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E-Bikes Tour und AlltagKompletträderTests

Moustache Xroad im Test: Vielseitiger Begleiter für Alltag und Tour

22. Januar 2026 by Michael Faiß

Moustache Xroad

Test / E-Bike: Es gibt Fahrräder, die schreien nach Aufmerksamkeit, und es gibt solche, die einfach funktionieren. Das neue Moustache Xroad gehört definitiv zur zweiten Kategorie – und das ist als großes Kompliment gemeint. Mit dem brandneuen Bosch Performance Line PX Motor, einem innovativen „Open“-Rahmenkonzept bis Größe XL und einer Ausstattung, die den Spagat zwischen Alltag und Abenteuer wagt, haben wir den französischen Alleskönner auf die Probe gestellt.

Lange Zeit galt in der Fahrradwelt ein ungeschriebenes Gesetz: Wer sportlich unterwegs sein will, fährt ein Oberrohr. Tiefeinsteiger? Das war etwas für die gemütliche Runde am Sonntag oder für Menschen, die körperlich eingeschränkt sind. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Franzosen von Moustache haben das verstanden. Mit dem neuen Xroad präsentiert der Hersteller nun ein Bike, das sich weigert, in eine einzelne Schublade zu passen. Ist es ein Mountainbike? Ein Trekkingrad? Ein City-Cruiser? Die Antwort lautet schlicht: Ja.

Das Rahmenkonzept: Offen für alle(s)

Bevor wir uns den technischen Finessen des Antriebs widmen, müssen wir über den Elefanten im Raum sprechen – oder besser gesagt: über das fehlende Oberrohr. Moustache bietet das Xroad ausschließlich als sogenannte „Open“-Variante an. In der Branche oft als Wave-Rahmen bezeichnet, haftet dieser Bauform immer noch fälschlicherweise das Stigma des „Damenrades“ an. Moustache bricht dieses Denkmuster radikal auf.



Moustache Xroad

Das zeigt sich nirgendwo deutlicher als bei den verfügbaren Größen. Das Xroad wird bis zur Rahmengröße XL angeboten. Das bedeutet im Klartext: Selbst Fahrer jenseits der zwei Meter Körpergröße finden hier Platz. Das ist auf dem Markt der Tiefeinsteiger ein absolutes Novum und ein Segen für großgewachsene Piloten, die den Komfort des leichten Auf- und Absteigens suchen, ohne dabei wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein zu sitzen.

Ingenieurskunst gegen das Flattern

Die große Herausforderung bei Rahmen ohne Oberrohr war schon immer die Steifigkeit. Wer vor zehn Jahren einen Tiefeinsteiger mit Gepäck beladen hat, kennt das beunruhigende Flattern des Rahmens bei höheren Geschwindigkeiten. Hier zeigt sich die ganze Erfahrung der Moustache-Ingenieure. Der Aluminiumrahmen des Xroad wirkt wie aus einem Guss.



Das Unterrohr ist massiv dimensioniert und sorgt für eine Verwindungssteifigkeit, die manchem klassischen Diamantrahmen Konkurrenz macht. Das Ergebnis dieses konstruktiven Aufwands spiegelt sich in den harten Fakten wider: Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bei unserem Testmodell, dem Xroad 4, sowie beim Topmodell Xroad 6 beeindruckende 160 Kilogramm. Hier darf also nicht nur der Fahrer schwer sein, es ist auch noch reichlich Reserve für den Wocheneinkauf oder das Kind im Sitz vorhanden.

Herzstück mit Seltenheitswert: Der Bosch Performance Line PX

Ein Blick auf das Datenblatt unseres Testbikes, des Moustache Xroad 4 (Preis: 3.699 Euro), zeigt einen Antrieb, der derzeit noch unter dem Radar vieler E-Biker fliegt. Statt des omnipräsenten Bosch CX Motors verbaut Moustache hier den neuen Bosch Performance Line PX.



Warum dieser Schritt? Der CX ist bekannt für seine Power, aber auch für seine aggressive Kraftentfaltung und eine gewisse Geräuschkulisse. Der PX-Motor positioniert sich als die kultivierte Alternative. Mit 2,9 Kilogramm ist er nur minimal schwerer als der CX, liefert mit 90 Newtonmetern Drehmoment und bis zu 700 Watt Spitzenleistung aber fast identische Kraftwerte.



