Für das Modelljahr 2027 lässt Cube den Freerider Fritzz wieder auferstehen – das High-Pivot-Bike soll ab sofort die erste Wahl auf harten Enduro-Trails sein. Dazu bringt es 170 mm Federweg an Front und Heck mit sowie jede Menge Einstellmöglichkeiten. Wir sehen uns das neue Cube Fritzz im Detail an und berichten, wie sich das Super TM-Modell im Enduro-Einsatz schlägt.
Eine alte Legende kehrt zurück – Cube Fritzz C:62 Super TM
Das Cube Fritzz ersetzt seinen „ehemaligen Nachfolger“, das Stereo ONE77, und zündet zur Rückkehr ein waschechtes Feature-Feuerwerk. Mit dem High-Pivot-Hinterbau, der großen Modularität des Rahmens und der semi-internen Dämpferanlenkung demonstriert Cube, dass man im modernen Enduro-Zeitalter angekommen ist. Das Carbon-Chassis stellt dem Fahrer 170 mm Federweg bereit; dazu rollt es wahlweise auf einem Full-29er- oder einem Mullet-Setup. Vom Vorgänger kennt man bereits die Option, einen Coil- oder Luftdämpfer zu fahren. Dieses Feature findet sich am Cube Fritzz wieder. Die Modularität wird weiter ergänzt durch Wahlfreiheit bei der Kabelführung (durch den Steuersatz oder klassisch-intern, teils mit tube-in-tube). Stark durchdacht sind auch das Gewindepaar am Oberrohr, wo eine Headunit montiert werden kann, sowie das Rahmenstaufach mit neu designtem Verschluss. Zwei Ausstattungsvarianten des Fritzz wird es zum Einstieg geben, das Topmodell kostet 4.999 Euro.
- Federweg 170 / 170 mm
- Laufradgröße 29 Zoll oder Mullet
- Rahmenmaterial Carbon
- Hinterbau Horst-Link-Viergelenker mit High-Pivot
- Besonderheiten Rahmenstaufach, Coil- & Air-kompatibel, Oberrohr-Inlet, Kabelführungsoptionen
- Gewicht (Herstellerangabe) 17,2 kg (Super TM)
- cube.eu/2027
- Preis (UVP) bis 4.999 Euro




Fahreindruck
Uphill
Wir hatten bereits Gelegenheit, das Cube Fritzz auf den Strecken im Bikepark Geisskopf auszuführen. Auch wenn der Fokus unseres kurzen Antestens auf den Abfahrtsfähigkeiten des Enduros lag, haben wir das Bike den einen oder anderen Uphill hochgescheucht, um zu testen, wie sich das High-Pivot-System auf die Effizienz auswirkt. Mit dem Climbing-Switch des Dämpfers in der „On“-Position geht das Fritzz Super TM gemütlich, aber nicht allzu energieschluckend voran. Auf glattem Asphalt ist das Wippen des Hinterbaus durchaus zu spüren. Auch die Kettenführung hört man; das Geräusch ist aber nicht aufdringlich und schnell vergessen. In technischen Anstiegen bietet der Hinterbau dafür viel Traktion. Übrigens: Der Garmin-Mount am Oberrohr ist eine klasse Addition und befreit das Cockpit von etwaigen Displays. Allerdings kann es passieren, dass der Plastik-Clip der Garmin-Sicherungsschlaufe auf dem Oberrohr klappert.
Downhill
Die Hinterbaukinematik bleibt ein Highlight, wenn die Front des Bikes bergab zeigt: Das Fritzz kommt dem oft verfolgten „Magic Carpet Feeling“ ziemlich nahe, denn der Hinterbau spricht butterweich an und verwaltet dann den Federweg mit behutsamer und gleichzeitig bestimmter Hand. Durch Steinfelder und Wurzelstakkato lässt sich das Heck wenig beeindrucken und bietet viel Komfort. Auch (verpatzte) Landungen werden angenehm verwaltet.
Kann da die Front mithalten? Ja und nein. Es ist nicht die Schuld der sehr gut funktionierenden RockShox Zeb Ultimate, dass ich im kurzen Testzeitraum nicht ganz mit dem Verhalten der Front klargekommen bin. Hier spielen Faktoren wie der recht niedrige Stack (man beachte das gleich kurze Steuerrohr in den ersten drei Rahmengrößen) und der vergleichsweise lange 50-mm-Vorbau eine Rolle; so bewegt man sich oft recht „nose-heavy“ (also frontlastig) durch die Luft und Bunnyhops gehen nicht so leicht von der Hand. Bleibt man aber auf dem Boden der Tatsachen (was man dank des Hinterbaus gerne tut), frisst das Fritzz unbeeindruckt ruppige Trails in sich hinein und bietet eine recht ausgewogene Gewichtsverteilung. Nur in Landungen nach angesprochenen Lufteinlagen kann es passieren, dass man auf dem insgesamt recht kurzen Fritzz um seine Position auf dem Bike kämpfen muss.
