Wir übersetzen: Wer selbstständig auf der Suche nach einem neuen Reifen für sein Fahrrad ist, der darf sich oft genug durch einen Dschungel an markenspezifischen Marketing-Begriffen schlagen. Wir haben uns genauer angesehen, was hinter den gängigsten Namen steckt, damit du den richtigen Reifen für dich schnell und stressfrei finden kannst. Heute geht es um die Reifen von Schwalbe.
MaxxTerra? Super Trail? ProTection? Addix Compound? Bei der Wahl eines passenden Fahrradreifens stolpert man über viele Eigennamen, die sich die jeweiligen Marken ausgedacht haben, um Karkassentypen, Gummimischungen und mehr zu kennzeichnen. Da verliert man schnell den Überblick, was sie überhaupt bedeuten und wie die jeweiligen Stufen in Relation zueinander stehen. Wir behalten den Überblick und erläutern heute alles Wissenswerte, was man über die Reifen des deutschen Herstellers Schwalbe kennen muss – egal ob für Gravel, Trekking oder Mountainbike und Rennrad.
Schwalbe und Schwalbe Pro Line – worin liegt der Unterschied?
Disziplinübergreifend gilt für die meisten Schwalbe-Reifen, dass es zwei „Wertigkeitsstufen“ bzw. Preispunkte gibt. Was früher Performance und Active hieß, wird ab 2026 in der Schwalbe Line zusammengeführt. Die Evolution Line wird zur Schwalbe Pro Line. Während letztere das letzte Quäntchen Performance aus dem Gummi quetscht und so für Racer und ambitionierte Fahrer besonders spannend ist, dafür aber auch etwas mehr kostet, stellt erstere das Preis-Leistungs-Optimum dar.
- Schwalbe Line – Preis-Leistungs-optimiert (früher Active & Performance)
- Schwalbe Pro Line – High-Performance (früher Evolution)
Welcher Reifen für welche Disziplin?
Die Reichshofer unterscheiden grob zwischen diesen Einsatzgebieten:
- Tour & City
- MTB
- Gravel & Cross
- Rennrad
- (Specials)
- (Kinderfahrrad)
Während man Tour & City sowie MTB noch recht leicht unterscheiden kann, sieht man Gravel- & Cross- sowie Rennrad-Reifen nicht gleich an, welchem Einsatzgebiet sie angehören. Daher verwendet Schwalbe folgende Kürzel, um die jeweiligen Nutzungsbereiche weiter aufzuschlüsseln:
- G-One = Gravel
- X-One = Cyclocross
- One = Rennrad
Pannenschutz-Level
Level 7 Smartguard / Smartdualguard (unplattbar)
Level 6+ Super Defense
Level 6 Double Defense (V-Guard, GreenGuard, RaceGuard)
Level 5 V-Guard
Level 5 GreenGuard
Level 5 PunctureGuard
Level 4 RaceGuard
Level 3 K-Guard
Schwalbe setzt auf eine Vielzahl unterschiedlicher Pannenschutz-Einlagen unter der Lauffläche, um ein Aufschlitzen des Reifens durch Dornen oder Glasscherben zu erschweren. „There’s levels to this“ weiß die Allgemeinheit – bei Schwalbe beginnen diese effektiv ab Stufe drei und reichen bis Level sieben – nur diese Reifen dürfen sich im Schwalbe Line-Up als „unplattbar“ bezeichnen. Spannend: Im Bereich MTB ist der Pannenschutz an die Karkasse gekoppelt – je stabiler die Karkasse, desto besser typischerweise der Pannenschutz.
Gummimischungen
Bei den Gummimischungen bietet der Hersteller verschiedenste Optionen an, je nachdem, in welchem Einsatzbereich man sich befindet. Welche Mischung die richtige für dich ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Bei den Mountainbike-Reifen wählt man den Gummi am besten nach seiner Rad-Disziplin aus – je abfahrtslastiger, desto weicher sollte der Reifen sein. Im Dropbar-Bereich gibt es schon weniger Auswahl; hier hängt die Gummimischung meist davon ab, ob man einen Standard- oder einen Pro-Reifen wählt. In der untenstehenden Liste sind die Schwalbe Compounds meist jeweils in zunehmend „performanter“ d.h. meist griffiger, dämpfender oder schneller rollender Ordnung, aufgelistet – im Bereich Tour & City gibt es eine vereinfachte Hierarchie: Die Addix Compounds stellen die hochwertigen Optionen dar, SBC und Green Compound machen den Anfang.