Der entscheidende Unterschied liegt im Inneren: Der Aufbau ist simpler, der zweite Freilauf entfällt. Das Resultat ist ein Motor, der in der Praxis deutlich leiser agiert und eine gutmütigere Sensorik aufweist. Er schiebt nicht so giftig an wie der CX, was gerade bei einem Allround-Bike, das auch im dichten Stadtverkehr bewegt wird, ein enormer Vorteil ist. Zudem erlaubt die Konstruktion theoretisch die Nutzung einer Rücktrittbremse, auch wenn diese beim Xroad nicht zum Einsatz kommt.

Energieversorgung nach Maß

Gespeist wird das System von einem 600-Wattstunden-Akku, der sauber ins Unterrohr integriert ist und sich leicht entnehmen lässt. Für die meisten Tagestouren dürfte das völlig ausreichen. Wer unter Reichweitenangst leidet, muss sich nur noch bis März gedulden – dann soll eine Variante mit 800 Wattstunden verfügbar sein. Der Rahmen ist dabei identisch – wer möchte, kann also auch jetzt schon den großen Energiespeicher im Xroad unterbringen. Zudem ist der Rahmen für den Bosch PowerMore Range Extender vorbereitet, der am Sitzrohr montiert werden kann. Apropos Montage: Moustache hat an alles gedacht. Es gibt diverse Anschraubpunkte für Flaschenhalter und Zubehör, sowohl im Rahmendreieck als auch auf dem Akku-Cover und sogar auf dem Alu-Schutzblech vor dem Gepäckträger.

Moustache Xroad



Moustache Xroad Modellpalette

Moustache bietet das Xroad in einer breiten Palette an. Unser Testmodell, das Xroad 4, stellt dabei die goldene Mitte dar und bietet für 3.699 Euro das ausgewogenste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das günstigere Xroad 2 (3.199 Euro) muss mit dem schwächeren Performance Line Motor (75 Nm) und einer einfacheren Stahlfedergabel auskommen, was auch das Systemgewicht auf 130 kg reduziert.

Das Topmodell Xroad 6 (4.199 Euro) lockt mit dem bekannten Bosch CX Motor, dem großen Kiox-Display, besseren Magura-Bremsen und einer 11-fach Schaltung.



Wer übrigens noch mehr Komfort sucht, sollte einen Blick auf das vollgefederte Xroad FS werfen, den Nachfolger im Geiste des vor zwei Jahren vorgestellten Moustache J.

Ausstattung: Ein Best-of aus zwei Welten

Das Xroad versucht, die Robustheit eines Mountainbikes mit der Alltagstauglichkeit eines Trekkingrades zu vereinen. Dieser Crossover-Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstattungsliste.

Die MTB-Gene:



Federweg: An der Front arbeitet eine SR Suntour Luftfedergabel mit 120 Millimetern Federweg. Das ist deutlich mehr, als übliche Trekkinggabeln bieten, und schluckt auch gröbere Schlaglöcher oder Wurzelpassagen souverän weg.

Bereifung: Auf den Laufrädern rotieren Schwalbe Smart Sam Reifen. Mit ihrem ausgeprägten Profil an der Flanke bieten sie im Gelände Grip, während die dicht angeordneten Mittelstollen auf Asphalt für Ruhe und geringen Rollwiderstand sorgen. Ein deutlich besserer Kompromiss als reine SUV-Reifen wie der Johnny Watts.



Die Alltags-Helden:

Schutzbleche: Hier setzt Moustache auf stabile Aluminium-Varianten. Besonders das vordere Blech ist weit nach unten gezogen – nasse Füße sind damit fast ausgeschlossen. Zudem klappert hier nichts.

Gepäckträger: Ein massives Bauteil, freigegeben bis 27 Kilogramm. Dank Ortlieb QL3.1-Aufnahmen und MIK-Plattform ist er extrem vielseitig nutzbar.



Licht & Sicherheit: Ein helles Frontlicht ist formschön in den Vorbau integriert, das Rücklicht sitzt am Schutzblech. Ein Rahmenschloss für den kurzen Stopp beim Bäcker ist ebenfalls serienmäßig an Bord.