Race-ready ausgestattet: Starker Spec für harte Enduro-Rennen
Cube meint es beim Super TM ernst. Mit dem Kürzel „TM“ schmücken sich die abfahrtslastigen Trailmotion-Modelle, und ein Super TM legt dann natürlich noch einmal einen drauf. Beim Fritzz zum Beispiel in Form von Continental Kryptotal-Reifen, welche vorne wie hinten mit Downhill-Karkasse kommen. Damit sollen sich auch lange Enduro-Stages ohne Platten bewältigen lassen. Das Fahrwerk entstammt der RockShox Ultimate-Serie inklusive LinearXL-Luftfeder und Charger 3.2-Dämpfung. Vorne ist eine Zeb für die 170 mm Federweg zuständig, im High-Pivot-Hinterbau arbeitet ein Vivid-Dämpfer. Bei den Bremsen setzt Cube auf die kräftigen SRAM Maven Silver mit 200-mm-Bremsscheiben, Antriebspflichten übernimmt eine SRAM XO-Transmission. Newmen stellt den Beskar-Laufradsatz sowie das Cockpit. Insgesamt also ein sehr starker Spec, der ohne Modifikationen bei Enduro-Rennen genutzt werden kann.
| Cube Fritzz C:62 Super TM | |
|---|---|
| Federgabel | RockShox Zeb Charger 3.2 170 mm |
| Dämpfer | RockShox Vivid Ultimate |
| Schaltgruppe | SRAM XO Transmission |
| Kurbel | SRAM XO 32t |
| Bremsen | SRAM Maven Silver 200 / 200 mm |
| Laufräder | Newmen Beskar 30 base/strong |
| Vorderreifen | Continental Kryptotal Fr DH / SuperSoft |
| Hinterreifen | Continental Kryptotal R DH / Soft |
| Vorbau | Newmen Evolution SL 31,8 mm |
| Lenker | Newmen Beskar 40 / 800 mm |
| Dropperpost | Cube |
| Gewicht (Hrstl.-Ang.) | 17,2 kg |
| Preis (UVP) | 4.999 Euro |

Geometrietabelle zum Cube Fritzz
Das Fritzz ist in vier Rahmengrößen erhältlich. Die Reachwerte liegen dabei zwischen 426 und 496 mm und knacken also selbst in XL nicht die 500-mm-Marke, wie es heutzutage oft üblich ist. Passend dazu suggeriert auch die relativ kurze Kettenstrebenlänge von 435 mm in allen Größen ein recht wendiges Fahrverhalten. Durch den hohen Drehpunkt wachsen die Kettenstreben allerdings auch tiefer im Federweg; genaue Daten zur nach hinten gerichteten Raderhebungskurve haben wir leider nicht. Ungewöhnlich: Die Steuerrohrlänge bzw. Stack-Höhe bleibt in den drei kleineren Rahmengrößen beinahe identisch, erst in XL wachsen die Werte weiter an. Sehr positiv finden wir, dass Cube Angaben zur maximalen Einschubtiefe des Sitzrohrs macht; das Potential der Sitzrohre wird bei den Ausstattungsvarianten auch genutzt, indem langhubige Dropper-Posts verwendet werden.
| 29" / Mullet | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Sitzrohrlänge in mm | 370 | 405 | 420 | 420 |
| Oberrohrlänge horizontal in mm | 568 / 567 | 593 / 592 | 619 / 617 | 654 / 653 |
| Sitzrohrwinkel eff. in Grad | 76.7 / 76.9 | 76.7 / 76.9 | 76.7 / 76.9 | 76.7 / 76.9 |
| Steuerrohrwinkel in Grad | 64.4 / 63.8 | 64.4 / 63.8 | 64.4 / 63.8 | 64.4 / 63.8 |
| Kettenstreben in mm | 435 | 435 | 435 | 435 |
| Steuerrohrlänge in mm | 103 | 103 | 105 | 125 |
| Radstand in mm | 1198 / 1206 | 1230 / 1231 | 1249 / 1256 | 1287 / 1295 |
| Tretlagerhöhe zur Nabenachse in mm | 57 | 57 | 57 | 57 |
| Überstandshöhe 80 mm vor Tretlager | 743 | 737 | 738 | 741 |
| Reach in mm | 423 / 426 | 448 / 452 | 473 / 476 | 493 / 496 |
| Stack in mm | 630 / 628 | 630 / 628 | 631 / 629 | 649 / 647 |
| Kurbelarmlänge in mm | 165 | 165 | 165 | 165 |
| Breite Reifen maximal in mm | 66 | 66 | 66 | 66 |
| Hub Sattelstütze in mm | 150 | 170 | 200 | 200 |
| max. insertion depth seat post in mm | 230 | 265 | 280 | 278 |
| FC-2-RC | 1,75 / 1,77 | 1,83 / 1,83 | 1,87 / 1,89 | 1,96 / 1,98 |
Infos: Pressemitteilung Cube









