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RadsportStraßenradsport

Teamvorstellung: Vor Movistar liegt eine unklare Zukunft

18. Dezember 2019 by Michael Behringer

Movistar Teamvorstellung

Radsport: Seit 1980 existiert im Straßenradsport das Team Movistar. Unter verschiedenen Namen bekannt, fuhr die spanische Equipe Jahr für Jahr Erfolge ein. Jetzt steht der Mannschaft der vielleicht größte Umbruch in der eigenen Geschichte bevor.

Movistar 2019: Trotz Rang #7 eine Enttäuschung

Nur knapp hinter Ineos reiht sich das Team Movistar 2019 auf Rang #7 im UCI WorldTour Ranking ein. Dennoch muss von einer enttäuschenden Saison gesprochen werden, denn einige Profis konnten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Nairo Quintana zum Beispiel gewann die zweite Etappe der Vuelta a Espana und das 18. Teilstück der Tour de France. Als Vierter bzw. Achter in der Gesamtwertung war er dennoch unzufrieden mit sich selbst. Damit schreitet die Abwärtsspirale in seiner Entwicklung weiter voran. Auch der talentierte Marc Soler konnte 2019 keinen Schritt in eine positive Richtung gehen. Mikel Landa wurde Vierter beim Giro d’Italia und Sechster bei der Tour de France. Schlecht waren sie also alle nicht, aber für das Team Movistar sind Ränge außerhalb der Top drei einfach nicht gut genug. So konnten nur zwei Profis wirklich überzeugen. Richard Carapaz gewann im Alter von 26 Jahren überraschend die Italien-Rundfahrt. Und Altmeister Alejandro Valverde lieferte auch mit stolzen 39 Jahren noch ab. Er gewann mehrere Rennen, darunter die siebte Etappe der Vuelta a Espana.



Transfers: Movistar verliert die besten Leute

Im Team Movistar steht nach vielen Jahren der Konstanz nun ein ernstzunehmender Umbruch bevor. Namhafte Profis haben die Mannschaft verlassen und sie konnten nicht adäquat ersetzt werden.13 Abgängen stehen 14 Neulinge gegenüber, doch der qualitative Unterschied dürfte den Fans Sorgen bereiten. Mit Nairo Quintana, Mikel Landa und Richard Carapaz kehren gleich drei GC-Fahrer Movistar den Rücken. Vor allem der Verlust von Carapaz an Ineos schmerzt sehr, da dem Mann aus Ecuador die Zukunft gehört. Mit Carlos Betancur, Andrey Amador, Rafael Valls, Raime Roson, Ruben Fernandez und Winner Anacona verliert die spanische Equipe zudem starke Kletterer und treue Helfer. Auch der Deutsche Jasha Sütterlin und der Italiener Daniele Bennati werden mit all ihrer Erfahrung eine Lücke hinterlassen.

Im Gegenzug sichert sich Movistar die Dienste von Enric Mas. Der Spanier wird im Januar 25 Jahre alt und könnte eine neue Ära bei Movistar einleiten. Ihm helfend zur Seite stehen sollen in den Bergen unter anderem die italienischen Neulinge Dario Cataldo und Davide Villella. Mit namhaften Neuzugängen war es das dann aber auch schon. 9 der weiteren 11 Neuzugänge sind maximal 24 Jahre alt und können keine Erfahrung in der WorldTour vorweisen. Dazu zählen auch der Deutsche Juri Hollmann und der Schweizer Johan Jacobs.

Movistar 2020: Die schwierigste Saison seit Jahren

Obwohl Prognosen im Radsport schwierig sind, dürften sich alle Experten darüber einig sein, dass dem Team Movistar 2020 ein schwieriges Jahr bevorsteht. Mehr als die Hälfte der im Kader befindlichen Fahrer kann keine oder nur geringe Erfahrung in der WorldTour vorweisen. Ein großer Teil der Sieggaranten aus den vergangenen Jahren hat das Team verlassen. In Person von Alejandro Valverde wird der Leader in der kommenden Saison 40 Jahre alt. Ob der Umbruch gelingt, wird vor allem an zwei Personen hängen. Enric Mas muss bei einer Grand Tour um den Gesamtsieg mitfahren können. Marc Soler muss nach einem durchwachsenen Jahr den nächsten Schritt in Richtung GC-Fahrer machen. Gelingt dies nicht und Alejandro Valverde wird erwartungsgemäß irgendwann einmal schwächer, könnte die Saison 2020 für Movistar eine ganz bittere werden.



Hier geht’s zum kompletten Kader von Movistar.

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Stichworte:MovistarNewsTeamvorstellung

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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