Schaltung und Bremsen

Geschaltet wird mit der Shimano Cues U6000 Gruppe. Die 10-fach Schaltung mit Linkglide-Technologie ist nicht auf minimales Gewicht, sondern auf maximale Haltbarkeit ausgelegt – ideal für E-Bikes. Die Bandbreite ist für den Alltag und Mittelgebirgstouren völlig ausreichend. Wer jedoch plant, mit voller Beladung steile Alpenpässe zu erklimmen, könnte einen noch leichteren Klettergang vermissen, den erst die 11-fach Variante des Topmodells bietet.



Ein kleiner Wermutstropfen findet sich bei der Bremsanlage. Die verbaute Shimano MT200 ist ein zuverlässiger Stopper, aber bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 160 Kilogramm kommt sie an ihre Grenzen. Hier wären – wie beim Xroad 6 verbaut – etwas bissigere Bremsen oder größere Scheiben wünschenswert, um auch bei langen Abfahrten mit Gepäck stets souveräne Reserven zu haben.

Das Moustache Xroad in der Praxis



Genug der Theorie, ab auf den Sattel. Die Sitzposition auf dem Xroad ist, typisch für Moustache, sehr komfortabel. Der charakteristisch gekröpfte Lenker sorgt für eine entspannte Handhaltung, und dank des verstellbaren Vorbaus lässt sich die Haltung von „sportlich-aktiv“ bis „aufrecht-gemütlich“ anpassen. Eine gefederte Sattelstütze eliminiert zudem feine Vibrationen, auch wenn sie den Komfort einer absenkbaren Stütze beim Ampelstopp nicht ersetzen kann.

Vom ersten Meter an fällt auf, wie unauffällig das Rad fährt – im besten Sinne. Der neue Bosch PX Motor surrt kaum hörbar vor sich hin. Die Unterstützung setzt harmonisch ein, ohne den Fahrer beim Anfahren zu überrumpeln. Selbst im Turbo-Modus bleibt das System gutmütig, liefert aber am Berg jenen kraftvollen Schub, den man von 90 Newtonmetern erwartet.

Asphaltschneider und Schotterkönig

In der Stadt spielt das Xroad seine Trümpfe voll aus. Bordsteine verlieren dank der 120mm Federweg ihren Schrecken, die Übersicht ist durch die aufrechte Position grandios. Verlässt man den Asphalt, zeigt das Bike, dass das „X“ im Namen seine Berechtigung hat. Auf Schotterwegen und Waldpfaden liegt es satt und sicher. Die Reifen vermitteln Vertrauen, und das Fahrwerk bügelt Unebenheiten weg, ohne schwammig zu wirken.



Natürlich ist das Xroad kein Trail-Jäger für den Bikepark – dafür ist die Geometrie nicht ausgelegt und das Gewicht mit 26,3 Kilogramm zu hoch. Aber für den Weg zur Arbeit, der auch mal durch den Wald führen darf, oder die Genusstour am Wochenende ist es präzise abgestimmt. Nichts klappert, nichts nervt. Es ist ein „Draufsetzen und Wohlfühlen“-Rad.

Fazit: Moustache Xroad 2

Pro

  • Enorm vielseitig
  • Hohe Zuladung
  • Passendes Antriebssystem
  • Schöne Detaillösungen

Contra

  • Unterdimensionierte Bremsen

Fakten

RahmenmaterialAluminium
AntriebstypBosch Performance Line PX
Gewicht26,3 kg
Preis3.699 Euro
Web www.moustachebikes.com
Das Moustache Xroad 4 ist der Inbegriff eines modernen SUV-E-Bikes. Es befreit den Tiefeinsteiger endgültig aus der „Oma-Rad“-Ecke und präsentiert sich als steifes, potentes und unglaublich vielseitiges Fahrzeug für jedermann und jederfrau – egal ob 1,60 Meter oder 2,05 Meter groß. Die Entscheidung für den Bosch Performance Line PX Motor ist ein cleverer Schachzug: Er passt mit seiner Laufruhe und Kraftentfaltung perfekt zum Charakter des Rades. Bis auf die etwas knapp bemessenen Bremsen leistet sich das Xroad keine Schwächen. Es ist vielleicht nicht das aufregendste Bike der Welt, aber es ist vermutlich genau das E-Bike, das 90 Prozent der Nutzer im Alltag wirklich brauchen.
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Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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