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Allgemein: Lars van der Haar ist erster Cross-Europameister

8. November 2015 by Michael Faiß

vanderhaar

Cyclocross-News: Gestern fand im niederländischen Huijbergen die erste Cross-Europameisterschaft der Männer statt, bei der sich Lars van der Haar die Goldmedaille holte. Der Lokalmatador lieferte sich einen packenden Zweikampf mit dem Belgier Wout van Aert – die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde kurz vor der Zieleinfahrt. Philipp Walsleben verpasste als bester Deutscher die Top 10 knapp.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten gestern bei guten Bedingungen eine äußerst vielversprechende Premiere für die Cyclocross-Europameisterschaft der Männer in Huijbergen. Einer der großen Favoriten ging am Vormittag überhaupt nicht an den Start: Der belgische Cross-Veteran Sven Nys lag mit Fieber flach und damit war sein EM-Traum vorbei, bevor er überhaupt angefangen hatte. Besonders tragisch: Es wäre die erste und letzte Chance auf den Titel für den 39-jährigen gewesen, da Nys im Frühjahr seine Radschuhe an den Nagel hängen wird.



Das Rennen begann hektisch. Geheimfavorit Kevin Pauwels aus Belgien fiel gleich zu Anfang des Rennens auf Grund eines Defekts zurück, kämpfte sich aber Runde für Runde weiter nach vorn. An der Spitze fuhr mit den beiden Youngstern Michael Vanthourenhout und Laurens Sweeck für lange Zeit ein belgisches Duo, zu denen sich im Laufe der vierten Runde dann auch die beiden Topfavoriten van Aert und van der Haar gesellten. Vanthourenhout und Sweeck mussten jedoch noch in der vierten von insgesamt neun Runden auf dem technisch anspruchsvollen Kurs den Preis für die Tempoarbeit bezahlen: Zuerst musste Vanthourenhout abreißen lassen, wenige hundert Meter später war es auch um Sweeck geschehen.

Damit schien die Bühne für den großen Zweikampf van Aert gegen van der Haar angerichtet. Die beiden Rivalen mussten jedoch zuerst eine temporäre Allianz schließen um den immer weiter aufholenden Pauwels auf Distanz zu halten. Schließlich war es van Aert, der in der sechsten Runde attackierte und seinem niederländischen Konkurrenten davonfuhr – es schien damit bereits eine Vorentscheidung gefallen, doch überraschend für alle Beteiligten bekam der 21-jährige Belgier eine halbe Runde später Schwierigkeiten und van der Haar konnte sich wieder herankämpfen. „Ich hatte es in der eigenen Hand, doch irgendwie passte es plötzlich nicht mehr,“ beschrieb ein enttäuschter van Aert nach Rennende die Situation.

Die endgültige Entscheidung fiel erst in der finalen Runde: Eine steile, sandige Stelle konnte van der Haar auf dem Rad bewältigen, wohingegen sein belgischer Rivale absteigen musste – die Würfel waren gefallen. Mit 19 Sekunden Vorsprung überquerte der Niederländer vor heimischem Publikum schließlich die Ziellinie. „Ich kann es gar nicht fassen und muss erst einmal verarbeiten was passiert ist. Ganz ehrlich: Als mir Wout davonfuhr dachte ich, es wäre vorbei. Ich hatte schon ein wenig aufgegeben,“ beschrieb der überglückliche Sieger seine Gefühlslage in der sechsten Runde. „Es ist ein unglaublicher Sieg und ich bin sehr glücklich.“



Die belgisch-niederländische Dominanz in den Top 10 konnten lediglich der formstarke Schweizer Julien Taramarcaz auf Rang 5 und Radomir Simunek aus Tschechien auf Platz 9 durchbrechen. Der beste Deutsche Philipp Walsleben verpasste als Elfter nur knapp die Top 10.

Endergebnis Cyclocross EM 2015

[easytable th=“0″]

1.,Lars van der Haar,Niederlande,01:02:29



2.,Wout van Aert,Belgien,00:00:19

3.,Kevin Pauwels,Belgien,00:00:39

4.,Michael Vanthourenhout,Belgien,00:00:59



5.,Julien Taramarcaz,Schweiz,00:01:20

6.,Thijs van Amerongen,Niederlande,00:01:33

7.,Laurens Sweeck,Belgien,00:01:51



8.,Comé van Kessel,Niederlande,00:02:08

9.,Radomir Simunek,Tschechien,00:02:13

10.,Tim Merlier,Belgien,00:02:21



[/easytable]
Stichworte:Cyclocross NewsLars van der HaarNews

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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