und klassischem Tretroller und großen Akku ist er für mehr als nur kurze Erledigungen geeignet und dürfte gerade in urbanen Ballungsräumen viele Fans finden. Das komfortable Fahrgefühl des Scooters weiß zu überzeugen und die Bedienung ist intuitiv. Wem die Anschaffung mit knapp 2.400€ zu kostspielig ist, der sollte sich beim Arbeitgeber über mögliche Leasingmöglichkeiten erkundigen.
Stichworte:bmwNewsScooterTestTretrollerZEG

Über Marcus Degen

Marcus Degen ist Chefredakteur und Geschäftsführer von Velomotion. Als Niederbayer aus Leidenschaft genießt er die Vorzüge der Region sowohl auf dem Fahrrad als auch kulturell und kulinarisch. Bereits 2003 gründete er das deutsche Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war bereits als Schüler im Radsport und später als Triathlet aktiv. 2013 startete er mit dem digitalen Fahrrad-Magazin Velomotion.de.

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