Test DT Swiss ARC Dicut 1100: Beim Schweizer Hersteller stehen Laufräder für Felgenbremsen nach wie vor hoch im Kurs und in großer Vielfalt im Programm – vom leichten Berglaufrad bis zum aerodynamisch optimierten Carbon-Modell, wie es einem Rimbrake-Youngtimer gut zu Gesicht steht.
Scheibenbremsen sind besser – darüber muss man nicht mehr discutieren. Doch trotz der vielen Vorzüge der Discbrakes gibt es natürlich viele Gründe, bisher genutztem Material treu zu bleiben. Weil es zum Beispiel sehr gut funktioniert – weil man mit der Bremswirkung der Felgenkneifer immer bestens klargekommen ist – weil man die Optik einer traditionellen Rennmaschine schätzt – weil einem der Aspekt des geringeren Gewichts wichtig ist – oder weil man einfach keine Lust hat, seiner bewährten Rennmaschine adieu zu sagen.

Man nehme etwa dieses Pinarello F10 älterer Bauart, das mit Pedalen je nach Radsatz (wir nähern uns dem Thema!) rund 6,5 Kilo wiegt. Der drahtige Mittfünfziger, aus dessen Fuhrpark es stammt, ist von klein auf Ausdauersportler, bis heute Trainer im Skisport und sitzt als begeisterter Radsportler pro Jahr rund 10.000 Kilometer im Sattel. Wie man dem Rad schon ansieht, ist er kein Riese, mit seinen 60 Kilo eher ein Bergfloh – und das bedeutet auch, dass ihm die stärkere Bremswirkung einer Discbrake weniger bringt als einem schweren Sprintertyp.
DT Swiss ARC Dicut 1100: Highend-Radsatz für Felgenbremsen
Nun ist für den Italo-Renner mit der damals revolutionären drahtlosen SRAM-Gruppe ein neuer Radsatz fällig, und bei der Recherche fällt auf: Die Auswahl ist kleiner geworden. Zahlreiche bekannte Hersteller haben sich aus dem Segment zurückgezogen; DT Swiss allerdings gehört nicht dazu. Die Schweizer Laufradbauer bieten bis heute eine ziemlich große Auswahl von Rimbrake-Radsätzen an, die einen sehr breiten Preisbereich abdecken. Ein klassischer Alu-Radsatz, der dank flacher Felgen nur um die 1.600 Gramm wiegt, ist bereits für kaum mehr als 400 Euro verfügbar und selbstverständlich „tubeless ready“ – ein faires Angebot, wenn es darum geht, ein vorhandenes Rennrad weiter zu nutzen.
Auf der anderen Seite gibt es bei DT Swiss auch aerodynamisch statt preislich optimiertes Material: Der DT Swiss ARC Dicut 1100 wird sogar in drei unterschiedlichen Formaten angeboten, mit 48, 62 und sogar 80 mm tiefem Profil. Letzterer ist gerade für Triathleten interessant, die noch ein paar Watt rausholen möchten, wobei das mit allen drei Varianten möglich sein sollte. Konzipiert wurden die Carbonfelgen nämlich in Zusammenarbeit mit Jean-Paul Ballard, dem Aerodynamik-Spezialisten und Gründer des Laufradherstellers SwissSide. Die eigene Firma hindert „JP“ nicht daran, sein Wissen an den großen Mitbewerber weiterzugeben. Und so weisen die DT-Felgen die typisch bauchige Form mit gerundeter statt spitz zulaufender Innenseite auf, welche als Optimum im Sinne verwirbelungsfreier Umströmung durch den Fahrtwind gilt. Eine Spezialität von DT Swiss gibt es dazu, nämlich die innenliegenden Speichennippel – noch einer Maßnahme, die den Luftwiderstand minimal reduziert.
Harmonische Einbindung der 28-mm-Reifen
Im Vergleich zu Discbrake-Felgen fallen die Carbonfelgen dieser DT-Laufräder mit 25 mm eher schmal aus. Aerodynamisch dürfte dies aber kein Nachteil sein, da ja auch die Reifenbreite nicht allzu üppig ausfällt – mehr als 28 mm sind bei den meisten Rimbrake-Rennern nicht drin, was aber fürs Rennrad dicke reicht. Und natürlich profitiert auch das Laufradgewicht von den etwas schmaleren Felgen, dass im Falle des DT Swiss ARC Dicut 1100 bei rund 1.500 Gramm liegt. Auch die schlanken Nabenhülsen mit weich laufenden Lagern tragen zum geringen Gewicht wie zum geringen Luftwiderstand bei.
Mit den starken SRAM-Bremszangen am Testrad und speziellen Carbon-Belägen ist auch das Bremsverhalten rundum zufriedenstellend – zumindest bei Trockenheit. An Regentagen könnte man auf den oben erwähnten Alu-Radsatz umrüsten, und wer jetzt meint, die Sache würde kostenmäßig ausufern, bedenke bitte folgendes: Mit einem offiziellen Verkaufspreis von 2.499 Euro sind die DT-Swiss-Laufräder natürlich recht hochpreisig. Da aber die Nachfrage nach Rimbrake-Rädern nachgelassen hat, sind im (Online-) Handel kräftige Rabatte zu erwarten. Wer also seinen bewährten Renner mit zeitgemäßem Material weiter nutzen möchte, wird diesen Radsatz zu recht ziemlich attraktiv finden.






