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Spektrum: E-Bike FAQ: Die zehn populärsten Irrtümer über E-Bikes

17. März 2017 by Andreas Waldera

E-Performance: E-Bikes sind Gift für Sportler, die Technik ist noch unausgereift und wird man damit zum Faulpelz? Das stimmt nicht! Velomotion klärt die zehn populärsten Irrtümer über E-Bikes auf.

1. E-Bikes sind nur was für Unsportliche und Senioren?

Absolut nicht: Natürlich haben Senioren und Menschen, die nicht so fit sind damit viel Spaß. Sie kommen wieder in Bewegung und erweitern ihren Aktionsradius. Aber auch für die, die eine Leistungsdifferenz zu ihrem Partner auszugleichen wollen, für alle Pendler, die nicht mehr verschwitzt in der Arbeit ankommen wollen und einfach für alle, die mehr Spaß am Radfahren haben wollen. Selbst für Sportler, Pendler und Bike-Enthusiasten.



2. Muss ich dann nie mehr treten?

Falsch: Das E-Bike ist ein Hybridfahrzeug – vorwärts geht es nur, wenn der Fahrer selbst in die Pedale tritt. Je kräftiger Sie treten, desto mehr steuert der Motor bei. Es können verschiedene Unterstützungsstufen gewählt werden. Die Unterstützungsstärke variiert je nach Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Kraft mit der der Fahrer tritt.

3. Braucht man einen Führerschein für E-Bikes?

Nein, bei den klassischen Pedelecs regelt der Antrieb bei ca. 25 Stundenkilometern ab. Schneller geht’s nur per Muskelkraft. Nur für S-Pedelecs (Unterstützung bis 45 km/h), ist eine Fahrerlaubnis nötig. Ein „Mofa-Schein“ oder ein normaler PKW Führerschein sind ausreichend.



4. E-Bikes sind doch kompliziert zu bedienen, oder?

Ganz im Gegenteil. Wer mit einem Fahrrad umgehen kann, kann auch ein Pedelec fahren. Einschalten und los geht’s. Der Akku ist genau so leicht zu laden wie ein Handy-Akku: passendes Ladekabel anschließen, der Akku geht in den Ladungs-Erhaltungs-Modus, wenn er voll ist. Die passende Unterstützungsstufe zu wählen ist auch nicht schwer, dafür hat man schnell ein Gefühl entwickelt. Der Rest ist wie bei einem konventionellen Fahrrad.

5. Sind E-Bikes nicht extrem teuer?

Natürlich kosten sie aufgrund der elektronischen Ausstattung und des Motors deutlich mehr als Fahrräder. Man muss schon mit 2.000€ rechnen. E-Bikes sind aber meist hochwertiger ausgestattet als normale Räder – Fahrspaß, lange Lebensdauer und die Lust an der Bewegung, sind aber unbezahlbar. Man bekommt also sehr viel mehr Fahrfreude für sein Geld.



6. Ist die E-Bike-Technik schon ausgereift?

Elektromotoren gibt es seit fast zweihundert Jahren! Moderne Mittelmotor-Typen, sind direkte Weiterentwicklungen aus Antrieben, wie sie seit Jahrzehnten etwa in der Servolenkung von Autos stecken. Die Steuerungselemente sind in der Industrie seit langem bewährt. Auch die Batteriehersteller haben inzwischen reichlich Erfahrung mit dem Thema. E-Bikes sind die letzten Jahre immer besser geworden und inzwischen sind die Systeme ausgereift. Wer zu einem Qualitätsprodukt vom Fachhandel greift kann unbesorgt sein.

7. Ist E-Bike fahren nicht unsportlich?

Wer das denkt, sollte E-Mountainbikern zusehen, wie sie extreme Steigungspassagen erklimmen, die mit dem MTB ohne Unterstützung nie fahrbar wären. Oder sie nach dem Fahrspaß auf Trails mit welligem Höhenprofil fragen. Es können vollkommen neue Herausforderungen gemeistert werden. Einige Sportler trainieren sogar mit E-Bikes, weil die verschiedenen Unterstützungsstufen es erlauben, eine gewünschte Pulsfrequenz optimal einzuhalten. Auch fährt man mit dem E-Bike erfahrungsgemäß häufiger, verbringt mehr Zeit im Sattel. Vom E-Bike auf Unsportlichkeit zu schließen ist ein oberflächlicher Ansatz.



8. Sind E-Bike-Akkus gefährlich?

Seit einigen Jahren werden am E-Bike praktisch nur noch Hochleistungs-Akkus mit Lithium-Ionen-Technik verwendet, wie sie auch in einem Laptop stecken. Bei richtiger Handhabung sind Unfälle praktisch ausgeschlossen. Man sollte nur ein paar Grundsätzliche Dinge beachten, wie das Vermeiden von Überhitzung oder Sturzschäden. Das kennt man so ja auch von anderen Geräten wie Handy oder Notebook. Also kein Grund zur Panik.

9. Ist die Reichweite von E-Bikes nicht sehr gering?

Reichweiten bis 150 Kilometern sind kein Marketinggag sondern möglich (bei flacher Strecke im sparsamsten Modus). Für Tagestouren und Pendler sollte das reichen. Außerdem kann man die Reichweite mit einem zweiten Akku verdoppeln. Auch das Mitführen eines Ladegeräts, diese sind kompakt und relativ leicht, ist problemlos möglich. Somit sind auch Mehrtagestouren machbar. Auch bei einer längeren Autofahrt muss man den Tankstopp planen, und eine Steckdose findet man leichter als eine Tankstelle.



10. Gibt es für das E-Bike eine Helmpflicht?

Nur wer ein S-Pedelec oder E-Bike nutzt, das bis 45 km/h unterstützt, muss einen Helm tragen. Für das klassische 25er-Pedelec gibt es diese Pflicht nicht. Das es nicht vorgeschrieben ist, bedeutet aber nicht, das wir es nicht empfehlen. Unser Appell: Fahren sie bitte mit Helm, egal ob E-Bike oder Fahrrad. Wer Hirn hat trägt Helm!

Stichworte:E-BikeFAQNews

Über Andreas Waldera

Andreas Waldera ist bereits seit vielen Jahren als Online-Redakteur und Testfahrer tätig. Mit seinen im BMX und Downhill verankerten Wurzeln kann es für ihn beim Biken nicht ruppig genug sein. Für seine Leidenschaft Fahrradfahren ist der gebürtige Niederrheiner in die schöne Eifel gezogen.

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