- SBC – Schwalbe Basic Compound, kommt nur noch bei farbigen Reifen zum Einsatz
- Green Compound – erster Compound mit Recycling-Anteil
- Addix (nachfolgend nach Einsatzbereichen aufgeschlüsselt)
- Addix 365 – Ganzjahresmischung
- Addix E – spezieller E-Bike-Compound, vergleichbar mit Addix Green hins. Performance
- Addix Eco
- Addix Green – nachhaltigste & langlebigste Mischung
- Speed
- Mid (früher Speed Grip)
- Soft
- Ultra Soft
- Addix Green
- Addix Race (nur Pro)
- Silica
- Addix
- Addix Race (nur Pro)
Karkassen
Auch diese sind nach Disziplinen bzw. Einsatzgebieten aufgeschlüsselt. Im MTB-Bereich gibt die verwendete Karkasse auch gleichzeitig Aufschluss über den Pannenschutz. Je stabiler die Karkasse, desto besser der Pannenschutz. Genau andersherum machen es die Tour & City-Reifen. Hier können sich Reifenprofile nach dem eingesetzten Pannenschutz-Level unterscheiden, nicht aber nach Karkasse. Daher fehlt Tour & City auch in dieser Auflistung. Die Unterteilung in Schwalbe- und Schwalbe Pro-Modelle mit ihrem jeweils unterschiedlichen Karkassen-Aufbau gibt es aber auch hier.

Eine Besonderheit der Schwalbe Karkassen ist, dass der Hersteller zwischen seiner speziellen Radial- und der klassischen Diagonal-Konstruktion unterscheidet. Die beiden Begriffe beziehen sich jeweils auf die Ausrichtung der Nylonfäden im Karkassengewebe. Bei Diagonal-Reifen treffen diese etwa im 45°-Winkel aufeinander. Dieser Winkel fällt stumpfer aus bei Radial-Karkassen – ähnlich, wie man es von Autoreifen kennt. Durch diese Bauweise können sich Karkassen in Radial-Bauweise besser an den Untergrund anschmiegen und verformen, was Vorteile in Sachen Grip und Dämpfung bringt und daher besonders im MTB-Bereich interessant ist. Seit Kurzem kommen auch ausgewählte Reifen für Tour & City in einer Radial-Version.
- Race (früher Super Race & Super Ground)
- Trail (früher Super Trail & Double Defense; auch als Radial)
- Gravity (früher Super Gravity & Super Downhill & Bikepark; auch als Radial)

- Race
- Race Pro (früher Super Race), nur für Pro Reifen, RaceGuard, dann V-Guard
- Skin
- Super Race
- Race Pro
Die Schwalbe Nomenklatur auf einen Blick
Wir rekapitulieren und sehen uns an zwei Beispielen an, wie wir aus der Bezeichnung eines Schwalbe-Reifens auf einen Blick alle Informationen erhalten:
Beispiel I:
„Schwalbe Gravity PRO Tacky Chan Soft Radial“
Bei dem obigen MTB-Reifen handelt es sich um das Profil namens „Romy“; der Reifen kommt aus der hochwertigeren Schwalbe Pro Line und mit einer sehr stabilen Gravity-Karkasse in Radial-Bauweise. Außerdem handelt es sich um die zweitweichste „Soft“-Mischung.
Beispiel II:
„Schwalbe G-One RS“
Anhand des Kürzels „G-One“ erkennen wir, dass es sich hier um einen Gravel-Reifen handelt. Da in der Bezeichnung das „Pro“ fehlt, wissen wir, dass der Reifen der Schwalbe Line zuzuordnen ist; Nicht-Pro-Reifen nutzen den Addix Green Compound und die Race-Karkasse mit Level-4-RaceGuard-Pannenschutzeinlage.
Infos und Bilder: Schwalbe











