Teamvorstellungen 2017: Bahrain-Merida
Foto von Bahrain-Merida Pro Cycling Team

Teamvorstellungen 2017: Bahrain-Merida

Radsport: Das neue Team Bahrain-Merida ist wohl eines der umstrittensten Radsport-Projekte der letzten Jahre – insbesondere wegen der zahlreichen Negativschlagzeilen rund um Besitzer Prinz Nasser bin Hamad Al Khalifa. Dennoch, aus rein sportlicher Sicht ist das Team gerade bezüglich der anstehenden Grand Tours mit Vincenzo Nibali und einigen spanischen Kletterern durchaus vielversprechend aufgestellt.

Bahrain-Merida 2017: Das Team

Team 2017

Valerio Agnoli
Yukiya Arashiro
Manuele Boaro
Grega Bole
Niccolo Bonifazio
Borut Bozic
Janez Brajkovic
Ondrej Cink
Sonny Colbrelli
Chun Kai Feng
Ivan Garcia
Enrico Gasparotto
Tsgabu Grmay
Heinrich Haussler
Jon Ander Insausti
Ion Izagirre
Javier Moreno
Ramunas Navardauskas
Vincenzo Nibali
Antonio Nibali
Domen Novak
Franco Pellizotti
David Per
Luka Pibernik
Kanstantsin Siutsou
Giovanni Visconti
Meiyin Wang

Bahrain-Merida 2017: Teamräder und Ausstattung

Nur für kurze Zeit schien das Ende des Teams Lampre-Merida auch das vorläufige Ende von Merida in der WorldTour zu sein: Schon bald danach gab man bekannt, das neue Team aus Bahrain nicht nur mit Rädern zu unterstützen, sondern wie bereits zuvor bei Lampre auch als Namenssponsor aufzutreten.

Vincenzo Nibali wird 2017 also auf Rädern von Merida auf Titeljagd gehen; seine Bergwaffe wird meist wohl das federleichte Scultura sein, während die Sprinter die aerodynamischen Vorteile und die hohe Steifigkeit des Reacto zu schätzen wissen werden. Im Kampf gegen die Uhr werden alle Bahrain-Merida Profis auf dem Warp TT Platz nehmen.

Der Antrieb an den in den in den nationalfarben des Königreichs gehaltenen Teamrädern kommt aus dem Hause Shimano, die Laufräder vom italienischen Hersteller Fulcrum.

Bahrain-Merida 2017: Alles auf eine Karte

Lange war unklar, wie der Kader von Bahrain-Merida nun tatsächlich im Jahr 2017 aussehen soll. Jetzt haben wir Gewissheit. Das neue WorldTour-Team geht voraussichtlich mit 27 Fahrern in die neue Saison.

Das größte Aushängeschild ist dabei Vincenzo Nibali. Der Italiener verließ nach mehreren erfolgreichen Jahren das Team Astana, um sich diesem neuen Projekt anzuschließen. Der Sieger aller drei Grand Tours soll natürlich vor allem bei den großen Rundfahrten für Erfolge sorgen. Zur Seite gestellt wurden ihm dafür unter anderem die ehemaligen Teamkollegen Valerio Agnoli, Janez Brajkovic und Enrico Gasparotto.

Besonders in den Bergen behilflich sein könnten ihm aber auch drei ehemalige Piloten vom Team Movistar: Jon Izagirre, Javier Moreno und Giovanni Visconti fahren künftig also für Nibali statt für Valverde und Quintana. Damit ist die Ausrichtung klar: Bahrain-Merida möchte bei den Grand Tours Aufsehen erregen. Besonders ausgeglichen wurde der Kader nämlich nicht gerade aufgebaut.

So hat die neue Truppe kaum starke Sprinter und auch nicht wirklich jemanden für die Rennen auf Kopfsteinpflaster. Auch bei den hügeligen Eintagesrennen können die Kandidaten an einer Hand abgezählt werden. Es ist deshalb stark davon auszugehen, dass sowohl die dreiwöchigen, als auch die einwöchigen Rundfahrten für die entsprechenden Erfolge herhalten müssen. Die nötige Erfahrung können die einzelnen Fahrer auf jeden Fall vorweisen. Schließlich sind nur zehn Fahrer im Jahr 1990 oder später geboren worden. Dazu zählt auch gerade noch so Sonny Colbrelli.
Der Italiener stand bisher für Bardiani-CSF am Start und kann auf einem leicht hügeligen Terrain aus einer Gruppe heraus gewinnen.

Auf den Durchbruch von Antonio Nibali warten die Experten schon seit Jahren. Mittlerweile wurde dieser schon fast aufgegeben. Als Helfer und moralische Stütze im Team wird er aber für seinen Bruder dennoch als sehr wichtig erachtet. Alles in Allem wird sich der Erfolg von Bahrain-Merida im ersten Jahr wohl in Grenzen halten. Zu berechenbar und einseitig scheint der Kader aufgebaut zu sein. Colbrelli, Gasparotto, Izagirre, Nibali und Visconti müssen Erwartungen mindestens erfüllen, ansonsten gibt es nämlich kaum Potential für Überraschungen.

über den Autor

Michael Behringer

Im Jahr 1996 hat Michael Behringer seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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