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Naked Optics Shyft: Die individuelle Sportbrille aus dem 3D-Drucker

7. August 2026 by Florian Nowak

Produktnews: Mit der Naked Optics Shyft verfolgt der Hersteller einen ungewöhnlichen Ansatz bei der Entwicklung von Sportbrillen. Statt ausschließlich mit klassischen Einheitsgrößen zu arbeiten, soll die Breite des Brillenrahmens an die individuelle Gesichtsbreite des Trägers angepasst werden. Die dafür notwendigen Daten werden digital ermittelt, anschließend entsteht der vordere Rahmen im 3D-Druck in Österreich. Nach Angaben des Salzburger Herstellers soll die Shyft damit vor allem bei Passform, Halt und Tragekomfort Vorteile bieten.

Naked Optics Shyft – Digitale Vermessung statt klassischer Größenwahl

Im Mittelpunkt des Konzepts steht zunächst nicht das Glas oder die Form der Scheibe, sondern die Passform des Rahmens. Wer eine Shyft bestellt, ermittelt seine Gesichtsbreite direkt über die Website von Naked Optics. Dafür wird die Kamera eines Smartphones oder Computers verwendet; eine zusätzliche App ist nicht notwendig. Auf Basis der ermittelten Daten wird anschließend die passende Rahmenbreite bestimmt.



Naked Optics

Auf der Produktseite beschreibt Naked Optics den Scan etwas detaillierter. Zum Einsatz kommt demnach eine Webcam-basierte Gesichtserkennung mit einem lokal ausgeführten KI-Modell. Laut Hersteller wird das Kamerabild dabei nicht über die Internetverbindung übertragen und es werden keine Bilddaten gespeichert. Für eine möglichst zuverlässige Messung sollen Augen und Ohren sichtbar sein und die Aufnahme bei ausreichender Beleuchtung erfolgen.

 



Naked Optics Shyft

Der Ansatz adressiert ein bekanntes Thema bei Sportbrillen: Je nach Kopfform können identische Rahmen bei unterschiedlichen Fahrern deutlich anders sitzen. Während zu schmale Modelle insbesondere im Bereich der Schläfen unangenehm werden können, fehlt bei zu breiten Rahmen unter Umständen der gewünschte Halt. Naked Optics versucht dieses Problem bei der Shyft über eine angepasste Rahmenbreite zu lösen. Aussagen zum tatsächlichen Komfort gegenüber konventionellen Sportbrillen stammen bislang allerdings vom Hersteller beziehungsweise dessen Athletentests und sind nicht mit einem unabhängigen Praxistest gleichzusetzen.

Der Rahmen entsteht im Multi-Jet-Fusion-Verfahren

Nach der digitalen Vermessung wird der vordere Rahmen in Österreich produziert. Fertigungspartner ist Voxel4You. Zum Einsatz kommt das Multi-Jet-Fusion-Verfahren, kurz MJF. Dabei wird PA12-Kunststoffpulver schichtweise aufgetragen und an den vorgesehenen Stellen verschmolzen. Auf diese Weise entsteht der Rahmen Schicht für Schicht. Als Material verwendet Naked Optics PA12-Polyamid. Der Hersteller nennt geringes Gewicht, hohe Stabilität und Alltagstauglichkeit als wesentliche Eigenschaften. Die Shyft ist zudem CE-zertifiziert. Ein konkretes Gesamtgewicht der Brille nennt Naked Optics in den zugrunde liegenden Informationen allerdings nicht. Nach dem eigentlichen Druck folgt eine Nachbearbeitung. Anschließend werden Nasenstück, Bügel und das gewählte Glas montiert, bevor die fertige Brille geprüft und versendet wird.



Damit unterscheidet sich die Shyft nicht nur bei der Vermessung von einem konventionell produzierten Modell. Naked Optics hat für die Brille auch einen Teil der Wertschöpfung nach Österreich verlagert. Der Hersteller verweist in diesem Zusammenhang neben der Individualisierung auf kürzere Lieferketten und regionale Fertigung.



Anpassbares Nasenstück und gummierte Bügel

Naked Optics Shyft

Die individualisierte Rahmenbreite bildet nur einen Teil des Passformkonzepts. Ergänzend verfügt die Shyft über gummierte Bügel und ein anpassbares Nasenstück. Diese Komponenten sollen für zusätzlichen Halt sorgen, insbesondere wenn die Brille bei intensiver sportlicher Belastung getragen wird. Optisch folgt das Modell dem aktuell verbreiteten Konzept großflächiger Sportbrillen mit einer weit heruntergezogenen Scheibe. Der vergleichsweise großflächige Sichtbereich positioniert die Shyft insbesondere für Einsatzbereiche wie Rennrad, Gravel, Laufen oder andere Outdoor-Sportarten, auch wenn das zentrale technische Alleinstellungsmerkmal nicht die Scheibengeometrie, sondern der 3D-gedruckte Rahmen ist.

Individualisierung als eigentliche Neuerung

Naked Optics Shyft



Technisch erfindet die Shyft die Sportbrille nicht vollständig neu. Wechselgläser, ein verstellbares Nasenstück und gummierte Kontaktflächen gehören auch bei anderen Performance-Modellen inzwischen zu bekannten Lösungen. Interessant ist vielmehr die Verbindung aus digitaler Vermessung, automatisierter Bestimmung der Rahmenbreite und lokaler additiver Fertigung. Genau hier liegt der konzeptionelle Unterschied zu klassischen Sportbrillen: Die Fertigung wird stärker an den einzelnen Nutzer gekoppelt. Statt zunächst einen fertig produzierten Rahmen auszuwählen und anschließend zu prüfen, ob dieser zur eigenen Kopfform passt, beginnt der Bestellprozess bei der Shyft mit der Vermessung des Gesichts.

Shyft

Bei den Gläsern setzt Naked Optics auf ein Wechselkonzept. Insgesamt nennt der Hersteller neun austauschbare Gläser, verteilt auf fünf Lichtkategorien von CAT.0 bis CAT.4. Damit reicht das Spektrum von sehr hellen Scheiben für schlechte Lichtverhältnisse bis zu stark getönten Varianten für intensive Sonneneinstrahlung. Das Wechseln erfolgt über ein Stecksystem. Laut Naked Optics lässt sich die Scheibe innerhalb weniger Sekunden austauschen. Damit kann eine Shyft mit unterschiedlichen Gläsern an wechselnde Bedingungen angepasst werden, anstatt für verschiedene Lichtverhältnisse separate Brillen verwenden zu müssen.



 

Stichworte:Naked OpticsNaked Optics ShyftNewsSportbrilleVerlosung

Über Florian Nowak

Florian Nowak ist Radprofi auf EuropeTour Ebene und war schon bei vielen internationalen Rennen am Start. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 war er bester nicht WorldTour Profi auf Platz 7 und konnte sich somit für die Tour de L'Avenir und die Weltmeisterschaften empfehlen. Er fühlt sich aber nicht nur auf dem Rennrad wohl, immer wieder zieht es ihn auch ins Gelände. Neben dem Sport arbeitet er an seinem zweiten Standbein und hat sein BWL Studium an der LMU München abgeschlossen.

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