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RennräderTests

Rose Blend 105 Di2 im Test: Shimano Di2 für 2.000 Euro – gibt es einen Haken?

2. August 2026 by Lukas Mühlehner

Rose Blend

Die Blend-Familie steht im Rose-Sortiment an der Schwelle zwischen Road und Gravel. Der Alu-Allrounder kommt in verschiedenen Ausstattungsvarianten, wechselweise für den Einsatz auf Schotter oder Asphalt. Ganz an der Spitze steht das 105-Di2-Modell für schwer schlagbare 2.000 Euro. Lohnt sich das Upgrade auf die elektronische Shimano-Schaltung? Nach 1.000 Testkilometern auf der Straße glaube ich, die Antwort zu kennen.

Inhaltsverzeichnis
Die Eckdaten im Überblick
Shimano 105 Di2 im Detail
Fahrverhalten
Rahmen-Geometrie
Velomotion-Upgrade
Ausstattungsvarianten

Rose Blend 105 Di2 – Die Eckdaten

Wer gerne mit Kategorien hantiert, hat es beim Rose Blend einfach: Es ist ein klassisches Endurance-Rennrad mit Aluminium-Rahmen für Einsteiger, das sich auch als Gravelbike eignet. Essentiell sind hierfür die 40 mm Reifenfreiheit und das entspannte Handling, mit dem sich das Blend auch auf ruppigem Untergrund gut steuern lässt. Die 105 Di2-Ausstattungsvariante ist aber wirklich nur für den Asphalt gemacht: Ab Werk wird das Bike nämlich mit 28 mm schmalen Reifen ausgeliefert. Ein sportliches Cockpit und Laufräder mit 27 mm Felgenhöhe unterstreichen den Road-Ansatz. Nicht nur dank des vielfältigen Einsatzbereichs, sondern auch dank der sechs fein abgestimmten Rahmengrößen und des günstigen Einstiegspreises dürfte das Blend viele Fans finden; das hier getestete Topmodell schlägt mit 2.000 Euro zu Buche, für 700 Euro weniger gibt es eine Shimano Cues-Schaltgruppe und 32 mm Reifen, aufgezogen auf Gravel-Laufrädern.



  • Einsatzbereich Endurance / Allroad
  • Rahmenmaterial Aluminium (Carbon-Gabel)
  • Übersetzung 50-34t / 11-34t
  • Größen XXS–XXL
  • Farben Moss, Papyrus
  • rosebikes.de
  • Preis (UVP) 2.000 Euro
Rose Blend 105 Di2
Rose Blend 105 Di2 im Test: Das Endurance-Rennrad richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene, untermauert seinen Allroad-Charakter mit Gravel-Eignung und glänzt mit einer elektronischen Shimano-Schaltung für genau 2.000 Euro.
Das zweiteilige Cockpit mit vielen Spacern unter dem Vorbau lässt sich gut an den Fahrer anpassen.
Der Rahmen verfügt über Anschraubpunkte für Schutzbleche und Fahrradständer.



Shimano 105 Di2 – Gadget oder Gearhead-Traum?

Am Rose Blend 105 Di2 fällt vor allem auf, dass etwas fehlt – die Schaltzüge nämlich. An ihre Stelle sind der Akku und die Stellmotoren der namensgebenden 105 Di2-Schaltung getreten – es ist das günstigste Shimano Road Groupset, bei dem die Gänge elektronisch eingelegt werden. Die Nachteile? Alle paar Monde muss mal der Akku in der Sattelstütze über den Port im Schaltwerk geladen werden. Die Vorteile? Die Gänge werden sauber und mühelos eingelegt. Dank E-Shift sogar halbautomatisch, will man die 2×12-Schaltung wie eine 1×24-Schaltung behandeln. Das Resultat? Man schaltet lieber und öfter, als es bei einer mechanischen Gruppe der Fall wäre – das macht einfach Freude und bietet einen echten Mehrwert im Sattel.

Die Schaltbefehle werden per Funk vom Cockpit zu Umwerfer und Schaltwerk geschickt – die Ergonomie der Schalthebel ist über alle Zweifel erhaben.
Ein zentraler Akku in der Sattelstütze versorgt Umwerfer und Schaltwerk mit Strom. An letzterem befindet sich der Ladeport für das proprietäre Di2-Kabel.
Rose Blend Road
Zum Schalten genügt bereits ein leichtes Tippen auf die Tasten am Schalthebel. So lassen sich die Gänge mühelos wechseln.


Wie fährt sich das Rose Blend?

