Test / Peaty’s Monarch: Wenn eine Downhill-Legende wie Steve Peat einen Griff entwickelt, sind die Erwartungen der MTB-Community hoch. Der Peaty’s Monarch tritt an, um maximalen Halt mit ermüdungsfreiem Komfort zu vereinen. Mit einer extrem weichen Gummimischung und einem durchdachten Multi-Zonen-Design verspricht er Kontrolle in jeder Lebenslage – egal ob im staubigen Bikepark oder auf nassen Wurzel-Teppichen. Wir haben die „Mushroom“-Variante des Monarch intensiv auf den Trails unter die Lupe genommen und geprüft, ob der Griff hält, was der prominente Name verspricht.
Abmessungen und Form: Peaty’s Monarch
Durchmesser: 32 – 34 mm (konisch)
Länge: 138 mm
Gewicht: 132 g
Technisch lässt Peaty’s beim Monarch nichts anbrennen. Eine der Besonderheiten ist die konische Form: Der Griff startet innen bei einem Durchmesser von 32 mm und weitet sich nach außen hin auf 34 mm auf. Dieses Design soll die natürliche Handhaltung unterstützen und der Ermüdung der Unterarme auf langen Abfahrten entgegenwirken. Beim Material setzt der Hersteller auf eine extrem softe 20A Gummimischung, die haptisch fast schon an Kaugummi erinnert.
Der Griff ist in zahlreichen Varianten zu haben: Zum Einen hat man die Wahl aus zwei Größen, Thick und Thin (32-34mm und 30-32mm) und auch aus zwei „Profilen“. Hier gibt es den eher komfort-orientierten Mushroom-Griff (im Test) und den eher auf Race und direktes Feedback ausgerichteten Knurl-Griff.
Die Konstruktion basiert auf einem einseitigen Lock-On-System mit sehr schmalen Klemmringen, was die nutzbare Grifffläche maximiert – ein Segen für Fahrer mit großen Händen. Positiv hervorzuheben ist der ökologische Aspekt: Der Innenkern des Griffs besteht aus recyceltem Kunststoff. Mit 132 Gramm ist der Monarch zwar kein absolutes Leichtgewicht im Testfeld, liegt aber für einen Griff dieser Dicke noch in einem absolut vertretbaren Bereich. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und der Sitz auf dem Lenker ist dank der stabilen Innenhülse absolut verdrehsicher.
Auf dem Trail: Unsere Testeindrücke
Schon beim ersten Kontakt im Stand fällt die enorme Klebrigkeit der 20A Gummimischung auf. Man hat förmlich das Gefühl, am Griff festzuwachsen. Auf dem Trail bestätigt sich dieser Eindruck: Egal ob man mit oder ohne Handschuhe fährt, der Grip ist phänomenal. Selbst bei Nässe rutscht hier nichts. Die Aufteilung in zwei Zonen – oben die klassischen „Mushroom“-Lamellen für den Daumenballen und unten ein griffiges Waffelmuster für die Finger – ist ergonomisch hervorragend gelöst. Die Lamellen geben spürbar nach und dämpfen Vibrationen sowie harte Schläge exzellent weg.
Allerdings hat dieser hohe Komfort eine Kehrseite, die vor allem Racer spüren werden: Durch die weichen Lamellen und die dicke Gummischicht wirkt das Feedback vom Untergrund an der Handinnenfläche stellenweise etwas schwammig. Wer ein extrem direktes, hartes Gefühl zum Lenker sucht, könnte hier Präzision vermissen. Für alle anderen bietet der Monarch jedoch ein Sicherheitsgefühl, das seinesgleichen sucht.
Ein kritischer Punkt ist die Haltbarkeit der Griffenden. Das weiche Gummi ist komplett über das Lenkerende gezogen, ohne durch eine harte Kunststoffkappe geschützt zu sein. Bei Stürzen oder wenn das Bike unsanft an einer Hauswand lehnt, dürfte das Material schnell einreißen. Zudem sorgt die klebrige Mischung potenziell für einen höheren Verschleiß als bei härteren Mischungen. Die konische Form hingegen ist ein echtes Highlight: Sie hilft spürbar dabei, den Lenker lockerer zu halten, was besonders auf langen Abfahrten dem gefürchteten „Armpump“ vorbeugt.



