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Radsport-Filme: The Racer – ein Sport-Drama zur Tour de France 1998

11. Juli 2022 by Michael Behringer

Radsport-Filme

Radsport: Sie ist ein schwarzes Kapitel im Radsport: die Tour de France 1998. Das Dopen mit Epo und zahlreichen weiteren Substanzen erlebt seinen Höhepunkt. Die Fahrer sind Täter und Opfer zugleich. Im 2020 erschienenen Film THE RACER geht’s ums Dopen, ums Verschleiern und um die Liebe.

Derzeit kann der Film THE RACER auf Amazon Prime für 0,99 Euro angesehen werden.

Tour de France 1998: Skandale & Streiks

Bei den wohl meisten Radsportfans aus Deutschland hat die Liebe zum Sport 1996 bzw. 1997 angefangen. Sie haben die Tour de France 1998 live miterlebt. Der Italiener Marco Pantani gewann die Rundfahrt wegen eines Hungerastes von Vorjahressieger Jan Ullrich am Ende überraschend deutlich. In Erinnerung bleibt sie jedoch wegen der Dopingskandale und der Fahrerstreiks.



The Racer: Dopen, um mitzuhalten

Der Film THE RACER widmet sich genau dieser Thematik. Die Tour de France 1998 startet in Irland. Der erfahrene Radprofi Dom Chabol ist seit über 20 Jahren als Edelhelfer im Radsport-Zirkus mit dabei. Eigentlich ist klar, dass das Team ihn braucht. Doch kurz vor dem Start wird er ausgebootet. Als dann aber ein Teamkollege wegen eines positiven Dopingtests ausfällt, wird Chabol nachnominiert. Jetzt nimmt der Belgier Anlauf aufs Gelbe Trikot. Als Helfer ist er dafür eigentlich nicht vorgesehen, aber er möchte sich seinen großen Traum kurz vor Karriereende doch noch erfüllen.

Unterhaltsam, aber mit Schwächen

Filme über den Profi-Radsport gibt es nur wenige. Und die, die es gibt, sind häufig weit weg von der Realität und daher wenig authentisch. Mit diesem Problem hat auch THE RACER zu kämpfen. Einige seltsame Begriffe sind entweder bereits im Drehbuch entstanden, oder aber erst in der deutschen Übersetzung. Und einige Szenen wirken sehr albern und unnatürlich. Auch die Fake-Trikots sorgen nicht unbedingt dafür, dass man sich in den Profi-Radsport hineinversetzt fühlt. Wer jedoch darüber hinwegsehen kann und einfach nur gut unterhalten werden möchte, der wird mit THE RACER sicher seinen Spaß haben. An sich ist der Film gut gemacht und er hat seine emotionalen und mitreißenden Szenen. Man muss als Zuschauer und Radsportfan nur aufhören den Film mit der Realität zu vergleichen. Denn letztendlich handelt es sich bei THE RACER nicht um einen Dokumentarfilm, sondern um einen Spielfilm, ein Sport-Drama.

Kurios: Echter Unfall & Anachronismus

Im Film sehen wir auf der letzten Etappe in Irland einen Massensturz im Hauptfeld. Dieser wurde nicht geprobt und stand eigentlich auch gar nicht im Drehbuch. Die Schauspieler kamen tatsächlich zu Fall und verletzten sich teilweise dabei. Stefano Drago (Timo Wagner) musste sogar für einen Tag ins Krankenhaus. Im weiteren Verlauf des Films sehen wir ihn mit echten Narben. Außerdem hört Dom Chabol mehrfach den Song „No Matter What“ von Boyzone. Dabei handelt es sich um einen Anachronismus, denn die irische Boyband veröffentlichte dieses Lied erst im August 1998, während die Tour de France bereits im Juli ausgetragen wurde.



Du interessierst dich für Radsport-Filme? Hier haben wir eine ganze Reihe davon vorgestellt.

Stichworte:NewsRadsport-FilmeThe RacerTour de France 1998

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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