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TestsTrekking- und Citybikes

Goldene Mitte zwischen Alltag und Sport: Test Bulls Wildcross Street

15. Dezember 2020 by Caspar Gebel

Bulls Wildcross Street

Test Bulls Wildcross Street: Ebenso sportlich wie praktisch zeigt sich das Bulls Wildcross Street im Test von Velomotion. Das schwarze Crossbike steht stellvertretend für eine beliebte Gattung – etwas genauer hinzuschauen lohnt sich.

Das Mountainbike ist zu sportlich, das Trekkingrad dann doch zu behäbig? Wer so empfindet, muss nicht verzagen – zwischen diesen beiden Fahrrad-Gattungen ist schließlich jede Menge Raum. Und der wird gefüllt von Crossbikes, die in unterschiedlichen Varianten verfügbar sind und damit Sportlichkeit bzw. Alltagstauglichkeit in unterschiedlichem Maße bietet.

Bulls Wildcross Street: So sieht ein Crossbike aus

Was ist charakteristisch für diese Gattung? So ziemlich alle Crossbikes werden mit 28-Zoll-Laufrädern aufgebaut, womit sie sich klar von den Mountainbikes früherer (26 Zoll) und heutiger (27,5 Zoll) Bauart unterscheiden. Bereift mit Pneus von 40 mm Breite und mehr – am Bulls Wildcross Street sind es 44 mm –, ist man mit solchen Laufrädern für vielfältige Einsatzzwecke gut gerüstet: Auf Asphalt kommt man leichtfüßig voran, und über Naturwege oder in leichtem Gelände stimmen Traktion und Dämpfung. Zumal Bulls Reifen verbaut, die eine recht glatte Lauffläche mit deutlich ausgeprägten Schulterstollen kombinieren.



Bulls Wildcross Street

Ziemlich genau zwischen MTB und Trekkingbike liegt das Bulls Wildcross Street mit seiner Federgabel: Mit 75 mm Weg ist sie länger als typische Trekking-Gabeln, was bei niedriger Vorspannung verhindert, dass die Gabel bei groben Stößen durchschlägt. Und auch bei der Ausstattung geht das Crossrad einen Mittelweg: Die Schaltung orientiert sich mit 3×7 Gängen am Trekkingbike wie am klassischen Mountainbike – klassisch deshalb, weil moderne Bikes fast ausschließlich mit Mono- oder Doppelkettenblatt spezifiziert werden. Im günstigen Preisbereich hat „Dreifach“ aber immer noch seinen Platz, da es eine große Übersetzungsbandbreite ermöglicht.

3×7 Gänge stehen für eine beachtliche Übersetzungsbandbreite.
Mit 75 mm Federweg fällt die Gabel länger aus als am Trekkingbike.


Alltagstaugliche Anbauteile am Bulls Wildcross Street

Eher an Alltagsrädern finden sich freilich Anbauteile wie die Lichtanlage mit ausfallsicherem Nabendynamo und die leichten Schutzbleche, nicht zu vergessen der praktische Seitenständer. Die Kunststoff-„Bleche“ sind, wie es für Sporträder typisch ist, kürzer gehalten, außerdem sitzen sie nicht so eng, sodass sich bei Offroad-Passagen kein Schmutz ansammeln kann. Die Gummibandage am Sitzrohr vermittelt den Eindruck, dass die Bleche schnell mal abgenommen werden können. Doch das geht leider nicht, denn das Rücklicht ist am Schutzblech montiert und durchgehend verkabelt. Hier wäre eine praktischere Lösung wünschenswert – etwa eine Befestigung der Leuchte an der Sitzstrebe.

Die Lichtanlage macht das Crossbike voll alltagstauglich.
Ans hintere Steckschutzblech ist das Rücklicht montiert – einfach abnehmen geht nicht.

Dass die Schützer kurz gehalten sind, ist optisch natürlich ein Gewinn, bei starker Nässe spritzt es vorne allerdings bis zu den Füßen hoch und man zieht eine ordentliche Fontäne hinter sich her. Rundum alltagstauglich ist diese Lösung also nicht.



Dicsbrakes: Auch mechanisch eine gute Wahl

Scheibenbremsen sind längst kein Alleinstellungsmerkmal des Mountainbikes mehr; inzwischen sind sie wirklich überall zu finden. Am günstigen Bulls Wildcross Street kommen eher einfache Exemplare zum Einsatz, die per Seilzug bestätigt werden statt hydraulisch. Das macht regelmäßiges Nachjustieren erforderlich, wenn sich die Bremsbeläge langsam abnutzen, hat aber ansonsten keinerlei Nachteile. Falls man mal hochwertigere Komponenten nachrüsten will, bewährt sich übrigens ein Merkmal des soliden Alu-Rahmens: Alle Züge sind außen geführt; andere Bremsen lassen sich also leicht und schnell montieren.

Verlässliche Verzögerung bieten die Scheibenbremsen.
Am Alu-Rahmen fällt der praktische Magnetflaschenhalter auf.

Sportlicher Sitzkomfort

Keinerlei Änderungen bedarf die Sitzhaltung: Der Lenker ist tendenziell über der Sattelhöhe positioniert, was für eine angenehme Oberkörperhaltung sorgt; die ergonomischen Griffe liegen gut in der Hand und Bremsgriffe wie Schalthebel sind optimal ausgerichtet. Auffällig ist die Sattelstütze ohne Versatz nach hinten, die die Sitzposition etwas sportlicher macht.



Ergogriffe und optimal ausgerichtete Armaturen – am Cockpit stimmt alles.
Der sportliche Sattel ist leicht nach vorne orientiert.

 

So ist man auf dem Bulls Wildcross Street flott, aber komfortabel unterwegs – im Alltag mit Rucksack oder Messenger Bag ebenso wie auf sportlichen Touren auf Asphalt wie auf Naturwegen. Und es ist genau dieses Nutzungsmix, das viele Fahrradfreunde anspricht; kein Wunder also, dass Crossbikes wie das Bulls so beliebt sind.



Fazit: Bulls Wildcross Street

Pro

  • Günstiger Preis
  • Solide Komponenten
  • Rundum alltagstauglich ausgestattet

Contra

  • Steckschutzbleche können nicht einfach abgenommen werden

Fakten

RahmenmaterialAluminium
BremseScheibenbremse Mechanisch
Gewichtk. A.
Preis599 Euro
Web www.bulls.de
Das Bulls Wildcross Street im Velomotion Fahrradmarkt
Das Bulls Wildcross Street macht vor allem jenen Radlern Freude, die das eine Rad für unterschiedliche Einsatzzwecke suchen. Alltagsfahrten ohne viel Gepäck macht es ebenso mit wie Touren durch mäßig anspruchsvolles Gelände. Die hier und da etwas einfachen Komponenten sind dem günstigen Preis geschuldet, können jedoch zufriedenstellen – und lassen sich ohne großen Aufwand austauschen, falls das Bulls im Dauereinsatz genutzt wird.
Stichworte:#VMalltagBullsCrossbikeTrekking

Über Caspar Gebel

Caspar Gebel sitzt seit 40 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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