RaceFace kommt aus Vancouver, genauer gesagt von der North Shore, und damit aus einer Gegend, in der Mountainbike-Komponenten traditionell einiges aushalten müssen. Die Marke entstand Anfang der 1990er-Jahre und hat sich seitdem vor allem mit robusten und gleichzeitig leichten MTB-Komponenten einen Namen gemacht.
Die Turbine-Serie steht für hochwertige Aluminium-Komponenten für All-Mountain und Enduro. Das Turbine Pedal folgt diesem Rezept: Es kombiniert einen robusten 6061-Aluminium-Körper mit einer Chromoly-Stahlachse und bringt es auf 115 x 110 Millimeter Plattformgröße bei 20 Millimetern Bauhöhe. Das Paar wiegt 419 Gramm. Beim Innenleben setzt RaceFace auf eine Kombination aus Buchse und Lager. Das schafft eine große nutzbare Standfläche und lässt sich bei Bedarf auch warten. RaceFace bietet dafür ein Rebuild-Kit mit Lager, Buchse, Dichtung und Endkappe an, ebenso sind einzelne Ersatzpins erhältlich. Wegwerfen, wenn irgendwann etwas verschlissen ist, muss man das Turbine also nicht. Apropos Pins: Die elf Pins pro Seite sind sechs Millimeter lang und lassen sich in ihrer effektiven Höhe anpassen. Vier Ersatzpins sowie 44 Unterlegscheiben liegen bereits bei. Mit den Scheiben lässt sich die Pinlänge jeweils um 0,8 Millimeter reduzieren, wodurch der Grip individuell eingestellt werden kann.
Schon optisch macht das Turbine einiges her. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und die verschiedenen verfügbaren Farben sind echte Eyecatcher. Auffällig ist vor allem die Pin-Anordnung: Die Pins sitzen am Rand der Plattform und lassen in der Mitte etwas mehr Platz. Zusammen mit der drei Millimeter starken Konkavität entsteht dadurch ein ziemlich spezielles Fahrgefühl. Stellt man den Fuß aufs Pedal und belastet es, fühlt es sich tatsächlich ein bisschen wie ein Löffel an. Der Fuß sitzt förmlich in einer Mulde. Das ist zunächst ungewohnt, fühlt sich aber richtig gut an und vermittelt sofort Vertrauen. Denn der Schuh klebt regelrecht am Pedal. Im Uphill konnten wir mit verschiedenen Schuhen problemlos Druck nach hinten und sogar nach oben aufbauen, ohne den Kontakt zum Pedal zu verlieren.
Auch bergab sitzt der Fuß bombenfest. Allerdings hat der extreme Grip einen kleinen Haken: Ist der Fuß einmal an seinem Platz, möchte er dort auch bleiben. Spontane Korrekturen der Position während der Fahrt sind kaum möglich. Das Turbine ist also eher der Typ „einmal hinstellen und Ruhe haben“ als „mal eben den Fuß zwei Zentimeter verschieben“. Wer der Sache etwas die Zähne ziehen möchte, kann die beiliegenden Unterlegscheiben unter den Pins verwenden und damit den Grip etwas reduzieren. Der Vollständigkeit halber, wie bei allen lackierten Pedalen ist der Lack leider schnell ab. Schon nach unserer ersten Tagestour waren deutliche Spuren von Steinkontakten zu sehen. Funktional völlig egal, optisch aber schade – besonders bei den schicken Farbvarianten.






