Test / ODI Vanquish: Wenn ein Protektoren-Hersteller und eine Kult-Marke für Griffe gemeinsame Sache machen, sind die Erwartungen hoch. Der ODI Vanquish V2.1 setzt auf das bekannte D3O-Material, um Vibrationen den Kampf anzusagen. Wir haben getestet, ob der Griff seinen stolzen Preis auf dem Trail rechtfertigen kann und ob man den Unterschied wirklich spürt.
Abmessungen und Form: ODI Vanquish
Technische Daten
- Durchmesser: 32,5 mm
- Länge: 138 mm
- Gewicht: 114 g
- Preis: 44,95 €
- Erhältliche Farben: 7 Varianten (u.a. Schwarz, Grau, Orange)
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 45 Euro positioniert sich der ODI Vanquish V2.1 selbstbewusst im oberen Preissegment. Der US-Hersteller setzt hier auf eine Kooperation mit D3O. Dieses orangefarbene Material ist Mountainbikern primär von Knie- und Rückenprotektoren bekannt: Es ist im Ruhezustand weich und verhärtet sich bei Schlägen. Am Griff soll eine spezielle Gummimischung dieses Materials für eine drastische Reduzierung von Vibrationen sorgen, ohne dass das Feedback vom Trail verloren geht (rund 32,5 mm Durchmesser).
Verarbeitungstechnisch lässt ODI nichts anbrennen. Auffällig ist das V2.1 Lock-On System mit extrem schmal ausgeführten Klemmringen, die zudem nur einseitig innen sitzen. Ein cleveres Detail zeigt sich an den Lenkerenden: Statt simpler Kunststoffkappen oder empfindlichem Gummi nutzt ODI hier eine verstärkte, härtere Gummimischung. Das verspricht Langlebigkeit, selbst wenn das Bike mal unsanft auf dem Boden landet.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
In der Praxis stellt sich natürlich die Frage: Ist das D3O-Material ein echter „Gamechanger“ oder nur gutes Marketing? Unser Eindruck ist zwiegespalten. Die Dämpfungseigenschaften sind zweifellos auf einem sehr hohen Niveau. Der Griff filtert hochfrequente Vibrationen gut heraus, was Armpump vorbeugen kann. Allerdings sollte man keine Wunder erwarten – der Unterschied zu anderen Top-Griffen im Testfeld ist nicht so gigantisch, wie es das Marketingblatt vermuten lässt. Es bleibt ein sehr guter Griff, aber kein Gamechanger.
Das Griffmuster selbst ist eine Kombination aus einem mehrfach verstärkten Waffelmuster und anderen Strukturen. Das Design wirkt verspielt, bietet aber funktionalen Grip in alle Richtungen. Ob bei Nässe oder Trockenheit, die Hand sitzt sicher. Handschuhe sind empfehlenswert, da die Struktur recht aggressiv ist; ohne Handschuhe fanden wir den Griff zwar fahrbar, aber auf Dauer weniger komfortabel als „softere“ Konkurrenten.
Wer große Hände hat, wird sich über die üppige Breite des Griffs freuen. Durch die extrem schmalen Lock-Ringe und die clevere Klemmung steht effektiv mehr Grifffläche zur Verfügung, als die nominellen 138 mm vermuten lassen. Man hat nie das Gefühl, auf Metall zu greifen. Trotz des nicht gerade geringen Durchmessers fällt der Griff mit 114 g überraschend zudem überraschend leicht aus. Auch nach Bodenkontakt zeigte sich das verstärkte Griffende (ohne harte Plastikkappe) als robust und widerstandsfähig.