Das Bike ist sich seiner Rolle als Rennrad für Einsteiger und leicht Fortgeschrittene klar bewusst: Die Rahmengeometrie übertreibt es nicht mit der Sattelüberhöhung und der Schärfe der Winkel, sodass das Handling weniger spitz, sondern leicht zugänglich ausfällt. Komponentenentscheidungen wie die 27 mm hohen Laufräder resultieren in einer recht geringen Anfälligkeit für Seitenwinde. Verwunderlich ist aber die Entscheidung, lediglich 28 mm breite Reifen zu verbauen. Moderne (Endurance-)Rennräder setzen oft auf 32 mm breite Pneus; schmäler heißt weniger Komfort, mehr Luftdruck und geringere Kontrolle auf der Abfahrt. Genügend Reifenfreiheit würde der Aluminiumrahmen, der mit einer Carbongabel verheiratet ist, sowieso garantieren, denn in seinem Gravel-Alter-Ego kann das Blend bis zu 40 mm aufnehmen. Diese Reifenfreiheit auf den 19 mm breiten Felgen auszureizen, ist allerdings wenig sinnvoll.

Rose Blend 105 Di2
Sprinteinlagen setzt das Rose Blend gutmütig, aber zügig um. Merklich verwindet sich das Chassis nicht, man darf allerdings nicht die bedingungslose Schärfe eines Carbon-Boliden erwarten.
Der Alu-Rahmen kann bis zu 40 mm breite Reifen aufnehmen. Ab Werk sind 28 mm breite Schlappen verbaut.
Im Sitzrohr findet eine runde 27,2-mm-Sattelstütze Platz. Anstelle einer integrierten Klemmung gibt es eine klassische Sattelklemme.


Mit den 28-mm-Contis fliegt man auch so ganz formidabel über den Asphalt. Gerade für Rennrad-Neulinge hat es etwas Berauschendes, wie flott man mit dem Blend 105 unterwegs ist. Ich verbringe meine Zeit als Fahrradtester meist auf Bikes mit Stollenreifen, auf denen meine Durchschnittsgeschwindigkeit naturgemäß etwas niedriger ist. Der Endurance-Renner des Versenders erlaubt es mir, die umliegende Landschaft aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Es ist ein wahrer Genuss, die unzähligen Nebenstraßen zu erkunden und dabei mehr und schneller Strecke zu machen, als es auf einem Gravel- oder Mountainbike je möglich wäre. Das Rose Blend stellt sich hier als zuverlässiger Begleiter heraus, der keine Probleme macht und sich wie eine intuitive Erweiterung des Fahrers anfühlt.

Geo-Nerds finden hier die ausführliche Geometrie-Tabelle des Testbikes:

RahmengrößeXSSMLXLXXL
Sitzrohrlänge (mm)460490520550580610
Oberrohrlänge waagerecht (mm)520536553570588606
Steuerrohrlänge (mm)120140160182205228
Steuerrohrwinkel (°)70,571,572,57373,573,5
Sitzrohrwinkel (°)74,57473,5737373
Kettenstrebenlänge (mm)415415415415415415
Radstand (mm)9879981008102010331050
Tretlagerabsenkung (mm)727270706868
Überstandshöhe (mm)745770795820845870
Reach (mm)372380388396404412
Stack (mm)538559580601621642
Stack-to-Reach Ratio1,451,471,491,521,541,56
Vorbaulänge (mm)8090100100110110
Lenkerbreite (mm)400400420420440440
Kurbellänge (mm)170170172,5172,5175175
Max. Reifenbreite (mm)383838383838
Systemgewicht (kg)120120120120120120
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Velomotion-Upgrade: 4iiii Precision 3+ Powermeter

Im Laufe des Testablaufs haben wir die Ausstattung am Rose Blend 105 um ein einseitig messendes Powermeter ergänzt. Der linke Kurbelarm wurde durch ein modifiziertes Modell des Herstellers 4iiii ergänzt. So lassen sich Daten wie Leistung und Trittfrequenz fast in Echtzeit am Headunit ablesen – sekündlich sendet der Kurbelarm ein Update. Wozu das Upgrade? Mehr Daten! Dank Leistungsmessung kann man sich selbst über längere Strecken besser pacen, Intervall-Training effektiver umsetzen und in Kombination mit einem Pulsmesser genauer die Entwicklung der eigenen Fitness nachvollziehen. Ein Muss ist das Powermeter gerade an einem Einsteigerbike nicht; einmal genutzt, möchte man auf die Daten aber schwer verzichten.

Wir haben das Rennrad um ein Powermeter zur Leistungsmessung ergänzt. Der Sensor von 4iiii sitzt am linken Kurbelarm und ermöglicht es z.B., den FTP-Wert zu ermitteln.


