Test / Giant Tactal Pro: Giant ist längst nicht mehr nur für Fahrräder bekannt, sondern baut das Zubehör-Portfolio konsequent aus. Der Tactal Pro positioniert sich dabei als sportlicher Kontaktpunkt für Fahrer, die wissen wollen, was unter den Rädern passiert. Wir haben getestet, ob der schlanke Single-Lock-On Griff den Spagat zwischen direktem Feedback und nötigem Grip meistert oder ob er im ruppigen Gelände zu viele Schläge durchreicht.
Abmessungen und Form: Giant Tactal Pro
- Durchmesser: 31 mm
- Länge: 132 mm
- Gewicht: 112 g
- Erhältliche Farben: Schwarz, Rot, Erdton (Braun)
Beim Tactal Pro setzt der Branchenriese Giant auf ein Single-Lock-On Design. Auffällig ist hierbei der extrem schmale Klemmring auf der Innenseite. Das ist clever gelöst, denn so bleibt trotz des Rings fast die gesamte Länge von 132 mm als effektive Grifffläche nutzbar – ein Detail, das manch anderer Hersteller oft verschenkt.
Mit einem Durchmesser von 31 mm gehört der Griff eher zur schlankeren Fraktion. Es gibt ihn auch nur in dieser einen Größe, was die Zielgruppe klar auf Fahrer mit normal großen Händen oder einer Vorliebe für dünnere Durchmesser einschränkt. Die Oberfläche ist ein technischer Mix: Giant kombiniert hier klassische Lamellen mit einer Diamant-Struktur, die durch Querstreben unterbrochen wird, um den Grip zu erhöhen. Preislich liegt der Griff mit knapp 30 Euro im gesunden Mittelfeld des Testumfelds und ist in drei Farben erhältlich, wobei der Erdton gut zu aktuellen Trail-Outfits passen dürfte.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
In der Praxis zeigt der Tactal Pro sofort seinen Charakter: Er ist kein weichgespülter Touren-Griff, sondern ein Arbeitsgerät für den sportlichen Einsatz. Die Lamellen auf der Oberseite sind bewusst kurzgehalten. Das bedeutet im Klartext: Man sinkt nicht tief ein, es gibt kein schwammiges Gefühl, wie man es von lang-lamellierten Komfort-Griffen kennt. Stattdessen liefert der Griff ein sehr direktes, unverfälschtes Feedback vom Untergrund. Wer wissen will, ob er gerade über Wurzeln oder Fels fährt, ist hier richtig.
Das Highlight ist zweifellos die Gummimischung. Das Material fühlt sich extrem weich, fast schon klebrig an. Selbst ohne Handschuhe oder bei Nässe „saugt“ sich die Hand förmlich am Griff fest. Die eingearbeiteten Querstreben in der Diamantstruktur unterstützen diesen Effekt zusätzlich und verhindern effektiv ein Verdrehen der Hand. Ergonomisch ist der Griff weitgehend rund gehalten, wird aber zu den Enden hin sowie zum Lockring leicht dicker. Das hilft enorm bei der blinden Orientierung im Eifer des Gefechts – man fühlt sofort, wo der Griff aufhört, ohne hinschauen zu müssen.
Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten: Die Außenseite ist nicht separat geschützt. Der weiche Griffgummi ist hier komplett über das Lenkerende gezogen. Legt man das Bike unsanft ab, touchiert eine Hauswand oder stürzt, ist diese Stelle sehr anfällig für Risse und Verschleiß.



