Bei Zugsystemen fürs Fahrrad gibt es im Grunde zwei Lager: klassische Bungeeseile, die sich unter Zug ordentlich in die Länge ziehen und kompakte Systeme mit integriertem Seileinzug. Letztere haben einen entscheidenden Vorteil: Nach getaner Arbeit verschwindet das Seil einfach wieder im Gehäuse, statt sich irgendwo am Fahrrad oder im Rucksack breit zu machen. Genau dieses Prinzip verfolgt PullMe.
Hinter dem System steckt die Zusammen & Draussen GmbH aus dem Allgäu. Gründer Thomas Merkel kam auf die Idee während gemeinsamer Radtouren mit seinem Sohn. Nach rund zwei Jahren Entwicklung und Erprobung wurde 2022 die GmbH gegründet. Entwickelt und gefertigt wird laut Hersteller in Deutschland.

Das PullMe wird möglichst tief an der Sattelstütze befestigt. Das rund 2,5 Meter lange Zugseil sitzt dabei im Gehäuse und wird nach dem Lösen automatisch wieder eingezogen. Die Montage funktioniert werkzeuglos und ist schnell erledigt. Für unterschiedliche Sattelstützendurchmesser gibt es passende Adapter, unter anderem für 27,2 mm. Bei der Konstruktion setzt PullMe auf Robustheit. Bis zu 150 kg Zuglast und Steigungen von bis zu 30 Prozent soll das System verkraften. Damit ist auch klar: PullMe ist nicht ausschließlich als „Papa zieht Kind den Berg hoch“-Lösung gedacht. Auch Erwachsene samt Fahrrad oder E-Bike lassen sich damit unterstützen.
Im Vergleich zum klassischen Bungeeseil braucht PullMe deutlich weniger Platz und kann dauerhaft am Bike bleiben. Das ist im Alltag ziemlich praktisch, schließlich möchte man nicht vor jeder Tour überlegen, wohin dieses drei Meter lange Gummiseil verschwinden soll. Dafür bietet allerdings das PullMe nicht den Komfort beim Anfahren, denn Bungeeseile durch ihre Dehnfähigkeiten besitzen. Das PullMe System gibt es übrigens in mehreren Farben oder komplett in Schwarz.
Schon beim ersten Anfassen macht das PullMe einen hochwertigen und robusten Eindruck. Besonders gut gefällt uns die Verbindung zur Sattelstütze. Genau dort liegt bei vielen günstigen Zugsystemen aus unserer Erfahrung die Schwachstelle. Beim PullMe wirkt die Aufnahme dagegen so, als hätte man sich tatsächlich Gedanken darüber gemacht, dass hier irgendwann ordentlich Zug draufkommt. Montage und Demontage gehen unkompliziert, schnell und ohne Werkzeug. Auch um Kratzer an der Sattelstütze muss man sich keine großen Gedanken machen: Die Halterung ist innen mit weichem Gummi ausgekleidet. An unserem Testbike mussten wir allerdings das PullMe am versenkbaren Teil der Dropperpost installieren, wodurch sie sich nicht mehr komplett absenken lässt. Das ist kein Problem für normale Touren, doch auf Trails müsste das PullMe, dann besser entfernt werden.Beim Fahren bestätigt sich der gute erste Eindruck. Das Seil lässt sich schnell am zu ziehenden Fahrrad befestigen und wird nach dem Lösen ebenso schnell wieder eingezogen. Gerade hier spielt das System seine Stärke aus: Seil lösen, loslassen und weiterfahren. Kein herumbaumelndes Bungeeseil, kein Verstauen und kein Knoten-Chaos.