Die beste Ausstattungsversion des Rose Blend?

Dies ist der Box-Titel
Rose Blend RoadRose Blend GravelRose Blend 105 Di2

Der Versender aus Bocholt bietet das Blend in drei Konfigurationen an. Den Anfang macht ein Road-Modell für 1.300 Euro, das unseren einzigen wirklichen Kritikpunkt am Testbike ausräumt: Auf dem hier verbauten Gravel-Laufradsatz mit einer Maulweite von 25 mm sind 32 mm breite Reifen aufgezogen – das verspricht mehr Komfort und Kontrolle. Bei der 2×10-Schaltung aus der Shimano Cues-Reihe erhält man kleine Gänge für lange Anstiege, verliert aber am schnellen Ende eine optimale Übersetzung. Super für Einsteiger in bergigem Gelände, die womöglich auf Gravel umsteigen möchten – dann braucht es bloß andere Reifenmäntel.



  • Schaltgruppe Shimano Cues U-6000 2×10
  • Kurbelgarnitur Shimano Cues 46-32t
  • Laufräder Rose G20 Fade
  • Reifen Continental Ultra Sport III Performance 32 mm
  • Cockpit Ritchey Road Comp Streem II
  • rosebikes.de
  • Preis (UVP) 1.300 Euro

Für 100 Euro mehr gibt es die einzige, dedizierte Gravel-Variante des Blend. Hier werkelt eine hochwertigere Shimano GRX-2×10-Schaltung, allerdings mit etwas weniger Bandbreite. Der Lenker hat eine Offroad-optimierte Geometrie, zudem sind auf den Laufrädern 40 mm breite Gravelreifen aufgezogen. Ideal für sportliche Offroad-Fahrer und Schotter-Enthusiasten.



  • Schaltgruppe Shimano GRX RX-400 2×10
  • Kurbelgarnitur Shimano GRX 46-30t
  • Laufräder Rose G20 Fade
  • Reifen Continental Terra Trail 40 mm
  • Cockpit Ritchey Road COMP Butano II
  • rosebikes.de
  • Preis (UVP) 1.400 Euro

Last, but not least, gibt es mit dem getesteten Rose Blend 105 Di2 eine speziell auf den Road-Einsatz ausgelegte Konfiguration. Dank hoher Übersetzung und schmalen Reifen fallen Asphalt-Touren mit hoher Grundgeschwindigkeit leicht. Ein Umbau für mehr Gravel-Tauglichkeit braucht dafür etwas mehr Einsatz. Das 105 wählt man am besten, wenn man sich seiner Road-Karriere schon recht sicher ist – die Gravel-Hintertüre bleibt für das Allroad-Bike aber dennoch offen.



  • Schaltgruppe Shimano 105 Di2 2×12
  • Kurbelgarnitur Shimano 105 50-34t
  • Laufräder Rose R25 (19 mm Maulweite, 27 mm Profilhöhe)
  • Reifen Continental Ultra Sport III Performance 28 mm
  • Cockpit Ritchey Road Comp Streem II
  • rosebikes.de
  • Preis (UVP) 2.000 Euro

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Fazit: Rose Blend 105 Di2

Pro

  • Intuitives Handling
  • Tolle Ausstattung
  • Preis-Leistung
  • Viel Reifenfreiheit
  • Breiter Einsatzbereich

Contra

  • Schmale Felgen-Reifen-Kombi

Fakten

RahmenmaterialAluminium
BremseScheibenbremse Hydraulisch
Preis2.000 Euro
Web www.rosebikes.de
Das Rose Blend 105 Di2 im Velomotion Fahrradmarkt
Ein intuitives, genügsames Handling ist nicht das einzige, was das Alu-Endurance-Rennrad des Versenders ausmacht. Auf der Straße spürt man insbesondere die Vorteile der elektronischen Di2: Man schaltet dank der ausgezeichnet funktionierenden Gruppe oft, gerne und leicht – ein echter Mehrwert!
Stichworte:#VMroadEinzeltestEnduranceEndurance-BikeEndurancebikeRoseRose BikesRose Blend Road 105 Di2Test

Über Lukas Mühlehner

Als Niederbayer passt er perfekt ins Velomotion-Team; Lukas Mühlehner studierte in Regensburg Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft und sammelte nebenbei in der Bike-Industrie und später bei mtb-news.de viel Erfahrung in der Branche und im redaktionellen Arbeiten. Vom Donau-Flachland ist er in den Bayerischen Wald gezogen, um seine Volontärstelle bei Velomotion anzutreten und auf den dortigen MTB-Trails zwischen Arber und Geißkopf auf ausgiebige Testfahrten zu gehen.

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